Meine neueste Semester-Prüfung fand zwar schon vorgestern statt, ich war aber gestern noch mit einer ganzen Reihe anderer Termine plus der Rückkehr ins Arbeitsleben beschäftigt, um ein wenig Fazit zu ziehen. Daher also erst heute ein kleiner Rückblick.
Entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen aufgrund der angedrohten Lokführerstreiks klappte die Anreise nach Leipzig wunderbar, die diesmal vom Studienzentrum ausgewählte Prüfungsörtlichkeit befand sich im neuen Hörsaalgebäude der Uni, nicht mal 10 Minuten Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt. Sehr schick und neu das alles. Ich bin etwas abergläubisch rangegangen und hab sowohl von meiner Klamottenwahl bis zum Mittagessen-Junkfood bei BURGER KING alles ganz genau so abgehandelt wie vor einem halben Jahr. Selbst die in der Drogerie im Kellergeschoss des Bahnhofs gekaufte Traubenzucker-Nervennahrung durfte nicht fehlen.
In den letzten Tagen hatte ich mich in schneller Wechselfolge entweder gut vorbereitet oder geistig völlig leer gefühlt. Die Anspannung wich dann aber beim Öffnen des Aufgabenumschlags, der vier nicht unlösbare Fragen offenbarte. In etwa aus dem Gedächnis rekapituliert:
1. Analysieren Sie aus der Sicht der Besatzungszonen den Prozess der "doppelten Staatsgründung". Ab wann war dieser aus Ihrer Sicht irreversibel?
2. Skizzieren sie die sowjetische Deutschlandpolitik Ende der 40er/Anfang der 50er Jahre. Wie reagierte der Westen auf die sowjetischen Initiativen?
3. Analysieren und bewerten Sie die Verfestigung der Blockbildung zwischen 1955 und 1961. Wie würden Sie unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse den Mauerbau abschließend bewerten?
4. Analysieren Sie mit Hinblick auf die deutsche Geschichte die Dynamik der Prozesse, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Erläutern Sie anschließend, welche Folgen für die weitere deutsche und europäische Geschichte entstanden.
Also nach Lesen (und hoffentlichem Begreifen) der Fragestellungen hieß es für mich: Go! Go! Go! Ich hab praktisch ohne groß innezuhalten vier Stunden durchgeschrieben und dabei auch verzichtet, das angeheftete Konzeptpapier zu benutzen - stiehlt nur kostbare Zeit. Man ist ja nicht mehr gewöhnt, im größeren Stil handschriftlich zu arbeiten, so dass die Lesbarkeit im Laufe der wie im Fluge vergehenden Stunden sichtlich nachließ. Insgesamt hab ich etwa 14,5 A4-Seiten gefüllt, abzüglich des breiten Korrekturrands. Ein wenig kam mir für diesen wie von selbst aus den Fingern fließenden Wortschwall die Bloggerei etwas entgegen. Ist schon praktisch, wenn man nicht großartig über Formulierungen nachgrübeln muss. Der am Anfang gut gefüllte Hörsaal voller Prüflinge der Studiengänge Bildungswissenschaft, Psychologie etc. leerte sich kontinuierlich, ich selbst hatte bis zum Toresschluß gut zu tun und befand mich unter den letzten drei Anwesenden. 20 Uhr war ich wieder zu Hause und 22 Uhr völlig platt im Bett.
Ich wage wieder einmal keine Notenprognose, bestanden dürfte ich aber haben. Auf der Rückfahrt fielen mir diverse Dinge ein, die ich wahrscheinlich noch hätte erwähnen sollen, aber das war nun auch nicht mehr zu ändern. Jetzt wird es wieder einige Wochen dauern, bis ich mehr weiß. Wird schon werden...

2 Kommentare:
Wow, was für Fragen!Darüber hätte ich mir nicht den Kopf zerbrechen wollen.
Och, ging schon... ;-)
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