Mittwoch, 16. Februar 2011

CD-Rezensionen (218): De/Vision - Try To Forget (MCD) (1993)

(Cover: Amazon.de)

Dass ich bis heute brav die Alben der mittlerweile nach Berlin abgewanderten Hessen erwerbe und auch im Laufe der Zeit das eine oder andere Konzert mitgenommen habe, hat seinen Ursprung in eben dieser Maxi-CD, die justament im Hintergrund lief, als ich anno 1993 meinen damals favorisierten (und heute schon längst nicht mehr existierenden) Plattenladen aufsuchte. Nachdem ich also meine Stöber-Ausbeute des Tages zur Kasse schleppte, fragte ich noch kurz nach dem eben Gehörten und packte kurzerhand nach erfolgter Auskunft Single und das zugehörige Album "World Without End" mit ein. Braaaver Kunde!

Die damals noch als Trio existierende Kapelle hatte für den Titelsong aber auch alles draufgepackt, was den Liebhaber des Genres erfreut. Durchgehende Tanzbarkeit und eine gefällige Melodie gepaart mit einem schmissigen Rhythmus. Die Vorbilder Depeche Mode werden auch nicht verleugnet, ohne aber wirklich peinliche Anbiederei zu betreiben. Positiv anzumerken, dass hier nicht übermäßig viele Varianten ein und desselben Songs verwurstet werden, sondern neben einem originellerweise "Radio Forg-Edit" benamsten Kurzmix nurmehr eine auf Sechseinhalb Minuten Lauflänge gestreckte Maximalvariante des Titeltracks namens "Forget-Me-Not-Mix" enthalten ist. Daneben werden mit "Can Feel The Drive" und einem titellosen Bonustrack-Instrumental noch zwei waschechte B-Seiten geboten. Bei ersterem Song werden allerdings damals noch existierende stimmliche Defizite Steffen Keths deutlich, ein Zustand, der sich im Laufe der Jahre hörbar geändert hat.

Zwar findet sich auf diesem Silberling nur eine reichliche Viertelstunde Musik, aber schon aus Nostalgiegründen lasse ich hier sehr gern die zweithöchste Wertung springen.

Bewertung: 4 von 5