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Donnerstag, 26. August 2010

Neue Entwicklungen

Wegen der zeitlichen Beanspruchung von Familie, Job und Studium sind meine Bemühungen in der Familienforschung naturgemäß etwas hintenangestellt. Ich schreibe mal eine E-Mail an Ämter und Archive oder tätige gelegentlich einen Anruf - für mich als bekennenden Telefon-Hasser jedesmal eine echte Überwindung. Allerdings habe ich festgestellt, dass sich die öffentlichen Bediensteten mit der Reaktion auf elektronische Post im Regelfall sehr schwer tun, man muss sie scheinbar immer persönlich kitzeln. Umso lobenswerter die schnelle und unbürokratische Hilfe der Friedhofsverwaltung im brandenburgischen Birkenwerder, die mir einige erstaunliche Erkenntnisse brachte.

Rückblick: Ich habe die Wurzeln meiner Familie in ein kleines oberschlesisches Dorf zurückverfolgen können. Dank des Archivs des Evangelischen Kichenkreisverbandes Schlesische Oberlausitz in Görlitz verfüge ich über Kopien diverser Tauf- und Sterbeunterlagen meiner Vorfahren, die älteste aus dem Jahre 1758. Dadurch konnte ich auch einen durch Zufall in einem brandenburgischen Branchenbuch von 1938 entdeckten Verwandten als 1946 verstorbenen Cousin meines Urgroßvaters identifizieren. Durch eine andere Datenbank wusste ich ebenfalls von einem 1958 ebenfalls in Birkenwerder beerdigten Sohn dieses als Sattler tätigen Mannes.

Mein Erstaunen war nun freilich nicht schlecht, als mir die dortige Friedhofsverwaltung auf meine Anfrage neben nützlichen Informationen (letzte Adressen, Todesursachen etc.) mitteilte, dass beide Gräber immer noch existieren und ich sie mir nach Terminabsprache gerne einmal anschauen kann. Da die normale Ruhezeit beider Grabstellen schon längst abgelaufen ist, stellt sich mir natürlich die Frage, ob sich noch jemand aus der Nachkommenschaft um diese kümmert. Ich werde da noch einmal nachhaken, vielleicht habe ich ja die Möglichkeit, mit einem bisher unbekannten Teil der Familie in Kontakt zu kommen?

Desweiteren bin ich in der glücklichen Lage, durch das soziale Netwerk Facebook eine junge polnischen Dame kennengelernt zu haben, die in eben jenem erwähnten Dorf meiner Vorfahren lebt und sich dankenswerterweise als sehr hilfsbereit in Übersetzungsdingen und Informationen über die Gemeinde erwiesen hat.

Momentan steht noch ein wenig Kleinkram an, Dokumente sind zu sichten, neue Anfragen zu stellen. Nach meiner Klausur am 09.09. werde ich das Ganze sicherlich wieder etwas intensivieren können. Mehr dazu dann an dieser Stelle.

Freitag, 16. Juli 2010

Jeden Tag eine gute Tat

Und wieder ein paar Pluspunkte auf dem persönlichen Karmakonto. Vor ein paar Wochen konnte ich durch Internet-Recherchen die letzte Ruhestätte des Urgroßvaters meiner Göttergattin auf einem Soldatenfriedhof in Frankreich lokalisieren. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bietet auf seiner Webseite einen Grabschmuck- und Fotoservice an, den wir in Anspruch genommen haben, da die Schwieger-Großmutter ihren 1944 verstorbenen Vater praktisch nie kennengelernt und somit wenigstens eine letzte Erinnerung hat. Übergabe der heute eingetroffenen Bilder an die Adressatin ist morgen, könnte eine sehr emotionale Angelegenheit werden.

Montag, 8. März 2010

Viva magistratus!

Eine meiner seltsamsten Charaktereigenschaften ist meine große Begeisterungsfähigkeit für neue Dinge, die sich im Starten von immer neuen Projekten manifestiert, die ich eine Zeitlang sehr intensiv verfolge. Das wäre wohl wirklich schlimm, wenn ich sie dann nach einer Weile still und leise wieder zu Grabe tragen würde, aber bei mir entwickelt sich das dann meistens so, dass etwas Ruhe in der Angelegenheit einkehrt und bei Wiederaufflammen des Interesses erneut Vollgas gegeben wird.

So ging es mir bei der Erforschung meiner Familiengeschichte, die durch die zeitintensive Beschäftigung mit Sohnemann und Fernstudium erst einmal zum Erliegen gekommen war. Doch nun hab ich zwischen den Semestern etwas Freizeit und in diese Lücke bin ich mit neuem Bemühen gestoßen, was sich gleich darin äußerte, dass heute das lokale Stadtarchiv Opfer meines Wissensdurstes wurde. Die sehr nette Angestellte suchte mir flugs die von mir gesuchten Sterbedokumente meiner Urgroßeltern väterlicherseits (ich beschränke mich bei meinen Forschungen auf die paternale Linie meines Stammbaums, ich gehe also nur in der Geschichte meines Familiennamens zurück) heraus, die gewünschten Kopien bekam ich entgegen der Gebührensatzung sogar gratis - nie wieder was Schlechtes gegen Verwaltungsbeamte!

Auch wenn es mir bei den Unterlagen hauptsächlich um Material für das eigene Archiv ging, zwei neue Erkenntnisse konnte ich trotzdem gewinnen: Erstens lebten meine väterlichen Vorfahren mindestens 60, wahrscheinlich aber über 80 Jahre unter der selben Adresse im Dorf Zeithain bei Riesa, zweitens fand ich unter dem Punkt "lebend geborene Kinder" bei meiner 1978 im Alter von 88 Jahren verstorbenen Urgroßmutter die Zahl 4 vor, was eine komplett neue Information darstellt, da sowohl mein Vater als auch mein Onkel nur jeweils eine Schwester und einen Bruder ihres Vaters kannten. Dieses 4. Kind kann nicht alt geworden sein, da in der Spalte "davon verstorben" eine 1 eingetragen ist. Um dieses bisher unbekannte Mitglied der Familienlinie zu finden, werde ich wohl wieder einmal die Kirchgemeinde Zeithain um Hilfe bitten müssen.

Und noch auf einem ganz anderen Teilbereich bin ich fündig geworden. Wie hier bereits beschrieben, stammen meine väterlichen Vorfahren aus dem oberschlesischen Dorf Proschlitz, heute Proślice, in Polen. Ich bin im Zuge meiner Internetrecherchen auf eine polnische Foto-Webseite gestoßen, die sich mit Friedhöfen beschäftigt. Unter anderem hat einer der Autoren auch den Proschlitzer Friedhof besucht und dort Fotos von deutschen Gräbern angefertigt. Ich werde ihn einmal anschreiben, vielleicht finde ich ja dort noch Spuren meiner Vorfahren, schließlich wanderte mein Urgroßvater erst um 1910 nach Sachsen ein.

Es bleibt spannend und ich bin wieder mitten drin!

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 11. Oktober 2009

Neue Urlaubsfotos (III)

Und weiter geht es mit den Bildern von Montag, dem 2. Geburtstag meines Juniors.

Vormittags waren eher die schnöden Dinge eines Selbstversorgers angesagt, sprich, ganz normales Einkaufen. Für meine Mittagstour wollte ich gleich in einem Ritt drei Ziele mit dem Auto abfahren, was nicht ganz hinhaute, doch dazu später. 

Erster Stop: das ehemalige Kloster St. Wigbert in Göllingen, zu DDR-Zeiten als Konservenfavrik (!) genutzt. Ich bin ohnehin ein großer Fan romanischer Architektur, auch wenn sie sicherlich nicht so spektakulär wie die Gotik daherkommt. Aber das Schlichte hat etwas, zudem interessiert mich die Zeit etwas mehr. Ich bin also in der Krypta rumgekrochen, hab den Turm (der für mich irgendwie etwas italienisches an sich hat) bestiegen und hab mir noch den angrenzenden Friedhof vorgenommen. Da das Dorf an einer Nebenstraße liegt und außerhalb der Saison zum Montagmittag wahrscheinlich nicht viel Publikum dort aufkreuzt, bin ich für meine gerade mal 1,50 Euro Eintritt richtig exklusiv verwöhnt worden. Filmvorführung über Kloster und Förderer desselben, sehr nettes Gespräch mit der Dame des Hauses, fehlte nur noch, dass ich zum auf dem Gartentisch stehenden Kaffee eingeladen worden wäre... Ich hab da natürlich für diesen Service ein wenig die Spendenbox gefüttert.

Mein zweiter Stop sollte eigentlich die sogenannte "Steinrinne" in Bilzingsleben werden, eine der bekanntesten archäologischen Ausgrabungsstätten zu DDR-Zeiten und darüber hinaus. Leider mußte ich vor dem Tor des gut gesicherten (und wirklich mitten in der Pampa auf freiem Feld befindlichen) Areals feststellen: Montags geschlossen! Immerhin aber sind die etwa 13 Kilometer zwischen Göllingen und Bilzingsleben landschaftlich sehr reizvoll, durchfährt man doch den Durchbruch der Wipper durch die Hainleite. Allerdings schien dort wohl einer das Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen nicht so prickelnd zu finden, waren doch sämtliche Ortseingangs- und -ausgangsschilder sowie sämtliche Wegweiser mit dem Namen des Dorfes Seega mit "Rotes Nest" übersprüht. Tststs...

Ich beschließe also, morgen wiederzukommen und gleich weiter zu Station 3 zu fahren, der "Wasserburg" genannten Festung in Heldrungen. Dort wurde kurz vor seiner Enthauptung am 27. Mai 1525 der nach gestern bereits erwähnter Schlacht bei Frankenhausen gefangen genommene Prediger Thomas Müntzer (in der DDR-Geschichtsschreibung so etwas wie der große Sozialrevolutionär des Mittelalters, der theologische Background wurde dabei "großzügig" ausgeblendet) festgehalten und gefoltert. Das Gebäude ist heute eine Jugendherberge.

Danach aber wieder schleunigst zurück nach Bad Frankenhausen und die Familie eingesammelt, denn Sohnemann sollte an seinem Geburtstag auch noch was geboten bekommen, wir haben uns diesbezüglich für die Modellbahnaussellung MOWI-WORLD in Wiehe entschieden. Gerade die Amerika-Halle mit einer Anlage in Nenngröße 2 ist der Hammer, da auch gleich noch Stationen der US-Geschichte in Dioramen mitpräsentiert werden. Aber auch die große Thrüringen-Anlage in H0 kann sich sehen lassen. Der Eintritt ist mit 10 Euro für einen Erwachsenen natürlich kein Megaschnäppchen, aber es gibt Einiges für's Geld. Uns hat's gefallen!

Freitag, 9. Oktober 2009

Neue Urlaubsfotos (II)

Heute nun die Bilder vom letzten Sonntag. Am Vormittag mußte man natürlich die grandios schiefe Oberkirche heimsuchen, der Anblick ist schon wirklich der Hammer! Ein weiteres Ziel: der Hausmannsturm.

Ich habe mir in all den Tagen dort während der Mittagszeit, als Sohnemann und Göttergattin Siesta gehalten haben, ein wenig Kultur- und Bildungsprogramm verordnet. Am Sonntag war das Ersteigen des Schlachtbergs dran, ich bin also nochmal durch ein paar nette Gassen an der Oberkirche vorbei gewandert und hab noch einen kurzen Halt auf dem örtlichen Friedhof eingelegt. Es gibt kürzere Wege auf den Berg, ich hab mich allerdings für einen historischen Pfad entschieden, der seinen martialischen Namen "Blutrinne" deswegen trägt, weil nach der Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 das Blut der getöteten 6000 Bauern diesen Weg den Berg heruntergeflossen sein soll. Wenn man wie ich an diesem Tag bei aufziehenden dunklen Wolken alleine diesen Hohlweg hochsteigt, hat das schon was Beklemmendes, auch wenn die bis etwa zur Hälfte der Strecke flankierenden Kleingärten etwas deplaziert und somit stimmungsverändernd wirken. Man kommt schlußendlich aus einem "Loch" herausgekrochen und befindet sich damit auf dem ehemaligen Schlachtgelände mit direktem Blick zum Panorama Museum, das ich aus Zeitgründen an diesem Tag vorerst nur von außen inspizierte. Zu diesem Zeitpunkt grandiose Lichtverhältnisse! Anschließend Abstieg über einen anderen Weg und erneut am Hausmannsturm vorbei.

Nachdem der Rest der Familie auch wieder an Deck war, haben wir noch die verbleibende Zeit am Kyffhäuserdenkmal verbracht, ein Ort, an dem ich das letzte Mal vor etwa 25 Jahren war. Sehr zugig da oben! Etwas unterhalb des Denkmalgeländes findet man einen hölzernen Generalfeldmarschall von Hindenburg und vor allem sein in einer Grube liegendes steinernes Vorbild. Ich zitiere aus der Wikipedia:

Am 6. Mai 1939 wurde unterhalb des Kyffhäuserdenkmals das Hindenburgdenkmal von Hermann Hosaeus eingeweiht. Die zehn Tonnen schwere und fünf Meter große Figur ist aus bayrischem Porphyr gearbeitet. Die Statue wurde 1945 umgestürzt und an Ort und Stelle eingegraben. Am 7. Juni 2004 fand der neue Hotelpächter Paul Breul das eingegrabene Hindenburgdenkmal auf seinem Gelände. Da bei den Behörden Unklarheit über den Umgang mit dem Denkmal herrscht, liegt es noch immer nur halb ausgegraben und umzäunt in der Erde.

Montag, 31. August 2009

Urlaubsfotos (V und Schluß)

Mit etwas Verspätung nun noch der Rest vom Schützenfest. Hier gibt es die Bilder der letzten drei Tage kompakt zusammengefasst. Also nochmal Bilder der Seebrücke in Prerow, Fotos einer Solo-Radtour nach Ahrenshoop, wobei ich mitten im Darßwald am Grab des Freiherrn Ferdinand von Raesfeld vorbeikam und zum Abschluß noch einige Bilder von "Karl's Erlebnisdorf" in Rövershagen bei Rostock, das wir auf unserer Heimfahrt besuchten.

Montag, 13. Juli 2009

Nachtgedanken (062)

Zu viel mehr als zu den "Nachtgedanken" komme ich derzeit leider nicht, die Rezensionen liegen praktisch brach. Hmpf! Nun, kommt Zeit, kommt Rat.

Dafür also heute einmal zu vorgezogener Stunde (Frühschicht, verdammt!) etwas aus der Abteilung Gruft, von Robert Hamerling (1830-1889). Titel: "Totengräberhochzeit".

Hei, was tönt so eigen?
Klarinett und Geigen
mitten in der Nacht,
wo die Toten ruhen
in den dunklen Truhen,
um das Häuschen an dem Friedhof,
bei der Sterne Wacht?
Lustiges Gefiedel 
schallt die ganze Nacht.

Klarinett und Geigen -
hei, wer tanzt den Reigen
bei der Sterne Wacht?
Wie das klingt und sauset,
wie das walzt und brauset,
in dein Häuschen an dem Friedhof
mitten in der Nacht:
Totengräberhochzeit
wird da heut gemacht.

Geigenklang und Flöten,
lustige Trompeten
klingen drein so laut!
Heißa, laßt sie ruhen
draußen in den Truhen
um das Häuschen an dem Friedhof,
mondesglanzumgraut!
Drinnen tanzt im Reigen
Bräutigam und Braut.

Mitternacht! - Die Toten
stehen auf in Rotten,
viele tausend schier!
klappern, schwirren, lärmen,
möchten da sich wärmen.
Bis zum Häuschen an dem Friedhof
treten sie herfür,
gucken durch die Fenster,
tanzen um die Tür.

»Wundersüsses Leben!«
seufzen sie im Schweben,
»wie so frisch, so rot!«
Schwingen sich im Kreise,
singen ihre Weise,
Todes Fackel, Hymens Fackel
ineinanderloht.
Drinnen tollt das Leben,
draußen tanzt der Tod.

Beide sich im Kreise
bald nach einer Weise
schwingen in der Nacht. -
Jetzt die Toten ruhen,
mit durchtanzten Schuhen
aus dem Häuschen an dem Friedhof
zieht der Reigen sacht.
Auf den Gräbern funkelt
Morgentau voll Pracht.

Montag, 16. Februar 2009

Nachtgedanken (016)

Da ich mich ja bekanntermaßen ab und an fotografierenderweise auf Friedhöfen herumdrücke, habe ich für die heutigen "Nachtgedanken" mit "Grabgesang" ein Gedicht des "Märchenonkels" Wilhelm Hauff (1802-1827) herausgekramt.

Vor des Friedhofs dunkler Pforte
Bleiben Leid und Schmerzen stehn,
Dringen nicht zum heil'gen Orte,
Wo die sel'gen Geister gehn,
Wo nach heißer Tage Glut
Unser Freund im Frieden ruht.

Zu des Himmels Wolkentoren
Schwang die Seele sich hinan,
Fern von Schmerzen, neugeboren,
Geht sie auf – die Sternenbahn;
Auch vor jenen heil'gen Höhn
Bleiben Leid und Schmerzen stehn.

Sehnsucht gießet ihre Zähren
Auf den Hügel, wo er ruht:
Doch ein Hauch aus jenen Sphären
Füllt das Herz mit neuem Mut;
Nicht zur Gruft hinab – hinan,
Aufwärts ging des Freundes Bahn.

Drum auf des Gesanges Schwingen
Steigen wir zu ihm empor,
Unsre Trauertöne dringen
Aufwärts zu der Sel'gen Chor,
Tragen ihm in stille Ruh
Unsre letzten Grüße zu.

Freitag, 19. Dezember 2008

Foto-Nachtrag

Nach über einem halben Jahr habe ich vorgestern endlich mal wieder die Zeit gefunden, mit der Kamera loszuziehen. Ich hab mir praktischerweise gleich den Kleinen geschnappt und hab samt Kinderwagen eine kurze Runde durch den Regen und über den nahegelegenen Friedhof gedreht. Bilder gibt es hier.

Montag, 21. Juli 2008

Buch-Rezensionen (052): Simon Marsden - Im Reich der Geister (1990)


(Cover: Amazon.de)

Ein Name, eine Marke, ein Qualitätssiegel - Simon Marsden. Auch in diesem Buch gelingt es dem ungekrönten Herrscher der unheimlichen Fotografie wieder, den Betrachter in seinen Bann zu ziehen. Thema sind diesmal mysteriöse Orte auf den Britischen Inseln und wer die Sagenwelt der dortigen Gegend rund um Spukschlösser, Gruften und längst verfallene Ruinen aus alter Zeit kennt, weiß, dass der Meister ein breitgefächertes Angebot an Motiven besuchen konnte.

Wie immer sind die einzigartigen Infrarot-Fotografien kombiniert mit unheimlichen Geschichten und Legenden, die den jeweils dargestellten Ort umranken und es werden ehemalige oder derzeitige Bewohner porträtiert. So ist dieses Buch nicht nur ansehens- sondern auch lesenswert. Man kann an für sich bei den Bänden Simon Marsdens nicht viel verkehrt machen. Zurücklehnen, ansehen, wohlige Schauer genießen, auf Seelenreise gehen!

Bewertung: 5 von 5

Sonntag, 18. Mai 2008

Buch-Rezensionen (042): Simon Marsden - Im Reich des Grauens (1988)


(Cover: Amazon.de)

Die Fotografien Simon Marsdens stehen normalerweise für sich. Auf einzigartige Weise eingefangene Spukschlösser, verkommene Herrenhäuser oder Gruften lassen den Betrachter einerseits erschauern, andererseits die Kunst des Meisters bewundern. In diesem Buch bekommt man aber noch viel mehr geboten.

Marsden kombiniert in vorliegendem Werk seine gewohnt hochqualitativen Fotos mit dem literarischen Schaffen eines der einflußreichsten Schriftsteller des vorletzten Jahrhunderts - Edgar Allan Poe. Ohne den Amerikaner wäre weder die moderne Kriminalgeschichte, noch der langanhaltende Mystery-Boom entstanden. Verblüfft stellt man fest, wie perfekt sich Fotos und die Erzählungen und Gedichte (darunter auch das legendäre "Der Rabe") zusammenfügen, hier darf man also Weltliteratur mit ästhetischem Glanz genießen - perfekt!

Ein Abriß des Lebenswegs Poes rundet dieses nur mit Höchstpunktzahl bewertbare Prunkstück meiner Marsden-Sammlung ab.

Bewertung: 5 von 5

Samstag, 3. Mai 2008

An alter Wirkungsstätte

Nun sind Himmelfahrtsaktivitäten (im Übrigen ohne jegliche Nachwirkungen!) bewältigt und das Wochenende fast schon vorüber. Da ich mit meiner kleinen Familie morgen einmal die im Stadtgebiet stattfindenden Veranstaltungen besuchen möchte, habe ich mich statt wie üblich sonntags schon heute auf meine wöchentliche Fototour begeben. Ziel war der Barockpark Zabeltitz, mir nicht ganz unbekannt, fand doch hier vor nunmehr fast 8 Jahren meine eigene Hochzeitsfeier statt...

Die Bilder gibt es hier.

Sonntag, 20. April 2008

Die Rückkehr

Wie schon letzte Woche angekündigt, musste ich noch mal nach Diesbar-Seußlitz zurückkehren, um mir das dortige Schloß fotografisch vorzunehmen. Interessanterweise befindet sich auf dem Gelände ein kleiner, aber sehr alter (inzwischen aufgegebener) Friedhof, auf dem zum Teil oberirdisch steinerne Sarkophage stehen. Laut Auskunft des dortigen Personals sind diese auch nicht leer!

Die Schloßkirche wurde von George Bähr gebaut, der auch für die berühmte Dresdner Frauenkirche verantwortlich zeichnete.

Insgesamt ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel, die Fotos findet man hier.

Dienstag, 15. April 2008

Buch-Rezensionen (032): Simon Marsden - Geistersuche (1994)


(Cover: Amazon.de)

Durch die von mir vor einigen Jahren eher durch Zufall in einer Buchhandlung entdeckten Bücher Simon Marsdens bin ich selbst zur Fotografie gekommen, natürlich ohne jemals dessen Klasse zu erreichen. Die mit Hilfe seiner zur Meisterschaft perfektionierten Infrarotfotografie komponierten Bilder von verschiedenen geschichtsträchtigen Orten Europas werden in diesem Band mit dazugehörigen Sagen, Spukgeschichten und geschichtlichen Fakten kombiniert. Man kann also nicht nur einzigartige Bilder bewundern sondern auch gleich noch ein gruseliges Lesevergnügen erleben.

Neben so legendenumworbenen Plätzen wie der angeblich letzten Ruhestätte des berühmt-berüchtigten Grafen Vlad "Dracula" Tepes im rumänischen Kloster Snagov sind auch einige deutsche Orte vertreten, so zum Beispiel die Kapelle der bekannten Mumie des Ritter Kahlbutz im brandenburgischen Kampehl oder das Schloß Muskau des Fürsten Pückler an der sächsisch-polnischen Grenze. Dies alles getaucht in eine einzigartig düstere Atmosphäre.

Dieses Buch bietet neben einzigartigem ästhetischen Genuß auch noch etwas anderes: Das Erwecken der Lust, selbst einmal auf "Geistersuche" zu gehen!

Bewertung: 5 von 5

Sonntag, 13. April 2008

Kurztrip mit Hindernissen

Eigentlich hatte ich heute nur vor, eine kurze Fototour ins Weindörfchen Diesbar an der Elbe zu machen. Allerdings hinderten mich diverse Straßensperrungen (die sich auf dem Rückweg als Luftnummern entpuppten) daran, den direkten Weg (etwa 20 Kilometer ) zu nehmen und zwangen mich auf einen riesigen Umweg. Zum Glück, möchte man meinen, passierte ich neben dem relativ uninteressanten Friedhof von Wildenhain auch die sehr beeindruckende Kirche von Wantewitz bei Großenhain. Für ein Minidorf wie dieses ein völlig überdimensioniertes Gebäude.

Diesbar war - wie erwartet - völlig von Tagestouristen überlaufen. Dem geneigten Ausflügler sei dringend ans Herz gelegt, dort per Fahrrad zu erscheinen, für eine Parkplatzsuche lässt man nämlich arg Nerven. Mir fehlte außerdem zum Ende die Zeit, mir das Schloß anzusehen, ich muß also nochmal hin. Die Bilder des Tages gibt es hier.

Sonntag, 30. März 2008

Neue Lokalrunde

In den letzten beiden Tagen sind durch Fototouren in Zeithain und Strehla insgesamt 114 neue Bilder entstanden, die man hier und hier findet. Der Friedhof in Strehla war mit seinen zahlreichen historischen Reliefs, Figurinen und Gräbern sehr beeindruckend, aber ein Spaziergang an der Elbe ist auch dort sehr reizvoll. Mir ist sicherlich das eine oder andere Detail noch durch die Lappen gegangen, ich werde also bei passender Gelegenheit nochmal vor Ort aufkreuzen.

Montag, 24. März 2008

Weg mit dem Osterspeck!

Die letzten Tage haben wir wieder genutzt, um ein wenig samt Junior die Gegend zu erkunden und die "dank" zahlreicher Schokoladengeschenke angefutterten Pfunde wegzuspazieren. Selbstverständlich wird dann immer die Kamera mitgeführt, um im Fall der Fälle "schußbereit" zu sein. Heute habe ich mich dann allein etwa 12 Kilometer elbaufwärts in die Gemeinde Hirschstein begeben, um in der Umgebung des dortigen Schlosses ein wenig auf geschichtsträchtigen Pfaden zu wandeln. Wer also auch noch nicht wußte, dass der Ursprung der Redewendung "mit dem ist nicht gut Kirschen essen" aus meiner Region stammt, sollte sich einmal die Fotos des Osterwochenendes an dieser Stelle ansehen.

Sonntag, 9. März 2008

Zeitreise

Heute habe ich mich auf meiner Fototour ein wenig der Familiengeschichte gewidmet und bin in das Herkunftsdorf meiner Eltern gereist. Ich habe schon seit Jahren nicht mehr am Grab meines Großvaters gestanden, war schon ein merkwürdiges Gefühl, gerade weil er mir doch schon viele Jahre fehlt. Das Grab meines - im Alter von nur 34 Jahren verstorbenen - Onkels fand ich nicht mehr. Nach Auskunft meiner Eltern ist es mittlerweile schon eingeebnet worden, ich finde das etwas traurig, haben doch meine beiden Cousinen nicht mal mehr einen aufsuchbaren Ort, wo ihr Vater liegt. Aber wenn niemand die Kosten und den Pflegeaufwand nach den üblichen 20 Jahren übernehmen will...

Im Grunde genommen habe ich in dieser Gegend große Teile der 70er verbracht, allerdings ist nicht mehr viel im damaligen Zustand. Die Zeiten ändern sich eben, auch wenn ein Teil meiner Familie nach wie vor dort wohnt. Aber man verbindet eben noch Einiges mit den Orten seiner Kindheit.

Montag, 3. März 2008

Ich bin nicht vom Gewerbe!

Heute zog es mich trotz Sturms "Emma" (bis jetzt 5 Tote in Deutschland) hinaus, um mal wieder die Fotoausrüstung spazieren zu führen. Ich habe mich diesmal zwei Riesaer Friedhöfen und einigen in verschiedenen Stadtteilen stehenden Monumenten gewidmet. Wie hier zu sehen ist, hat sogar noch der olle Wladimir Iljitsch seinen Platz, wenn auch nicht mehr so zentral wie zu DDR-Zeiten sondern versteckt auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof am Rande der Stadt.

Auf Friedhöfen zu fotografieren ist immer eine etwas zwiespältige Angelegenheit. Ich fühle mich immer wie jemand, der etwas Verbotenes tut. Laut aushängender Friedhofsordnung sind jedoch nur gewerbliche Aufnahmen untersagt und nein - dem Gewerbe gehöre ich nicht an! Glücklicherweise waren durch den Sturm keine Leute unterwegs, so ungestört habe ich es eigentlich am liebsten.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Neujahr auf dem Friedhof

Eine weise Entscheidung, gestern unsere Familienkutsche bei meinen Eltern abzustellen. Die Ballerfraktion entblödete sich um Mitternacht schließlich nicht, ihren Böllerkram genau zwischen den parkenden Karossen zu zünden. Da lacht das Versichererherz!

Sei es drum, ich nutzte heute vor der Abholung unseres fahrenden Untersatzes die Gelegenheit, etwas auf dem größten Friedhof der Stadt herumzustromern und ein paar Fotos zu schießen.
Leider war das Wetter so trübe, dass ich ein paar Schwierigkeiten mit der passenden Beleuchtung hatte. Man kann zwar vieles nachträglich retten, aber ich muß mich dringend mal mit den technischen Details meiner Kamera und Photoshop auseinandersetzen!