(Cover: Amazon.de)
Analog zu der zwei Jahre zuvor erschienen WM-Klassikersammlung veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 eine 40 Ausgaben umfassende Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei europäischen Turnieren sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.
Bis zum Sieg von Otto Rehagels Mauer-Griechen bei der Europameisterschaft 2004 stellte der Titelgewinn der durch den bürgerkriegsbedingten Ausschluss Jugoslawiens nachnominierten Dänen die bis dato größte Sensation bei einem kontinentalen Championat dar, wie auch das Begleitheft treffend anmerkt. Vom Urlauber zum Europameister - eine märchenhafte Geschichte. Da zudem der amtierende Weltmeister ein äußerst mäßiges Turnier spielte und der Triumph eines krassen Außenseiters immer zu begeistern vermag, waren mir die überraschend ins Finale gelangten Dänen absolut nicht unsympathisch.
Dennoch habe ich mit dem 2:0 dieses 26. Junis 1992 so meine Schwierigkeiten, schließlich resultierten beide Treffer aus glasklaren Fehlentscheidungen. Unmittelbar vor dem Führungstreffer wurde Andy Brehme von Kim Vilfort äußerst rüde umgegrätscht und dem entscheidenen 2:0 durch eben jenen Vilfort ging ein deutlich sichtbares Handspiel voraus. Das deutsche Team versiebte eine Großchance nach der anderen, die Dänen mauerten. Sagen wir es einmal so: das cleverere und abgezocktere Team gewann dieses Spiel, das bessere nicht unbedingt. Etwas tröstlich die Tatsache, dass beim deuschen EM-Titel vier Jahre später immerhin noch die Hälfte der das Finale bestreitenden Akteure beteiligt waren.
Spielerisch bietet diese Ausgabe - für ein Endspiel leider typisch - nur durchschnittliche Kost und auch die Ausstattung der DVD ist wieder äußerst dürr geraten. Außer den Nationalhymnen vor Beginn werden keinerlei Impressionen zusätzlich zum reinen Spielgeschehen gezeigt. Nicht einmal die Pokalübergabe an den Sieger schaffte es ins Programm - sehr ärgerlich! Bild und Ton gehen in Ordnung, Heribert Faßbender und Karl-Heinz Rummenigge beim Kommentar zuzuhören ist allerdings ein zweifelhaftes Vergnügen. Somit insgesamt kein besonders herausragendes Exemplar der EM-Klassikersammlung.
Bewertung: 3 von 5

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