(Cover: Amazon.de)
Bis "Niko - Ein
Rentier hebt ab" den Weg in die heimischen DVD-Bestände fand, war ich der festen Meinung, dass technisch überzeugende
CGI-Trickfilme nur aus den USA stammen können. Alle bisherigen von mir gesehenen deutschen und europäischen Versuche hatten (wohl aus Budgetgründen) mit deutlichen Einschränkungen zu kämpfen. Perfekt animiertes Fell oder Wasser? Fehlanzeige! Wie man das grandios besser machen kann, wenn man nur die vorhandenen Ressourcen bündelt, zeigt diese finnisch-dänisch-irisch-deutsche Co-Produktion.
Zur Story: Rentierjunge Niko will endlich seinen Vater kennenlernen, der angeblich eines der fliegenden Rentiere des Weihnachtsmannes ist. Da er versehentlich ein Rudel hungriger Wölfe auf die Spur seiner Herde gebracht hat und seine Artgenossen Nikos Flugversuchen und Träumereien ohnehin äußerst ablehnend gegenüberstehen, büchst er kurzerhand aus und begibt sich auf die Suche, begleitet von seinem väterlichen Mentor, dem Flughörnchen Julius, und der Wieseldame Wilma, die sich für eine geborene Sängerin hält. Der Weg zum Wohnort des Weihnachtsmanns ist weit und voller Gefahren und die Wölfe haben die Spur ebenfalls aufgenommen...
Der Plot an sich ist erst einmal nicht sonderlich originell, denn eine Suche voller Gefahren thematisierten schon viele andere Filme des Genres von "Ice Age" bis "Findet Nemo". Dies wird aber durch die schon eingangs geschilderte technische Brillianz mehr als wettgemacht. So etwas wie die wilde Rutschpartie in einer Lawine oder die atemberaubenden Schneelandschaften bekam man aus Europa bisher nicht zu sehen - ganz große Klasse! Dazu kommt neben dem Humor auch das Gefühl nicht zu kurz, so dass jeder für seinen Geschmack etwas finden dürfte.
Dennoch zwei Warnungen: Auch wenn der Film oftmals als Weihnachtsmovie beworben wird - das Fest und der Weihnachtsmann selbst spielen nur eine Nebenrolle. Eher ist der Film als Wintermärchen zu verstehen, ein turbulentes Abenteuer im Schnee. Darüber hinaus ist ein elterlicher Probedurchlauf zu empfehlen, da der Anführer der Wölfe mit seinem rabenschwarzen Fell und den stechend gelben Augen ein rechtes Ungetüm ist. Ich war daher auch recht skeptisch, doch mein Dreijähriger zeigte keinerlei Angst sondern feuerte eher lautstark die Protagonisten an und freute sich wie Bolle, wenn sie den Verfolgern wieder einmal entwischten. Da man solch eine beruhigende Erfahrung nicht generalisieren sollte, mag sich jeder Erziehungsberechtigte ein eigenes Bild der Lage machen.
Die deutsche Synchronisation ist sehr gut gelungen, wobei (bis auf die auch mit diversen Gesangseinlagen vertretene Barbara Schöneberger in der Rolle der Wilma sowie Detlef Bierstedt als Chef der "Fliegenden Truppe") auf bekannte Sprecher weitestgehend verzichtet wurde. Der Sound rumpelt in den actionreichen Szenen mit ordentlich Druck aus den Boxen und auch in puncto Bild kann man nicht meckern. Dazu diverses Bonusmaterial, vier Fensterbilder der Helden zum Aufkleben und ein schick glitzerndes DVD-Cover - eine für mich super Mischung, mit aufregendem Spaß für die ganze Familie.
Bewertung: 5 von 5