Sonntag, 15. Februar 2009

CD-Rezensionen (122): Frankie Goes To Hollywood - Twelve Inches (2001)

(Cover: Amazon.de)

Nach der "Mogelpackung" "Reload" (2000) wurde ein Jahr später seitens der Plattenfirma kräftig nachgewaschen und auf dieser Doppel-CD 18 mehr oder weniger rare Maxi-Versionen der grandios-großmäuligen Liverpooler veröffentlicht. Wohl kaum eine andere Band der 80er nutzte das Medium der 12"-Scheiben so exzessiv aus wie die von Trevor Horn protegierte Rabaukentruppe.

Was einem hier aufgetischt wird, ist schon der Hammer. Da bläst einem der fast sechzehneinhalb(!)minütige "Sex Mix" von "Relax" den Staub aus den Knochen und die (Nomen est omen!) "Hotter" Version kitzelt aus "Watching The Wildlife" noch die letzten Raffinessen heraus.

Den Mixen ist überwiegend das typische Merkmal der FGTH-Maxis eigen. Kontinuierlich wird ein Spannungsbogen aufgebaut, in dem neue Instrumentenspuren hinzugefügt oder ausufernde Soundausflüge unternommen werden. Ebenfalls sehr beliebt: Gesprochene Passagen mit witzigen, ernsten oder auch zynischem Inhalt.

Freilich sind nicht alle Tracks von gleichbleibend hoher Qualität (Tiefpunkt: "Disneyland" - klingt wie ein schlechter Duran Duran-Song). Dies wird aber im Regelfall durch deren Rarität wettgemacht, erschienen doch manche der zahlreichen Versionen nur in kleinen und kleinsten Auflagen. Für Sammler lohnt sich der Zugriff auf jeden Fall.

Leider fehlen ein paar der wirklich essentiellen Mixe, so zum Beispiel die "Original Extended Version" von "The Power Of Love" und der grandiose "Young Person's Guide Into The 12 Inch Mix" von "Rage Hard", der zwar auf "Reload" enthalten war, dort aber in einer brutal um volle zwei Minuten gekürzten Fassung.

Dennoch eine prima Zusammenstellung - viel Kult für's Geld!

Bewertung: 4 von 5