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Donnerstag, 4. November 2010

"Haste Scheiße am Fuß..." - Part Three!

Langsam mache ich mir über meine Alltagstauglichkeit Sorgen. Ich fühle mich derzeit arg an die Folge der Kult-Sitcom "Eine schrecklich nette Familie" erinnert, in der Bud "Dumpfbacke" Kelly für die Teilnahme an einem TV-Sportquiz brieft. Zum Schluss der Vorbereitung ist Kellys Kopf dann zwar randvoll mit allerlei Sportstatistiken und Athletennamen, für die Speicherkapazität mussten dann aber ein paar Basics im Hirn gelöscht werden. Genauso fühle ich mich seit einigen Tagen auch. Schießt sich eine Einser-Klausur und bekommt dann privat kein Bein mehr auf den Boden. Aber wieder einmal hübsch der Reihe nach.

In den Wochen wie dieser, in der ich mich arbeitstechnisch der Spätschicht widme, gehört es zu meinen Aufgaben, den Junior in den Kindergarten zu bringen. Man steht auf, macht Sohnemann Frühstück und begibt sich dann kurz nach Acht auf den Weg - solange das Wetter noch mitspielt, per Rad. Ich greife mir also heute Rucksack und Helm für den Zwerg, der mir schon stolz wie Bolle draußen die Schuhe zum Anziehen hingestellt hat. Ich ziehe also die Tür hinter mir zu und merke in gleichen Moment, dass der Schlüssel noch steckt - innen! Gleich panisches Kopfkino: Handy dabei? Nö, wozu auch, geh ja nicht auf Weltreise. Fahrrad nicht greifbar, da eingeschlossen und Kindergarten knapp 2 Kilometer weg, also zu weit zu Fuß. Letzter Ausweg: meine Eltern, zumindestens um den Kleinen an seinen Bestimmungsort zu bringen. Macht auch 25 Minuten Fußweg, die Sohnemann aber klaglos und mit Interesse durch die Blättermassen stapfend, absolviert.

Also mit Dad automobile Rundtour, da meine letzte Hoffung den Namen meiner Schwiegermutter trägt, da bei ihr ein Ersatzschlüssel geparkt ist. Aber auf der Arbeitsstelle treffe ich sie nicht an und zu Hause geht weder jemand ans Telefon noch wird die Tür trotz Sturmklingelns aufgemacht. Dabei steht das Auto vor der Tür und eine Jalousie ist noch unten - verdammt!

Nächster Anlauf: Schwägerin. Hat die nicht auch einen? Hmmmm...also raus aufs Land. Auto steht da, Glück gehabt! Der Freund empfängt mich mit "Pssst, Nachtschicht..." Geminsames Suchen in den Schlüsselbeständen - kein Ergebnis. Wieder zurück, wieder Anruf bei der Schwiegermutter - keiner da. Letzte Hoffnung: die Großeltern meiner Frau. Vielleicht steckt SchwieMu ja da? Kurzes Telefonat - negativ. Juniors Urgroßeltern versprechen mir allerdings, sich an der Fahndung zu beteiligen und bekommen irgendwann später die Gesuchte doch noch ans Telefon, die mich dann endlich bei meinen Eltern zurückruft. Also wieder Aufbruch - Zweitschlüssel abholen. Dabei plagt mich immer mehr ein Gedanke. Der Schlüssel steckte doch innen - oder doch nicht? Und falls ja, lässt sich dann der Ersatz überhaupt einstecken und schließen?

Gemeinsam mit meinem Geduldigen Senior stehe ich dann schlussendlich vor meiner Wohnungstür. Der große Moment fällt erwartungsgemäß unerfreulich aus. Der Schlüssel geht zwar ins Schloss, drehen läss er sich allem Ruckeln und Drücken zum Trotz aber nicht. Zudem werden wir misstrauisch von ein paar Möbelpackern beäugt, die im Haus einen Umzug stemmen. Sieht ja auch seltsam aus, wie sich gleich zwei an einem Türschloss zu schaffen machen.

Ich will gerade entnervt die vorher rausgesuchte Nummer des Schüsseldienstes anrufen, als meinem alten Herrn noch eine Idee kommt. "Die Tür ist doch nur rangezogen, nicht zugeschlossen oder?" Ich nicke stumm. "Das macht der Schlüsseldienst auch nur mit so einer Art Karte auf, das probieren wir mal. " Ich überlege noch, welches meiner Plastikteile am ehesten Bruch machen darf und finde im Portemonnaie Gott sei Dank noch eine Payback-Punktekarte, um die es nicht weiter schade wäre. Na, wenn jetzt die Möbelfritzen kommen...

Zwei, drei Rüttler und Stochereien später ist die Tür auf. In meiner Familie tummeln sich schon komische Talente...und ich brauch dringend was mit Ginseng!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

"Haste Scheiße am Fuß..." Reloaded

Heute Nachmittag gegen 15.45 Uhr wähnte ich mich wirklich im falschen Film. Nach all den Pleiten, Pech und Pannen der letzten Tage ereilte mich das nächste Desaster.

Die Vorgeschichte: Nach Nachtschicht und dem anschließenden Schlaf radelte ich zum Kindergarten, um den Junior abzuholen. Auf dem Rückweg kurzer Zwischenstop im Supermarkt um ein paar Kleinigkeiten mitzunehmen. Mein üblicher Wagenchip hing diesmal nicht am Schlüsselbund, sondern befand sich noch in der von mir gestern getragenen Hose. Daher Portemonnaie aus dem Rucksack fischen, Euro rausholen, einschieben, Sohnemann in die Kiste setzen, Geldbörse in die Jacke, ab die Post!

Nach nicht mal 5 Minuten waren alle Sachen erledigt, also Kasse, Zeug rauf auf's Band, Griff in die Jacke - Portemonnaie weg! Hektische Blicke in alle Richtungen - nix. Kassiererin Bescheid geben, Einkäufe wieder vom Band holen, umdrehen und zurück in den Laden stürzen war praktisch eins. Mit zunehmender Verzeiflung alle Regale abgefahren, an denen ich war, keine Spur. Personal gefragt, Leute angehauen - nur Kopfschütteln. Es frage sich jeder ehrlich: wie reagiert man selbst, wenn man was findet?

Das enthaltene Geld war weniger das Poblem, ich schleppe eh nie viel Bares mit mir rum, mehr als 20 Euro waren es daher nicht. Aber erst am Samstag das Handy und jetzt das hier - das war einfach zu viel. Besonders bizarr, dass während ich kurz vor dem Hyperventilieren stand, der Kleine alles für einen großartigen Spaß hielt und demzufolge bester Laune war. Ich rechne mir also demzufolge den zeitlichen und finanziellen Aufwand für die den Ersatz/die Sperrung von Personalausweis, Führerschein, Krankenkassen - und EC-Karte aus, als ich den Laden irgendwann ergebnislos verlasse.  beim Losschließen des Fahrrads spricht mich noch eine ältere Dame an, die das ganze Drama mitbekommen hat. "Es gibt halt keine ehrlichen Menschen mehr" meint sie bedauernd. "Das Geld wird rausgenommen, der Rest fliegt in die nächste Mülltonne - schlimm sowas."

Zu Hause angekommen ziehe ich mir aus dem Netz erst einmal alle Informationen zum Procedere bei Verlust von Dokumenten - herzlichen Glückwunsch aber auch! Ich wappne mich schon für den Bericht an meinen familiären Finanzminister, als es eine Stunde nach geschehen des Ganzen an meiner Tür klingelt. Und das Wunder geschieht. Die nette Dame vom Fahrradständer steht nebst Ehemann vor der Tür und überreicht mir strahlend das Corpus delicti mit vollständigem Inhalt. Es muss mir wohl im Vorraum des Supermarkts im Sichtfeld des dortigen Bäckerstands aus der Jackentasche geflogen sein und gelangte so in die Hände der Lady hinter dem Tresen. Die durchforstete daraufhin die Börse nach einer Telefonnummer (erfolgslos, wir stehen auch nicht mehr im Telefonbuch) und kam wohl mit besagtem Paar ins Gespräch - manchmal ist Smalltalk auch zu etwas Nutze! Die beiden erklärten sich bereit das Fundstück bei mir abzuliefern und weigerten sich dann hartnäckig, auch nur den geringsten Finderlohn von mir anzunehmen. ich bin dann nochmal eine Runde gefahren und hab mich bei allen Beteiligten ausführlich bedankt. Mein Menschenbild ist heute wieder etwas optimistischer geworden, aber dank der andauernden Pechstähne hatte ich selbst bei simplen abendlichen Schnippelarbeiten in der Küche ein ungutes Gefühl. Bei meinem derzeitigen Lauf säge ich mir noch halbe Finger ab...

Sonntag, 24. Oktober 2010

Ein mieses Wochenende

"Es gibt Tage, da bleibt man besser im Bett". Dies ist keine besonders neue Weisheit. Aber wenn ich nun auf dieses ausklingende Wochenende zurückschaue, muss ich dem unbekannten Verfasser dieses Satzes sehr recht geben. Gestern wieder 4.45 Uhr aufstehen, um die sechste Frühschicht abzureißen, nach einer kurzen Pause der eigentlich zur Entspannung geplante Besuch eines hier stattfindenden Box-Events mit dem besten Freund. Die sportliche Qualität - gerade des Hauptkampfs - war allenfalls mäßig, zu allem Überfluss bemerkte ich auf dem Heimweg noch den Verlust meines Handys. Die sofortige Umkehr und Suche vor Ort verlief natürlich ergebnislos, das Ding wird sicherlich in den nächsten Tagen bei Ebay auftauchen. Auch wenn das Teil nicht sehr neu war und die SIM-Karte sofort gesperrt wurde, ärgert mich das doch, gerade weil Fotos von Sohnemann drauf sind.

Natürlich hat man an dem Abend ein, zwei (vielleicht auch drei) Bier getrunken, aber muss man deswegen gleich am Tag danach verkatert sein? Früher hat man ganze Nächte durchgefeiert und war trotzdem morgens einigermaßen fit. Man wird wohl wirklich alt... Dummerweise hatte ich meinem alten Herrn noch die Mithilfe bei ein paar Umräum- und Transportarbeiten zugesagt - mit Kopfschmerzen wirklich eine tolle Erfahrung! Dazu scheiterte am Mittag noch die Ersteigerung zweier Bücher im Netz, langsam sollte ich wohl besser mal ins Bett gehen, bevor noch mehr gegen die Wand läuft. Morgen aufgrund einer Weiterbildungsmaßnahme nochmal früh raus - mir reichts!

Montag, 23. August 2010

DVD-Rezensionen (198): Der Maulwurf als Filmstar (1987-1988)

(Cover: Amazon.de)

An und für sich ist gegen diese DVD mit dem liebenswerten Racker aus unserem Nachbarland nichts einzuwenden. Liebevoll gezeichnet wie immer, gewaltfrei und mit so manchem Aha-Effekt für Kinder versehen. Der Knackpunkt liegt eher in der Zusammenstellung dieser Scheibe. Im Gegensatz zu den auf den meisten anderen Ausgaben dieser Edition vertretenen 5 bis 14 Minuten langen Episoden hat man es hier mit zwei etwas weniger bekannten Halbstündern aus den Jahren 1987 (Der Maulwurf und Medizin) und 1988 (Der Maulwurf als Filmstar) zu tun. Da die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspanne von Kindern bekanntlich begrenzt ist, sollte man daher diese doch recht langen Brocken nicht gerade den Kleinsten vorführen.

Inhaltlich gibt es nix zu meckern. Der hilfsbereite Maulwurf sucht in einer Episode eine Medizin für die erkrankte Maus und muss dafür eine abenteuerliche und sehr lehrreiche Reise um die Welt unternehmen. In anderer Geschichte bekommt es der kleine Wühler mit den Schattenseiten des Ruhms als Filmstar zu tun. Auch das vielleicht für die Jüngsten etwas kompliziert zu begreifen.

Die Bildqualität ist nicht sonderlich gut und keineswegs mit heutigen Hochglanzproduktionen zu vergleichen. Immerhin verfügen die im unrestaurierten Bildformat 4:3 vorliegenden Episoden über das Tonformat Dolby Digital 2.0, Bonusmaterial fehlt hingegen völlig. Für Sammler sicherlich ein Grund zuzuschlagen, wer dem Nachwuchs jedoch erst einmal die Figur nahebringen will, sollte zu anderen DVDs wie beispielsweise "Der kleine Maulwurf und seine Abenteuer mit dem Igel" aus der gleichen Reihe greifen.

Bewertung: 4 von 5

Montag, 19. Juli 2010

DVD-Rezensionen (192) - Dora-Die Stadt des verlorenen Spielzeugs (2008)

(Cover: Amazon.de)

Die Kombination "Kinder und Fernsehen" ist bekanntlich so eine Sache. Das elterliche Gewissen lässt sich aber meistens sehr gut beruhigen, wenn man der Meinung sein kann, seinem Nachwuchs etwas pädagogisch Wertvolles zukommen zu lassen. Dies ist bei der Nickelodeon-Serie "Dora" (OT: "Dora the Explorer") durchaus der Fall. Ursprünglich entwickelt, um den Kindern der sogenannten "Hispanics" in den USA bei der Erlangung englischer Sprachfertigkeiten behilflich zu sein, ist die Serie durch ihre gelungene Machart auch bestens für deutsche Kinder geeignet.

Der Ablauf der Folgen ist immer gleich und vermittelt somit eine vertraute Sehroutine. Die siebenjährige Dora und ihr Begleiter, der Affe Boots, haben ein Problem zu lösen, für das sie jedesmal 3 Stationen zu durchlaufen haben. An diesen stellen sich Aufgaben, die durch Zuordnung von Gegenständen, Aufmerksamkeit beim Betrachten des Bilds, einfache mathematische Beispiele oder ähnliche Herausforderungen gemeistert werden müssen. Bei dieser Gelegenheit kommen immer wieder englische Vokabeln oder Redewendungen ins Spiel, so dass die kleinen Zuschauer auf verschiedenste Weise herausgefordert werden. Die permanenten Wiederholungen machen das Anschauen für Eltern zwar etwas anstrengend, aber man ist ja schlließlich auch nicht die Zielgruppe...

Enthalten sind insgesamt 4 Episoden ("Das verschwundene Spielzeug", "Der verschwundene Bär", "Kuhflug und Klebeband" und "Auf Beerensuche") von jeweils etwa 23 Minuten Länge. Warum zwei Geschichten normal im Menü aufgeführt und zwei separat als Bonusfolgen angewählt werden müssen, erschließt sich mir zwar nicht wirklich, dies trübt den Gesamteindruck aber kaum. Bild und Ton (Fullframe und Stereo; Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Irisch) sind für diese Art von DVD eher nebensächlich, aber ordentlich. Insgesamt gesehen sehr empfehlenswert für Kinder ab dem dritten oder vierten Lebensjahr. Als Zugabe gibt es eine Folge der computeraninmierten Serie "Backyardigans - Die Hinterhofzwerge".

Bewertung: 5 von 5

Dienstag, 13. Juli 2010

DVD-Rezensionen (191): Der Mondbär (3 DVD-Collection) (2008)

(Cover: Amazon.de)

Die Buchvorlage von Rolf Fänger und Ulrike Möltgen war eine der ersten Gute Nacht-Geschichten, die unser Sohn vorgelesen bekam. Und da Junior seinen Mondbär über alles liebte, wurde dann auch diese zauberhafte Verfilmung in Form von 22 Folgen, verteilt auf 3 DVDs, angeschafft.

Zur Handlung: der kleine Mondbär lebt mit seinen Freunden wie dem als Herold fungierenden Trommelspecht, dem immer vorlauten Hasen, dem weisen alten Dachs und vielen anderen im Wald. Immer wieder geraten sie in neue Abenteuer, sei es nun eine Schatzsuche, die anstrengende Beaufsichtigung der vorlauten Entenkinder oder Sportwettbewerbe im Wald. Und da ist ja schließlich auch noch der stets hungrige Fuchs Reineke... 

Auch wenn man Kleinkinder natürlich nicht allzu oft und lange an den Fernseher setzen sollte - diese Serie kann wirklich vorbehaltlos empfohlen werden. Ruhig und ohne hektische Passagen, gewaltfrei (selbst der den Tieren nachstellende Fuchs ist eigentlich kein schlechter Kerl und ist liebenswert-tollpatschig dargestellt) und mit schöner und zum Mitsingen animierender Musik ausgestattet. Die in kräftigen Farben gezeichneten Figuren und Örtlichkeiten wirken überaus plastisch und 3D-artig, ein sehr schönes visuelles Erlebnis für Kinder mit vielen Lerneffekten ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade der Mondbär steht für Freundschaft, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft - auf diese nette Art dürfen sehr gern Werte vermittelt werden.

Die (Format 16:9 anamorph codierten) Episoden von insgesamt 266 Minuten Lauflänge sind in Dolby Digital 5.1 sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfügbar. Sollte also jemand der frühkindlichen Fremdsprachenerziehung nahestehen - hier findet er ein sehr gutes Instrument dazu. Bild und Ton sind ausgezeichnet, dazu ein günstiger Preis - zuschlagen!

Bewertung: 5 von 5

Dienstag, 25. Mai 2010

Nachtgedanken (091)

Da ich heute durch Arbeit mit zugehörigem Frühaufstehen, gleich zwei Geburtstage im engsten Familienkreis und solistische Juniorbeaufsichtigung platt wie lange nicht mehr bin, an dieserStelle nur ein paar "Nachtgedanken" zum passenden Thema Schlaf, heute "Komm, o Nacht!" von Julius Sturm (1816-1896).

Komm, o Nacht! – und nimm mich hin,
Daß ich schlafend mich vergesse,
Länger nicht mit wachem Sinn
Meines Kummers Tiefen messe.

Schlafe, müdes, wundes Herz
Deine Klagen sind vergebens.
Schlaf ist Balsam deinem Schmerz,
Traum die Blüte meines Lebens.

Dienstag, 30. März 2010

DVD-Rezensionen (185): Der kleine Maulwurf und seine Abenteuer mit dem Igel (1969-1975)

(Cover: Amazon.de)

Mit der DVD "Der kleine Maulwurf und seine Freunde" hatte ich ganz gewaltig danebengegriffen, ließen doch die neu produzierten Folgen voll und ganz den Charme der alten Episoden vermissen. Auf dieser Ausgabe sieht das doch freilich ganz anders aus, da hier insgesamt sieben Folgen aus dem Zeitraum 1969 (nicht 1968, wie auf dem Cover angegeben!) und 1975 enthalten sind, darunter einige der zauberhaftesten, die jemals hergestellt wurden, wie beispielsweise "Der Maulwurf und der grüne Stern" (1969) oder "Der Maulwurf und der Fernseher" (1970), in der der kleine Frechdachs - ganz und gar politisch inkorrekt - einen alten Freizeitgärtner derart neckt, dass der gleich zur chemischen Keule greifen will. Alleine der eine Art tschechisch-französischen Fantasie-Mischmasch sprechende TV-Experte ist zum Schießen!

Zwar sind die Folgen unrestauriert, was deren Alter teilweise recht deutlich zum Vorschein treten lässt, dies machen jedoch die kindgerechten Geschichten, die genau die richtige Länge von etwa fünfeinhalb bis achteinhalb Minuten besitzen, allemal wett. Mein Sohn ist jedenfalls immer schwer begeistert und steht damit seinem alten Herrn, der auch schon mit dem kleinen schwarzen Racker aufwuchs, in nichts nach.

Kritikpunkte gibt es allenfalls an der etwas lieblosen Aufmachung, dem mit gerade einmal 44 Minuten recht mageren Inhalt (Bonusmaterial ist ebenfalls Fehlanzeige) und der bereits erwähnten mauen Bildqualität. Immerhin liegt der Ton in Dolby 2.0 vor. Eltern mit kleinen Kindern - zugreifen!

Bewertung: 4 von 5

Montag, 8. März 2010

Viva magistratus!

Eine meiner seltsamsten Charaktereigenschaften ist meine große Begeisterungsfähigkeit für neue Dinge, die sich im Starten von immer neuen Projekten manifestiert, die ich eine Zeitlang sehr intensiv verfolge. Das wäre wohl wirklich schlimm, wenn ich sie dann nach einer Weile still und leise wieder zu Grabe tragen würde, aber bei mir entwickelt sich das dann meistens so, dass etwas Ruhe in der Angelegenheit einkehrt und bei Wiederaufflammen des Interesses erneut Vollgas gegeben wird.

So ging es mir bei der Erforschung meiner Familiengeschichte, die durch die zeitintensive Beschäftigung mit Sohnemann und Fernstudium erst einmal zum Erliegen gekommen war. Doch nun hab ich zwischen den Semestern etwas Freizeit und in diese Lücke bin ich mit neuem Bemühen gestoßen, was sich gleich darin äußerte, dass heute das lokale Stadtarchiv Opfer meines Wissensdurstes wurde. Die sehr nette Angestellte suchte mir flugs die von mir gesuchten Sterbedokumente meiner Urgroßeltern väterlicherseits (ich beschränke mich bei meinen Forschungen auf die paternale Linie meines Stammbaums, ich gehe also nur in der Geschichte meines Familiennamens zurück) heraus, die gewünschten Kopien bekam ich entgegen der Gebührensatzung sogar gratis - nie wieder was Schlechtes gegen Verwaltungsbeamte!

Auch wenn es mir bei den Unterlagen hauptsächlich um Material für das eigene Archiv ging, zwei neue Erkenntnisse konnte ich trotzdem gewinnen: Erstens lebten meine väterlichen Vorfahren mindestens 60, wahrscheinlich aber über 80 Jahre unter der selben Adresse im Dorf Zeithain bei Riesa, zweitens fand ich unter dem Punkt "lebend geborene Kinder" bei meiner 1978 im Alter von 88 Jahren verstorbenen Urgroßmutter die Zahl 4 vor, was eine komplett neue Information darstellt, da sowohl mein Vater als auch mein Onkel nur jeweils eine Schwester und einen Bruder ihres Vaters kannten. Dieses 4. Kind kann nicht alt geworden sein, da in der Spalte "davon verstorben" eine 1 eingetragen ist. Um dieses bisher unbekannte Mitglied der Familienlinie zu finden, werde ich wohl wieder einmal die Kirchgemeinde Zeithain um Hilfe bitten müssen.

Und noch auf einem ganz anderen Teilbereich bin ich fündig geworden. Wie hier bereits beschrieben, stammen meine väterlichen Vorfahren aus dem oberschlesischen Dorf Proschlitz, heute Proślice, in Polen. Ich bin im Zuge meiner Internetrecherchen auf eine polnische Foto-Webseite gestoßen, die sich mit Friedhöfen beschäftigt. Unter anderem hat einer der Autoren auch den Proschlitzer Friedhof besucht und dort Fotos von deutschen Gräbern angefertigt. Ich werde ihn einmal anschreiben, vielleicht finde ich ja dort noch Spuren meiner Vorfahren, schließlich wanderte mein Urgroßvater erst um 1910 nach Sachsen ein.

Es bleibt spannend und ich bin wieder mitten drin!

Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 3. März 2010

DVD-Rezensionen (182): Der kleine Maulwurf und seine Freunde (1995-97)

(Cover: Amazon.de)

Eines meiner liebsten Hobbies der letzten Jahre ist für mich, mir per DVD die Kinder- und Jugendzeit zurückzuholen, da dankenswerterweise immer mehr TV-Klassiker der damaligen Jahre auf diesem Medium veröffentlicht werden. Ab und an greift man aber dann doch daneben und das ist beispielsweise bei dieser Scheibe der Fall.

Wie viele andere meiner Altersgenossen habe ich den kleinen Maulwurf heiß und innig geliebt und bei seinen Abenteuern mitgefiebert. Allerdings war mir gar nicht bewusst, dass die tschechische Trickreihe in den 1990er Jahren fortgesetzt wurde. Auf dieser DVD befinden sich ausschließlich 12 Folgen aus dieser Zeit. Leider muss man konstatieren, dass zum Teil 30 Jahre ältere Episoden deutlich mehr kindgerechten Witz und Spaß zu bieten hatten als diese seelenlosen Allerweltsgeschichten. Zudem wird auch in technischer Hinsicht eher ein Rück- als ein Fortschritt sichtbar. Natürlich sieht der Maulwurf immer noch wie gewohnt aus, doch gerade was die Faktoren Umgebung und andere Protagonisten betrifft, fällt doch ein recht erkleckliche Veränderung auf - leider zum Schlechteren!

Besonders über die Folge "Die Geburt" lässt sich diskutieren. Ob Kleinkind-Aufklärung mittels einer doch recht drastisch gezeichneten und soundtechnisch bedrückend untermalten Hasengeburt der beste Weg ist? Zudem wird viel geweint, etwas, das ich von den Klassikern eher weniger in Erinnerung habe. Und auch Kleinigkeiten runden den mangelhaften Eindruck dieser DVD ab - Schlampigkeiten wie der Schriftzug "Der kleine Maulwurf und der Schneeman [sic!]" sind einfach ärgerlich. Leider ein Fehlkauf, allerdings nicht abgrundtief misslungen. Bild und Ton (Stereo) sind ordentlich, wenn auch nicht außergewöhnlich gut, Bonusmaterial sucht man hier freilich vergebens.

Bewertung: 2 von 5

Sonntag, 10. Januar 2010

The boys are back in town...

Ohne große Probleme haben wir den samstäglichen Konzerttrip zu Depeche Mode nach Berlin überstanden, hier ein kleiner Bericht mit dem Ablauf des gestrigen Tages:

Den Junior bei den Schwiegereltern abgeliefert und 11.30 Uhr in den Zug (aus Sicherheitsgründen einer früher als ursprünglich geplant) geklettert und dort unsere Chemnitzer Freundin getroffen. In Berlin sind wir mit gerade einmal 15 Minuten Verspätung eingelaufen - elende massenmediale Panikmache

Eigentlich wollten wir gleich zum Berliner Ostbahnhof, wir haben aber kurzfristig umdisponiert, sind direkt zum Hauptbahnhof weitergefahren und haben uns dort ein wenig die Zeit vertrieben. Die Location ist ein toller Bahnhof, für meinen Geschmack gestern aber arg zugig und kalt. Gegen 17.45 Uhr ist man zum eigentlichen Ziel aufgebrochen. Man musste da ein wenig improvisieren, die Züge hatten alle zwischen 5 und 120 Minuten Verspätung, aber die drei Stationen innerhalb der Hauptstadt waren dann auch nicht das Problem. 

Die Mädels haben sich auf'm Bahnhofsklo ein wenig aufgerüscht, während ich draußen wartete. In der Zeit kamen noch zwei SMS eines Online-Bekannten an, u.a. mit der Mitteilung "Sind jetzt in der Halle, stehen ziemlich weit vorne links". Bis wir dann vor Ort waren, ohne Warten eingelassen wurden, Jacken abgegeben waren etc. muss es wohl so gegen 19 Uhr gewesen sein, als ich den Innenraum der O² World betrat. Da sowohl die Göttergattin als auch unsere Bekannte enge Menschenmassen kreislaufmässig nicht besonders gut vertragen, wollten sie sich weiter hinten hinstellen, während ich mich auf die Suche nach meinem mir bisher nur aus dem Internet bekannten Onlinekontakt machte. Ich wollte ihn gerade anrufen, als ich ihn auch schon erblickte - der Herr ist mit seinen 1,96m nicht zu übersehen! Da es vorne links an der Bande zu den Sitzplätzen (etwa 5. Reihe) lange Zeit sehr gesittet zuging, kam sogar noch mein Anhang mit nach vorne, so dass wir das Konzert ungewohnterweise zusammen erleben konnten.

Im abgesperrten Raum gleich links von uns tummelte sich allerlei Prominenz, irgendwann stand Mute-Boss Daniel Miller knapp zwei Meter entfernt von uns und schmiss sich für ein Handyfoto noch extra in Pose. Auch Keyboarder Gordeno hat da für eine Weile rumgelümmelt. Highlight auf den Sitzplätzen: ein "Dave anno '87"-Clone mit weißen 501 und "Music For The Masses"-T-Shirt - yeah!

Nitzer Ebb fingen als Vorband gegen 19.40 Uhr schon eher an als gedacht, die Halle war da noch relativ spärlich besetzt, gerade auf den Rängen. Musik war okay, es hat mich aber jetzt nicht wirklich vom Hocker gerissen, mir ist das dann irgendwann zu gleichförmig geworden. Aber höflicher Applaus bis echte Begeisterung, kein Buh-Geschrei und auch keine Kartenwedler. Bei einem Depeche Mode-Konzert eine eher ungewohnte Erfahrung. Auftritt wurde von Dave Gahan und Martin Gore (mit Fellkapuzen-Anorak auf'm Kopp) von der Bühnentreppe aus verfolgt, etwa 5 Meter vor unserer Nase. 

Die Göttergattin hatte etwas mit drängelnden Kiddie-Mädels zu kämpfen, als wir die Plätze getauscht haben, war Ruhe. Dafür wurde die Frau meiner Begleitung mit einer Bierdusche bedacht. Werde diese Oberkellner, die durch die Masse mit ihrem Saufzeuchs müssen, nie verstehen...

Punkt 21 Uhr ging's los. Erstaunlich gut: Dave's Gesang, auch wenn Mr. Gore bei seinen Solosachen manchmal erstaunliche Stimmakrobatikübungen veranstaltete. Nicht übel...  Die Video-Projektionen der Bühne fand ich eher öde, zudem fehlten einige auf der Sommertour gezeigten Clips. Und "In Your Room" (eigentlich mein DM-Lieblingssong) kann mir live solange gestohlen bleiben, wie sie nicht die Albumversion spielen. Mit den "Sounds Of The Universe"-Songs kann ich mich bis auf "Wrong" nach wie vor wenig anfreunden, dafür kam "Home" so runterreduziert wie gestern vorgetragen sehr gut!

Grenzwertig: der Sound. Stellenweise waren die Mikros plötzlich zu leise (gerade bei Sangeswechsel Gahan/Gore und zurück). Dafür wummerte es bass- und drummäßig wie Hölle. Klar, der Eigner drischt manchmal wie ein Berserker auf die Felle, aber bei "I Feel You" war es selbst mir fast zu viel. Übelster Druck auf der Brust und laut, laut, laut! Ich hab gedacht, meine Damen klappen mir ab... Junge, Junge, das schüttelte aber den Rost aus den Knochen... Beim "Never Let Me Down Again"-Armewedeln hab ich mich einfach mal umgedreht und die Kulisse genossen - Wahnsinn in der Riesenhalle!

Die Setlist des Abends:

In Chains
Wrong
Hole To Feed
Walking In My Shoes
It's No Good
A Question Of Time
Precious
World In My Eyes
Insight
Home
Miles Away / The Truth Is
Policy Of Truth
In Your Room
I Feel You
Enjoy The Silence
Never Let Me Down Again

Zugaben:

One Caress
Stripped
Behind The Wheel
Personal Jesus

Dann ab zur Aftershow-Party, bissel im Schneesturm angestanden und viele Leute endlich einmal live getroffen, die ich aus dem Internet teilweise seit sieben Jahren kenne. Außerdem gesichtet: die Sänger von DE/VISION und Melotron.

Die Rückfahrt verlief ohne Probleme, fühl mich jetzt dafür, dass man so lange on Tour war, auch noch ganz zivil. Insgesamt ein Tag mit 26,5 Stunden auf den Beinen, da man erst gegen 9 Uhr morgens ins Bett kam. Aber: Berlin ist auch bei Schnee und Sturm immer eine Reise wert!

Freitag, 1. Januar 2010

Neues Jahr, neues Glück

"Tja, Annemarie..." wie Professor Dr. Dr. Dathe zu sagen pflegte, nun sind wir also im Jahr 2010 angekommen. Es war eine kurze Nacht, denn zehn vor sechs geruhte der Nachwuchs aufzuwachen und logischerweise seine alten Herrschaften auch zum Aufstehen zu zwingen. Aber da wir daheim nur  eine Pizza kreiert und gemampft, Wii gezockt und ein wenig Partymusik gehört hatten und den Alkoholkonsum in äußerst übersichtlichen Grenzen hielten, ließ sich das auch verschmerzen. Also auf ein Neues und Prost!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Neue Urlaubsfotos (IV & Schluss)

So..."mangels Masse" die letzten zwei Tage vor der Rückreise zusammengefasst. Am Dienstagvormittag nur ein kurzer Bummel durch das neblig-nieselige Bad Frankenhausen. Am Mittag dann die eigentlich schon am Tag zuvor geplante Tour nach Bilzingsleben. Am Anfang kam mir der das Gelände bewachende Knabe etwas arrogant vor (vielleicht Frust, in so einer abgelegenen Gegend Dienst schieben zu müssen), das gab sich dann aber schnell, vielleicht auch, weil ich mir durchaus einbilde, etwas von der Materie zu verstehen und man daher schnell ins Fachsimpeln kam. Ich beschäftige mich mit dem Thema seit fast 30 Jahren und hab ordentlich Literatur dazu im Regal, teilweise mehrere Jahrzehnte alt. So bekam ich neben dem obligatorischen Film noch eine nette Privatführung durch das Gelände, gegen eine kleine Spende durfte ich trotz des bestehenden Fotografierverbots ein paar Bilder schießen, in der mittlerweile über der Fundstelle errichteten Halle hab ich es aber gelassen, durch gewölbte Plexiglasscheiben gemachte Fotos werden nie sonderlich gut. Aber gerade durch die Gottverlassenheit und den wieder dunkel bewölkten Himmel hatte das überschaubare Gelände erneut eine tolle Atmosphäre zu bieten, ich fahre da gerne wieder hin.

Am Nachmittag sind wir nochmal in Richtung Wiehe gefahren, weil wir am Tag vorher ein paar Hinweisschilder mit der Aufschrift "Erlebnistierpark" gesehen hatten, ohne freilich genau zu wissen, wo sich dieser befindet. Die Tour führte uns schlußendlich nach Memleben, wo wir dann vor verschlossener Tür standen - Ruhetag! Gleich gegenüber befindet sich das ehemalige Kloster, immerhin der Sterbeort von Heinrich I. und Otto I.. Das wäre zwar für mich echt was gewesen, aber das wollte ich Frau und Kind nicht antun... Aber ganz bestimmt in absehbarer Zeit ein Besuchsziel, zumal sich auch das durch den spektakulären Fund der Himmelsscheibe bekannt gewordene Nebra gleich um die Ecke befindet. Somit also ein vertaner Nachmittag...

Am Mittwoch dann vormittags nochmal kurzes Shopping mit ein paar Fotos entlang des Weges, Mittags bin ich dann auf einam alternativen Pfad nochmal auf den Schlachtberg gewandert, um mir endlich Werner Tübkes Monumantalbild mit dem etwas sperrigen Titel "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" anzusehen. Drinnen ist Fotografieren natürlich nicht erlaubt. Sehr beeindruckend und toll ausgeleuchtet, man kann sich inmitten des Bilds hinsetzen und ringsherum schauen. Ich gönnte mir daher gleich zwei Führungen, bevor ich mich wieder an den Abstieg, nun auf einer dritten Route, gemacht hab.

Nachmittags noch ein wenig Kinderbespaßungsprogramm mit einem Besuch des "Märchenreichs Teichtal" in Hainrode. Kann man mal anschauen, muss man aber nicht...

Am Donnerstag ging es wieder nach Hause. Gerne wieder!

Freitag, 9. Oktober 2009

Neue Urlaubsfotos (II)

Heute nun die Bilder vom letzten Sonntag. Am Vormittag mußte man natürlich die grandios schiefe Oberkirche heimsuchen, der Anblick ist schon wirklich der Hammer! Ein weiteres Ziel: der Hausmannsturm.

Ich habe mir in all den Tagen dort während der Mittagszeit, als Sohnemann und Göttergattin Siesta gehalten haben, ein wenig Kultur- und Bildungsprogramm verordnet. Am Sonntag war das Ersteigen des Schlachtbergs dran, ich bin also nochmal durch ein paar nette Gassen an der Oberkirche vorbei gewandert und hab noch einen kurzen Halt auf dem örtlichen Friedhof eingelegt. Es gibt kürzere Wege auf den Berg, ich hab mich allerdings für einen historischen Pfad entschieden, der seinen martialischen Namen "Blutrinne" deswegen trägt, weil nach der Schlacht bei Frankenhausen am 15. Mai 1525 das Blut der getöteten 6000 Bauern diesen Weg den Berg heruntergeflossen sein soll. Wenn man wie ich an diesem Tag bei aufziehenden dunklen Wolken alleine diesen Hohlweg hochsteigt, hat das schon was Beklemmendes, auch wenn die bis etwa zur Hälfte der Strecke flankierenden Kleingärten etwas deplaziert und somit stimmungsverändernd wirken. Man kommt schlußendlich aus einem "Loch" herausgekrochen und befindet sich damit auf dem ehemaligen Schlachtgelände mit direktem Blick zum Panorama Museum, das ich aus Zeitgründen an diesem Tag vorerst nur von außen inspizierte. Zu diesem Zeitpunkt grandiose Lichtverhältnisse! Anschließend Abstieg über einen anderen Weg und erneut am Hausmannsturm vorbei.

Nachdem der Rest der Familie auch wieder an Deck war, haben wir noch die verbleibende Zeit am Kyffhäuserdenkmal verbracht, ein Ort, an dem ich das letzte Mal vor etwa 25 Jahren war. Sehr zugig da oben! Etwas unterhalb des Denkmalgeländes findet man einen hölzernen Generalfeldmarschall von Hindenburg und vor allem sein in einer Grube liegendes steinernes Vorbild. Ich zitiere aus der Wikipedia:

Am 6. Mai 1939 wurde unterhalb des Kyffhäuserdenkmals das Hindenburgdenkmal von Hermann Hosaeus eingeweiht. Die zehn Tonnen schwere und fünf Meter große Figur ist aus bayrischem Porphyr gearbeitet. Die Statue wurde 1945 umgestürzt und an Ort und Stelle eingegraben. Am 7. Juni 2004 fand der neue Hotelpächter Paul Breul das eingegrabene Hindenburgdenkmal auf seinem Gelände. Da bei den Behörden Unklarheit über den Umgang mit dem Denkmal herrscht, liegt es noch immer nur halb ausgegraben und umzäunt in der Erde.

Samstag, 3. Oktober 2009

Vorübergehend geschlossen...

Ich bin bis zum Donnerstag urlaubs- und fotografiermäßig auf den Spuren des Bauernkriegs in Bad Frankenhausen unterwegs. Also bis später!

Freitag, 28. August 2009

Buch-Rezensionen (157): Kirsten Schielke, Birgit Vitense, Harald Larisch - Was machen wir morgen, Mama? (2009)

(Cover: Amazon.de)

Auf reichlich 90 Seiten im nicht ganz optimalen (da etwas zu großen) Format geben die 3 Autoren etwa 80 Tips für Ausflüge und Sehenswürdigkeiten, die sich speziell an Familien mit Kindern richten. Letztere sollten mindestens 3 bis 5 Jahre alt sein, da sich der Hauptteil der Empfehlungen erst für Nachwuchs ab dieser Altersklasse eignet. Ausnahmen, die auch die Kleineren ansprechen, finden sich beispielweise mit diversen Tierparks, dem Erlebnisdorf "Karl's" in Rövershagen bei Rostock oder dem "Möwentreff" in Prerow. Je nach Urlaubsort können sich die beschriebenen Ideen als ganze Tagestouren gestalten, reichen die im Reiseführer enthaltenen Ziele doch von Warnemünde bis hinter Barth bzw. bis ins Ostseevorland um Bad Sülze. Rechnet man da den dichten Reiseverkehr in diesem Tourismuszentrum mit ein, ist gute Zeitplanung ein Muß.

Auch wenn die eigentlichen Atttraktionen in eher wenigen Sätzen kurz vorgestellt werden, erfährt man doch in den kleingedruckten Informationsleisten am Rand jede Menge nützlicher Fakten, die von Öffnungszeiten, Eintritts- und Parkgebühren, Internetadressen bis hin zur Tauglichkeit für Kinderwagen und anderen Dingen mehr reichen. Ein Anhang mit einem kurzen Rostocker Veranstaltungskalender sowie Adressen von Surf- und Segelschulen bzw. Reiterhöfen rundet das Angebot ab.

Von den beworbenen Gutscheinen (ausgewiesener Gesamtwert: 29,40€, nicht wie bei Amazon genannt, 40€) sollte man freilich keine Wunderdinge erwarten. Etwas Kleinkram, wie eine Kinder-Sonnenblende im Rostocker Zoo oder kleinere Rabattbeträge bei Eintrittskarten, das war's. Aber nur deswegen sollte man dieses durchaus nützliche und informative Buch ohnehin nicht kaufen.

Bewertung: 4 von 5

Mittwoch, 24. Juni 2009

Ich machd'sch platt!

...sagte Kaya Yanars Türsteher Hakan immer so schön. Braucht er heute gar nicht, ich bin's auch so... Job, Kinderbetreung und mangelnder Schlaf sind eben eine teuflische Mischung. Ich brauch' Uuuuuurlaub! Noch 8 Wochen...

Freitag, 22. Mai 2009

DVD-Rezensionen (144): Die zwölf Monate (1956)

(Cover: Amazon.de)

"Die zwölf Monate" gehören zu den beliebtesten Zeichentrick-Produktionen der ehemaligen Sowjetunion. Nach einer literarischen Vorlage des bekannten Autors Samuil Jakowlewitsch Marschak entstand 1956 unter der Regie von Iwan Iwanow-Wano diese Verfilmung der Geschichte um ein von der unbarmherzigen Stiefmutter am Silvesterabend in den nächtlichen und bitterkalten Wald geschickten armen Mädchens, das dort in seiner Not den personifizierten zwölf Monaten begegnet und mit deren Hilfe gegen die Drangsalierungen der Verwandten und der hochnäsigen jungen Königin bestehen kann.

Zwar wird in diesem Film für meinen persönlichen Geschmack ein wenig zu viel der moralische Zeigefinger erhoben, dennoch handelt es sich hier um ein farbenprächtiges und gewaltfreies Märchen, das Kindern zudem noch interessante Dinge über die Natur und den Verlauf der Jahreszeiten vermittelt.

Leider sieht man der DVD das Alter des Films doch recht deutlich an. Massives Bildrauschen, einige Kratzer und Verschmutzungen, viel Mühe wurde sich bei der Konvertierung scheinbar nicht gegeben. Immerhin ist der Stereo-Ton klar und gut verständlich. Der anderen Märchenfilm-DVDs der Firma ICESTORM oftmals beigefügte Bonus-Kurzfilm fehlt hier, bis auf eine vernachlässigenswerte Bildergalerie gibt es kein Extramaterial. Dies ist umso unverständlicher, da der Hauptfilm nur eine Lauflänge von gerade einmal 52 Minuten aufweist. Von daher leichte Abzüge für einen insgesamt empfehlenswerten Film.

Bewertung: 4 von 5

Dienstag, 5. Mai 2009

Nachtgedanken (043)

Da ich ein wenig Wache für meinen kranken Purzel halten muß, der immer mal wieder aufschreckt und weint, ist ein Kindergedicht in den heutigen "Nachtgedanken" wohl angebracht. Autor von "Die Kinder schlummern" ist Gustav Falke (1853-1916).

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede Stunde,
Die uns mit leisem Flügel streift
Und wissen, daß im Dämmergrunde
Der Zeit uns schon die letzte reift.

Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.
So träumt sich's gut. Und keines spricht.
Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln,
Vom Ofen her ein Streifchen Licht.

Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen
Ganz leis. Was es wohl haben mag?
Springt es mit seinen kurzen Beinen
Noch einmal fröhlich durch den Tag?

Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen,
Knisternd verkohlt ein letztes Scheit,
Die alte Uhr hebt an zu schlagen -
Da sprichst du leis: "Komm, es ist Zeit!"

Donnerstag, 30. April 2009

"Outa Time"...

...steht auf dem Nummernschild des DeLoreans in "Zurück in die Zukunft". In etwa so fühlte ich mich heute bei einem arg schrägen Erlebnis. Doch hübsch der Reihe nach.

Meine Wenigkeit ist in dieser Woche dafür verantwortlich, den Familiennachwuchs aus der Kinderkrippe abzuholen. Da nur eine bestimmte Betreuungszeit vereinbart ist, heißt das trotz Nachtschicht für mich: spätestens 14.30 Uhr in der Kita auf der Matte stehen und Junior einsacken. Damit ich das auch nicht verschlafe, wurde der Wecker auf 14 Uhr gestellt. Punkt zur vollen Stunde erwachte ich aus meinem Schlummer und nach einer kurzen Runde im Bad machte ich mich auf den Weg. Normalerweise sitzen die Zwerge um diese Zeit immer an ihren Tischen und mumpeln irgendwelche leckeren Sachen, komischerweise war das Zimmer bei meinem Eintreffen leer. Nur in der hintersten Ecke entdeckte ich eine der Betreuerinnen, die gerade am Schlafanzug eines der Kleinen rumfummelte. Häh, aufstehen erst um die Zeit? Ich blicke auf meine Uhr und mich trifft bald der Schlag - 11.30 Uhr...

Völlig verwirrt und um mich zu vergewissern, ob mein Chronometer einfach stehengeblieben ist, frage ich nach der Zeit und stelle fest, dass ich in meinem Tran tatsächlich volle 3 Stunden zu früh aufgetaucht bin. Komischerweise fühle ich mich gar nicht müde, was ich nach sensationellen 2,5 Stunden Schlaf eigentlich sein müsste.

Also den schon in seinem Mittagsschlaf-Bettchen befindlichen, aber noch wachen Sohnemann angesackt, angezogen, fix mit dem Buggy nach Hause und ihn dort hingelegt. Er pennt sofort ein und muß von mir 15.45 Uhr geweckt werden, ich dagegen schaffe es einfach nicht, noch mal in den Schlaf zu finden. Boaaahhhhhhhhhhh....

PS: Entgegen meines ersten Verdachts hatte ich meinen Wecker nicht falsch gestellt sondern bin aus lauter Zufall exakt 11 Uhr wachgeworden und habe nur die volle Stunde registriert.

PPS: Das Rätsel ist gelöst. Ich werde seit ein paar Tagen mit Anrufen per unterdrückter Rufnummer belästigt. Geht man ran, ist nie jemand zu hören. Und laut meiner Anrufliste (das Handy ist mein Wecker)  klingelte es heute exakt 11 Uhr. Ich hab das im Schlaf wohl weggedrückt und für meinen Weckton gehalten. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...