Da ich mir ausnahmsweise mal nach einem anstrengenden Tag ein Feierabendbier genehmige, musste ich doch glatt mal recherchieren, was es so an Lobeshymnen auf den Gerstensaft gibt. Ich bin nicht wirklich nach meinem Geschmack fündig geworden, wenn man von Charles Edouard Dubocs (1822 - 1910) Gedicht über eine der elemantare Zutaten absieht - "Ein Lied vom Hopfen".
Der Hopfen sprach: ich rank' am Boden hier,
Komm, stütze mich, ich dank' dir einst als Bier –
Ich weiß, du läßt dich keine Müh' verdrießen.
Ich stützte ihn, da hieß es: bind mich fest,
Damit der Wind mich ruhig reifen läßt;
Ich weiß, du läßt dich keine Müh' verdrießen.
Ich band ihn fest; da rief er: jetzt ist's Zeit,
Pflück mich und bring mich hurtig auf die Spreit:
Ich weiß, du läßt dich keine Müh' verdrießen.
Dahin auch trug ich ihn; doch alsobald
Klang's wieder: in den Kessel jetzt! er wallt!
Ich weiß, du läßt dich keine Müh' verdrießen.
Ich brühte ihn; da heischt' er: nun ins Faß,
Ins dunkle Faß und dann ins helle Glas!
Ich weiß, du läßt dich keine Müh' verdrießen.
Und als das Glas nun schäumend überlief,
Da warf er mich zum Danke um und rief:
Ei, ei, du stehst gar lose auf den Füßen!

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen