Posts mit dem Label Ich glotz' TV werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ich glotz' TV werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 12. Februar 2011

Soundtrack Of My Life (030): Culture Club - God Thank You Woman (1986)

Wie ich bereits an anderer Stelle einmal anmerkte, sah es im DDR-TV mit dem Abspielen offizieller Videoclips westlicher Bands bis zum Start des als letzten Rettungsversuchs gedachten Jugendprogramms "Elf 99" im Spätsommer 1989 eher düster aus. Im Radio pfiff man fröhlich auf alle Urheberrechte und jagte von sogenannten "Reisekadern" in West-Berlin besorgte Alben in Gänze über den Äther. So einfach waren bewegte Bilder freilich nicht zu bekommen, man behalf sich da lieber mit in Italien angekauften Promoauftritten der Top-Künstler bei den dortigen Musikfestivals von Sanremo und Saint-Vincent. So bekam ich eben "Stripped" von Depeche Mode, "The Wild Boys" von Duran Duran oder andere Acts statt der bei "Formel Eins" oder MTV laufenden Filmchen auf einer Bühne performt zu Gesicht - immerhin besser als nichts!

Nur ganz selten hatte man irgendwo ein "richtiges" Video ergattert, ich erinnere mich da an "The Jet Set" von Alphaville oder "Lovers In A Dangerous Time" von Bruce Cockburn. Ganz besonders ist mir aber ein anderer Clip in Erinnerung geblieben - "God Thank You Woman" von Culture Club aus dem Jahre 1986 - kurioserweise einer der erfolglosesten Songs der Band, der in seinem Erscheinungsjahr nicht einmal die deutschen oder amerikanischen Top100 erreichte und in Großbritannien auch gerade mal auf Position 31 landete. Dabei finde ich den Track mit seinem funky Rhythmus nach wie vor sehr knackig. Boy George, in diesem Fall vergleichsweise recht zurückhaltend gestylt (man vergleiche das einmal mit dem Video zu "The War Song"!), wackelt sich neben seinen Bandkollegen durch eine Studiokulisse, in die Filmsequenzen der Leinwandgöttinnen Claudia Cardinale, Brigitte Bardot, Sophia Loren und Britt Ekland einkopiert sind. Mehr 80er geht wirklich nicht...

Samstag, 22. Januar 2011

Soundtrack Of My Life (026): Johnny Hates Jazz - Shattered Dreams (1987)

Die heutige Geschichte dreht sich eigentlich weniger um Musik, sondern um - Klamotten.

Bekanntlich kam man in der DDR zwar per Radio durchaus an die gängigen West-Hits, die zugehörigen Musikvideos bekam man aber höchst selten zu Gesicht. Im heimischen TV lief sowas praktisch gar nicht, mit viel Glück konnte man hier, hart am Rand des sogenannten "Tals der Ahnungslosen", mal halbwegs bildrauschfrei "Formel Eins" empfangen, oftmals blieb aber auch das nur Illusion. So kam es, dass ich den Clip des 87'er Hits von Johnny Hates Jazz erst mit einigen Jahren Verspätung so um das Jahr 1992/93 herum erstmals sah. Sänger Clark Datchler stiefelte darin, wenn er nicht mal gerade in schnieke End-Achtziger-Tapete gewandet war, in einer Art 20er Jahre Working Class-Outfit herum, das mir ausnehmend gut gefiel. Ich besorgte mir also umgehend ein paar Hosenträger (meiner Erinnerung nach ein paar hundsteure aus der CAMEL COLLECTION), ein weißes Hemd fand sich noch irgendwo im Schrank, dies mit ein paar Retro-Hosen und passenden Schuhen kombiniert und fertig war mein neuer Ausgehlook, gerne auch vervollständigt durch eine Schiebermütze, ein Familienerbstück. Das war wohl zwar alles andere als 90er Stil, aber mir war das wurscht.

In dieser Zeit pendelte mein Freundeskreis beim wochenendlichen "Pistengang" immer zwischen zwei weit auseinanderliegenden Clubs hin und her. Der eine lag praktisch vor der Haustür, der andere im etwa 150 Kilometer entfernten tschechischen Chomutov. Dort war es Anfang des Jahrzehnts natürlich spottbillig, wie quartierten uns für 14 DM/Nacht in einem Dreibettzimmer ein und waren selbst nach durchfeierter Nacht alles andere als pleite. Ein wenig musste man allerdings aufpassen, ob die dort herumtanzenden Damen rein privat oder aus "gewerblichen" Zwecken anwesend waren. Als mir beispielsweise in einer Freitagnacht die Luft in dem wohl halbillegalen und nicht viel mehr als wohnungsgroßen Etablissement doch zu schneidend wurde, trat ich auf die vorgelagerte Straße und wurde umgehend von zwei sichtlich aufgekratzten Vertreterinnen des Berufsstands angesprochen. Obwohl ich wenig Lust auf ungeplante Finanzausgaben verspürte, wurde mein "Shattered Dreams"-Gedächtnis-Hemd kurzerhand mit zahlreichen Lippenstift-Abdrücken dekoriert, ehe das Duo feixend weiter seines Weges zog. Ich war einfach zu perplex, um dagegen aufzumucken und bei der morgendlichen Inspektion des Kleidungsstücks wirkte das Kussmund-Muster schon wieder in irgendeiner Form cool.

Das wiederum brachte mich auf die verrückte Idee, das Teil in diesem Zustand am wieder in heimatlichen Gefilden verbrachten Samstagabend erneut anzuziehen. Verschwitzt, verraucht, nicht mehr taufrisch? Egal, ordentlich gelüftet und einparfümiert und es war wieder tragbar! Aus heutiger Sicht ist die ganze Geschichte zwar höchstgradig albern und spätpubertär, aber mit dem im Schwarzlicht odentlich hervorstechenden vollgeknutschten Hemd kam man sich in der Kleinstadtdisse wirklich vor wie die coolste Sau im Schweinestall... Danke, Clark!

Donnerstag, 4. November 2010

"Haste Scheiße am Fuß..." - Part Three!

Langsam mache ich mir über meine Alltagstauglichkeit Sorgen. Ich fühle mich derzeit arg an die Folge der Kult-Sitcom "Eine schrecklich nette Familie" erinnert, in der Bud "Dumpfbacke" Kelly für die Teilnahme an einem TV-Sportquiz brieft. Zum Schluss der Vorbereitung ist Kellys Kopf dann zwar randvoll mit allerlei Sportstatistiken und Athletennamen, für die Speicherkapazität mussten dann aber ein paar Basics im Hirn gelöscht werden. Genauso fühle ich mich seit einigen Tagen auch. Schießt sich eine Einser-Klausur und bekommt dann privat kein Bein mehr auf den Boden. Aber wieder einmal hübsch der Reihe nach.

In den Wochen wie dieser, in der ich mich arbeitstechnisch der Spätschicht widme, gehört es zu meinen Aufgaben, den Junior in den Kindergarten zu bringen. Man steht auf, macht Sohnemann Frühstück und begibt sich dann kurz nach Acht auf den Weg - solange das Wetter noch mitspielt, per Rad. Ich greife mir also heute Rucksack und Helm für den Zwerg, der mir schon stolz wie Bolle draußen die Schuhe zum Anziehen hingestellt hat. Ich ziehe also die Tür hinter mir zu und merke in gleichen Moment, dass der Schlüssel noch steckt - innen! Gleich panisches Kopfkino: Handy dabei? Nö, wozu auch, geh ja nicht auf Weltreise. Fahrrad nicht greifbar, da eingeschlossen und Kindergarten knapp 2 Kilometer weg, also zu weit zu Fuß. Letzter Ausweg: meine Eltern, zumindestens um den Kleinen an seinen Bestimmungsort zu bringen. Macht auch 25 Minuten Fußweg, die Sohnemann aber klaglos und mit Interesse durch die Blättermassen stapfend, absolviert.

Also mit Dad automobile Rundtour, da meine letzte Hoffung den Namen meiner Schwiegermutter trägt, da bei ihr ein Ersatzschlüssel geparkt ist. Aber auf der Arbeitsstelle treffe ich sie nicht an und zu Hause geht weder jemand ans Telefon noch wird die Tür trotz Sturmklingelns aufgemacht. Dabei steht das Auto vor der Tür und eine Jalousie ist noch unten - verdammt!

Nächster Anlauf: Schwägerin. Hat die nicht auch einen? Hmmmm...also raus aufs Land. Auto steht da, Glück gehabt! Der Freund empfängt mich mit "Pssst, Nachtschicht..." Geminsames Suchen in den Schlüsselbeständen - kein Ergebnis. Wieder zurück, wieder Anruf bei der Schwiegermutter - keiner da. Letzte Hoffnung: die Großeltern meiner Frau. Vielleicht steckt SchwieMu ja da? Kurzes Telefonat - negativ. Juniors Urgroßeltern versprechen mir allerdings, sich an der Fahndung zu beteiligen und bekommen irgendwann später die Gesuchte doch noch ans Telefon, die mich dann endlich bei meinen Eltern zurückruft. Also wieder Aufbruch - Zweitschlüssel abholen. Dabei plagt mich immer mehr ein Gedanke. Der Schlüssel steckte doch innen - oder doch nicht? Und falls ja, lässt sich dann der Ersatz überhaupt einstecken und schließen?

Gemeinsam mit meinem Geduldigen Senior stehe ich dann schlussendlich vor meiner Wohnungstür. Der große Moment fällt erwartungsgemäß unerfreulich aus. Der Schlüssel geht zwar ins Schloss, drehen läss er sich allem Ruckeln und Drücken zum Trotz aber nicht. Zudem werden wir misstrauisch von ein paar Möbelpackern beäugt, die im Haus einen Umzug stemmen. Sieht ja auch seltsam aus, wie sich gleich zwei an einem Türschloss zu schaffen machen.

Ich will gerade entnervt die vorher rausgesuchte Nummer des Schüsseldienstes anrufen, als meinem alten Herrn noch eine Idee kommt. "Die Tür ist doch nur rangezogen, nicht zugeschlossen oder?" Ich nicke stumm. "Das macht der Schlüsseldienst auch nur mit so einer Art Karte auf, das probieren wir mal. " Ich überlege noch, welches meiner Plastikteile am ehesten Bruch machen darf und finde im Portemonnaie Gott sei Dank noch eine Payback-Punktekarte, um die es nicht weiter schade wäre. Na, wenn jetzt die Möbelfritzen kommen...

Zwei, drei Rüttler und Stochereien später ist die Tür auf. In meiner Familie tummeln sich schon komische Talente...und ich brauch dringend was mit Ginseng!

Freitag, 17. September 2010

Soundtrack Of My Life (020): Dan the Banjo Man - Dan the Banjo Man (1974)

Wenn ich auf die musikalische Begleitung meines bisherigen Lebens zurückschaue, muss ich das in zwei Zeitabschnitte einteilen. Der meine Kindheit prägende Sound der 70er speiste sich hauptsächlich aus im Hintergrund laufender Beschallung aus dem Radio, natürlich ohne zu wissen, wer da genau was singt. Richtig zielgerichtet mit Musik auseinandergesetzt - was mangels in der DDR käuflich zu erwerbender Tonträger gleichbedeutend war mit ganzen Nachmittagen bzw. Nächten am Aufnahmegerät verbrachten "Jagdsessions" - habe ich mich erst um das Jahr 1983.

So ist es bis auf die ganz großen Hits von ABBA & Co. im Nachhinein recht schwer, die mich vor diesem Zeitpunkt prägenden Songs zu rekonstruieren, hat man doch oftmals nicht mehr als eine Melodie in seiner Erinnerung, keine Bilder, keinen Text. Über ein ganz vertracktes Beispiel zerbrach ich mir jahrelang den Kopf. In meinen ersten Monaten im Internet machte ich die Erfahrung, dass es scheinbar für jedes Wissensproblem einen entsprechenden Online-Experten gibt. So auch bei der Suche nach in der Erinnerung hängengebliebenen Songs. Die Frage "Wie heißt das und wer singt es?" war oftmals mit ein paar rudimentär hervorgekramten Textfragmenten von irgend jemandem zu beantworten. Das Problem aber in meinem Fall: Wie beschreibt man ein Instrumentalstück?

Ich stellte die Frage mit einer vagen Beschreibung der Melodie und der Instrumentierung in mehreren Musikforen, ohne jemals das richtige Ergebnis zu erreichen. Die Lösung kam wie so oft durch einen absoluten Zufall. An einem langweiligen TV-Abend mit der an und für sich unsäglichen "ultimativen Chartshow" des Senders RTL zum Thema "One Hit Wonder" glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen. Da war es! Da war es! Insgesamt eine absurde Situation: ein mit "Dan the Banjo Man" obskurer Bandname, dazu ein gleichnamiger Song und als Krönung das Jahr. 1974, da war ich knapp drei und konnte mich an dieses Lied erinnern???

Dienstag, 31. August 2010

Buch-Rezensionen (199): Thomas Hermanns - für immer d.i.s.c.o. (Hörbuch) (2009)

(Cover: Amazon.de)

Selten habe ich mich derart im Nachhinein zu der Entscheidung beglückwünscht, die Audiovariante eines Buches gewählt zu haben wie bei den Jugenderinnerungen des TV-Entertainers Thomas Hermanns. Die höchst unterhaltsamen Ausführungen über die zweite Hälfte der Siebziger und die frühen Achtziger Jahre, die damals die Tanzflächen beherrschende Disco-Music und Hermanns' erste Schritte in der Schwulenszene mögen auch in gedruckter Form funktionieren, aber wer einmal die brüllend komische Schilderung - besser: Nachinszenierung - eines geradezu bizarren Amanda Lear-"Konzerts" in der Nürnberger Meistersinger-Halle gehört hat, wird verstehen, was ich meine. Zusätzlich werden höchst passend im Text erwähnte Titel als Hintergrundmusik eingespielt, was die Wirkung und Verständlichkeit enorm erhöht.

Der Erfinder des "Quatsch Comedy Clubs" spannt einen weiten Bogen über seine von viel Musik in trister Wohnumgebung geprägten Kinder- und Jugendjahre in Nürnberg bis hin zu seinem Studium in München und den später erfolgten beruflichen Durchbruch. Zwar ist der überwiegende Teil von "für immer d.i.s.c.o." von Humor geprägt und wird von Hermanns in angenehmem Tonfall gewohnt charmant gelesen. Dennoch werden ernst Themen nicht ausgespart, angefangen von der ersten Gefühlsverwirrung, das eigene Coming Out über Schwulenfeindlichkeit im In- und Ausland bis hin zum HIV- und AIDS-Schock der frühen 80er mitsamt seiner Todesspur im Bereich der Disco-Musik. Dass ein dermaßen amüsierendes Buch immer wieder durch diese extremen Gegensätze radikal gebrochen wird, hat mir ganz besonders imponiert.

Ein weiteres Plus der Audiobookversion: Auf CD 4 sind noch einmal alle im Buch verwendeten Tracks in voller Länge - von Thomas Hermanns kurz anmoderiert - enthalten. Da darf man gleich mal die gegebenen Hustle-Tanzlektionen in die Praxis umsetzen...

Zielgruppe dieses Buchs? Vielfältig, möchte ich meinen. Der offen oder versteckt lebende Schwule wird sich ebenso einfinden wie das Kind der Siebziger, Interessierte an Musikgeschichte und Popkultur sowieso. Zwar kann "für immer d.i.s.c.o." nicht für sich in Anspruch nehmen, eine umfassende historische Darstellung dieses Musikstils zu liefern. Dafür werden ein paar allzu gewagte Verschwörungstheorien über das Ende der Ära aufgestellt. Schließlich verendete Disco nicht (wie von Hermanns und diversen ehemaligen Protagonisten suggeriert) an den permanenten Störmanövern von Gegnern in Musikbiz und Gesellschaft sondern schlicht und einfach an einem der normalsten Vorgänge der Musikwelt - der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Jede Musik hat ihre Zeit, gelegentlich mit diversen Retrowellen geadelt. Doch diese gelegentlichen Ungereimtheiten seien einem bekennenden Disco-Aficionado nachgesehen - für mich ein klasse Hörbuch mit einigen persönlichen Musik-Neuentdeckungen, kam doch die Disco-Welle für mich ein dreiviertel Jahrzehnt zu früh...

Bewertung: 5 von 5

Dienstag, 24. August 2010

Lothar Loewe †

(Foto: Wikipedia)

Auch wenn die Ausweisung des ehemaligen Ost-Berliner ARD-Korrespondenten Lothar Loewe durch die DDR-Oberen nach einem kritischen Tagesschau-Kommentar zum Grenzregime 1976 etwas vor meiner aktiven Fernsehzeit lag, habe ich später immer mal wiederholte Reportagen mit großem Interesse verfolgt. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, drehte er sogar einmal in meiner Heimatstadt. Ein sehr bewegtes Journalistenleben ist gestern im Alter von 81 Jahren zu Ende gegangen. R.I.P.

Montag, 23. August 2010

DVD-Rezensionen (198): Der Maulwurf als Filmstar (1987-1988)

(Cover: Amazon.de)

An und für sich ist gegen diese DVD mit dem liebenswerten Racker aus unserem Nachbarland nichts einzuwenden. Liebevoll gezeichnet wie immer, gewaltfrei und mit so manchem Aha-Effekt für Kinder versehen. Der Knackpunkt liegt eher in der Zusammenstellung dieser Scheibe. Im Gegensatz zu den auf den meisten anderen Ausgaben dieser Edition vertretenen 5 bis 14 Minuten langen Episoden hat man es hier mit zwei etwas weniger bekannten Halbstündern aus den Jahren 1987 (Der Maulwurf und Medizin) und 1988 (Der Maulwurf als Filmstar) zu tun. Da die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspanne von Kindern bekanntlich begrenzt ist, sollte man daher diese doch recht langen Brocken nicht gerade den Kleinsten vorführen.

Inhaltlich gibt es nix zu meckern. Der hilfsbereite Maulwurf sucht in einer Episode eine Medizin für die erkrankte Maus und muss dafür eine abenteuerliche und sehr lehrreiche Reise um die Welt unternehmen. In anderer Geschichte bekommt es der kleine Wühler mit den Schattenseiten des Ruhms als Filmstar zu tun. Auch das vielleicht für die Jüngsten etwas kompliziert zu begreifen.

Die Bildqualität ist nicht sonderlich gut und keineswegs mit heutigen Hochglanzproduktionen zu vergleichen. Immerhin verfügen die im unrestaurierten Bildformat 4:3 vorliegenden Episoden über das Tonformat Dolby Digital 2.0, Bonusmaterial fehlt hingegen völlig. Für Sammler sicherlich ein Grund zuzuschlagen, wer dem Nachwuchs jedoch erst einmal die Figur nahebringen will, sollte zu anderen DVDs wie beispielsweise "Der kleine Maulwurf und seine Abenteuer mit dem Igel" aus der gleichen Reihe greifen.

Bewertung: 4 von 5

Mittwoch, 11. August 2010

DVD-Rezensionen (196): Prison Break - Die komplette Season 4 (2008)

(Cover: Amazon.de)

Man hatte nach der missratenen dritten Staffel ein ums andere mal das Gefühl: hier ist die Luft raus! Zu lustlos und hingeschludert wirkten die Folgen der in Panama spielenden Season, wohl dem damals tobenden US-Autorenstreik geschuldet. Die Lust auf eine vierte Runde war bei mir daher deutlich gesunken, aber die positive und unerwartete Überraschung befindet sich in dieser optisch wieder sehr netten Box in Form von 22 Episoden auf sechs DVDs.

Das große Finale steht an und der Endkampf gegen die allmächtige COMPANY hat begonnen. Michael Scofield (Wentworth Miller) und seine Schicksalsgenossen werden gegen die Zusage von Straffreiheit vom FBI-Agenten Don Self (Michael Rapaport) beauftragt, das mysteriöse Speichermedium Scylla zu stehlen, welches Informationen enthalten soll, die zur Vernichtung der scheinbar allmächtigen Organisation notwendig sind. Doch hinter Scylla sind auch noch mehrere andere Interessengruppen her, so dass die Jagd zum tödlichen Wettlauf wird. Schlimmer noch: es wird nötig, in die hochgesicherte Zentrale der COMPANY einzubrechen...

Es geht wieder einmal recht heftig zu im "Prison Break"-Universum. Da wird (wie in US-Serien in letzter Zeit häufiger zu sehen) gefoltert, um an Informationen zu kommen und der Body Count ist unverändert hoch. Ob das in jedem Fall sein muss, möchte ich einmal dahingestellt lassen. Viel ärgerlicher ist eher, dass eine ein der dritten Staffel mit viel Tamtam eingeführte Figur (der von Chris Vance gespielte James Whistler) gleich zu Beginn der Season äußerst lieblos aus der Handlung geschmissen wird. Damit wird der ähnlich unbefriedigende Abgang von Anwältin Veronica Donovan (Robin Tunney) zu Beginn von Staffel zwei wiederholt. Ich kann mir das nur mit zu hohen Gagenfoderungen/anderen Verpflichtungen der betreffenden Schauspieler erklären.

Eines vorneweg: dies ist TV-Entertainment, das seine Spannung aus der Erzählgeschwindigkeit, irren Plot Points und permanent wechselnden Freund-Feind-Konstellationen zieht. Die Logik ist dabei schon lange auf der Strecke geblieben, Puristen mögen sich also aufgrund einiger hanebüchener Szenen mit Grausen abwenden. Ist man aber in der Lage, sich fern jedes Bierernstes auf das Verfolgen des Einbruchsdramas einzulassen, wird man stellenweise nervenzerfetzende Spannung genießen können. Dies ist wohl eine Glaubens- und Ansichtssache, ohne große Möglichkeiten von Zwischentönen. Ich bin an für sich ein TV-Muffel im Allgemeinen und kein großer Serienfan im Speziellen. Aber dennoch: "Prison Break" hat mich gepackt!

Lobenswert wie immer die sehr ordentliche Bild- und Tonqualität und das erneut umfangreiche Bonusmaterial (u.a. 9 Audiokommentare). Auch die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, wobei man sich aber bewusst sein sollte, dass diese Box die von RTL verantwortete Schnittfassung der letzten Episoden enthält. Das heißt, dass der in den Staaten separat gesendete Epilog "The Final Break" hier in chronologischer Reihenfolge integriert ist.

Ob man letztendlich die gesamte Serie mit dem Wissen um die Entwicklungen ein zweites Mal genießen kann, weiß ich noch nicht - ich werde diesen Versuch auf jeden Fall bei Gelegenheit angehen...

Bewertung: 4 von 5

Dienstag, 10. August 2010

CD-Rezensionen (195): Herbert Grönemeyer - Gemischte Gefühle (1983)

(Cover: Amazon.de)

Mit seinem vierten Album aus dem Jahre 1983 begann Herbert Grönemeyer, sich endlich vom schwerverdaulichen Jazzrock seiner frühen Jahre zu lösen. Zwar bot schon auch die ein Jahr zuvor veröffentlichte LP "Total egal" den einen oder anderen vielversprechenden Ansatz, jedoch wirkte das alles noch viel zu sprunghaft und unausgegoren. Hier jedoch schaltete der Mann mit der Knödelstimme weitestgehend auf den schnörkellosen Deutschrock um, der ihn letztendlich berühmt machen sollte.

Symptomatisch steht dafür vielleicht das einleitende "Musik nur, wenn sie laut ist", soweit ich mich erinnern kann, der erste TV-Auftritt, den ich von Grönemeyer je sah. Der eingängige Song über ein taubes Mädchen wird zwar vom damals noch mit verwegenem Scheitel ausstaffierten Barden mit äußerst gepresster Stimme - seinem Markenzeichen über lange Jahre - vorgetragen, die Melodie haut aber gut ins Kontor. Allgemein wird sich in textlicher Hinsicht einer ganzen Palette von Problematiken gewidmet, seien es das Schicksal von damals noch "Gastarbeiter" genannten Migranten ("Onur"), Konsumterror ("Kaufen"), Homophobie ("Etwas Warmes") oder des Mannes liebstes Spielzeug ("Kadett"). Das Thema Liebe wird eher aus pessimistischer Sicht behandelt. Gerade das sehr schöne "Moccaaugen" geht schwer ans Gemüt und auch "Ich hab' Dich bloß geliebt" versprüht alles andere als Lebensfreude. Dann schon das schräge und voller Dissonanzen steckende "Hallo, was macht'n Ihr?" als Ausklang mitsingen...

Zwar ist hier noch nicht alles Gold, was glänzt, denn Schwachpunkte wie das furchtbar kitschige "Komm zurück", das völlig gegen den Baum gefahrene "Kadett" oder "Diamant" finden sich durchaus noch, auch "Kaufen" sagt mir wenig zu. Aber: insgesamt sehr hörenswert und ausbaufähig!

Half letztendlich alles nix - nach dieser kommerziell einmal mehr nicht erfolgreichen Platte kündigte Grönemeyers Plattenfirma Intercord den Vertrag. Ob das nun angesichts des mit dem nächsten Album folgenden Durchbruchs eine hilfreiche oder grenzenlos dumme Entscheidung darstellte, wird wohl nie mehr geklärt werden können...

Bewertung: 3 von 5

Montag, 2. August 2010

DVD-Rezensionen (194): Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin: Staffel 1 (2008)

(Cover: Amazon.de)

Es mag ja sein, dass beim Überraschungs-TV-Erfolg "Doctor's Diary" die eine oder andere US-Sitcom aus dem Bereich des Gesundheitswesens um die Ecke lugt oder die deutsch-österreichische Co-Produktion auf ein eher weibliches Zielpublikum setzt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mich (als Mann!) durchaus köstlich über die Liebesnöte der permanent mit Männer- und Gewichtsproblemen kämpfenden Gretchen Haase (Diana Amft) amüsiert habe. Selten war aus heimischen Gefilden eine humorvolle Serie mit einem dermaßenen Tempo zu sehen, die allen Gags zum Trotz durchaus auch besinnliche oder gar tragische Erzählmomente beinhaltet.

Ort der Handlung ist eine Berliner Klinik, deren Chefarzt Gretchen Haases fremdgehender Vater (Peter Prager) ist. Dieser macht seiner nach einer in letzter Minute geplatzten Hochzeit vor einem Trümmerhaufen stehenden Tochter das Angebot, ihre Facharztausbildung in seinem Krankenhaus zu beenden. Zu dumm, dass der chirurgischen Station ausgerechnet der Schwarm ihrer Jugend, der Egoist Marc Meier (Florian David Fitz), als Oberarzt vorsteht. Emotionale Probleme sind damit vorprogrammiert, die der sensible Gynäkologe Dr. Kaan (Kai Schumann) nur noch verschlimmert...

Freilich dürfte es in keinem Krankenhaus so turbulent zugehen wie hier dargestellt. Dennoch fließt ordentlich Filmblut und auch Tod und menschliches Leid werden nicht ausgespart. Das bedeutet, dass bei "Doctor's Diary" keineswegs nur Klamauk und Pointen im Sekundentakt vorherrschen, sondern auch nachdenklich machende Schicksale thematisiert werden. Hier haben Erfinder Bora Dağtekin, der schon mit "Türkisch für Anfänger" eine von der Kritik hochgelobte, jedoch vom TV-Publikum weniger goutierte Serie verantwortete und seine Co-Autoren ganze Arbeit geleistet. Wohl nicht umsonst wirkten diverse Haupt- und Nebendarsteller der Weißkittel-Episoden in beiden Serien mit. Meine persönliche Favoritin ist hierbei die herrlich trockene Annette Strasser als Darstellerin der Stationschwester Sabine, einer geradezu hinreißend schrägen Träne.

Bild und Tonqualität dieser DVD-Box sind solider TV-Durchschnitt, Bonusmaterial gibt es in Form diverser Audiokommentare und Interviews, eines alternativen Pilotfilm-Beginns, geschnittenen Szenen sowie der für eine Sitcom wohl unvermeidlichen Outtakes. Prima Unterhaltung, von mir volle Punktzahl!

Bewertung: 5 von 5

Mittwoch, 28. Juli 2010

Loveparade 2010

Ich habe mich hier bewusst in den letzten Tagen zum Thema Loveparade-Unglück in Duisburg mit nunmehr 21 Todesopfern zurückgehalten. Einerseits, weil einfach noch zu viele Fragen im Raum schweben, bei denen man die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft abwarten sollte, andererseits weil ich zunächst einmal mit meinen persönlichen Fragen und der eigenen Fassungslosigkeit klarkommen wollte. Die bisher für mich wichtigsten Links zum Thema möchte ich an dieser Stelle einmal zusammenfassen.

SPIEGEL TV-Reportage vom letzten Sonntag.

Kommentar von Michael Spreng zur Rolle und Zukunft des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland.

Versuch einer Ursachen-Rekonstruktion anhand von Augenzeugen-Videos.

Kommentar von Heribert Prantl in der "Süddeutschen Zeitung" zum Thema Schuld und Verantwortung.

Montag, 19. Juli 2010

DVD-Rezensionen (192) - Dora-Die Stadt des verlorenen Spielzeugs (2008)

(Cover: Amazon.de)

Die Kombination "Kinder und Fernsehen" ist bekanntlich so eine Sache. Das elterliche Gewissen lässt sich aber meistens sehr gut beruhigen, wenn man der Meinung sein kann, seinem Nachwuchs etwas pädagogisch Wertvolles zukommen zu lassen. Dies ist bei der Nickelodeon-Serie "Dora" (OT: "Dora the Explorer") durchaus der Fall. Ursprünglich entwickelt, um den Kindern der sogenannten "Hispanics" in den USA bei der Erlangung englischer Sprachfertigkeiten behilflich zu sein, ist die Serie durch ihre gelungene Machart auch bestens für deutsche Kinder geeignet.

Der Ablauf der Folgen ist immer gleich und vermittelt somit eine vertraute Sehroutine. Die siebenjährige Dora und ihr Begleiter, der Affe Boots, haben ein Problem zu lösen, für das sie jedesmal 3 Stationen zu durchlaufen haben. An diesen stellen sich Aufgaben, die durch Zuordnung von Gegenständen, Aufmerksamkeit beim Betrachten des Bilds, einfache mathematische Beispiele oder ähnliche Herausforderungen gemeistert werden müssen. Bei dieser Gelegenheit kommen immer wieder englische Vokabeln oder Redewendungen ins Spiel, so dass die kleinen Zuschauer auf verschiedenste Weise herausgefordert werden. Die permanenten Wiederholungen machen das Anschauen für Eltern zwar etwas anstrengend, aber man ist ja schlließlich auch nicht die Zielgruppe...

Enthalten sind insgesamt 4 Episoden ("Das verschwundene Spielzeug", "Der verschwundene Bär", "Kuhflug und Klebeband" und "Auf Beerensuche") von jeweils etwa 23 Minuten Länge. Warum zwei Geschichten normal im Menü aufgeführt und zwei separat als Bonusfolgen angewählt werden müssen, erschließt sich mir zwar nicht wirklich, dies trübt den Gesamteindruck aber kaum. Bild und Ton (Fullframe und Stereo; Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Irisch) sind für diese Art von DVD eher nebensächlich, aber ordentlich. Insgesamt gesehen sehr empfehlenswert für Kinder ab dem dritten oder vierten Lebensjahr. Als Zugabe gibt es eine Folge der computeraninmierten Serie "Backyardigans - Die Hinterhofzwerge".

Bewertung: 5 von 5

Sonntag, 18. Juli 2010

Bernard Giraudeau †

Die Karriere von Bernard Giraudeau, der gestern im Alter von 63 Jahren einem Krebsleiden erlag, habe ich zwar hauptsächlich nur in den 80er Jahren verfolgt, als seine Filme wie "La Boum – Die Fete" (1980), "Der Rammbock" (1983) oder "Die Spezialisten" (1984) auch in den DDR-Kinos liefen. Ich hab ihn damals aber sehr gern gesehen, von daher macht mich sein früher Tod doch etwas betroffen. Möge er in Frieden ruhen.

Donnerstag, 15. Juli 2010

CD-Rezensionen (191): Guildo Horn & Die Orthopädischen Strümpfe - Guildo hat Euch lieb! (MCD) (1998)

(Cover: Amazon.de)

Wohl erst mit Lena Meyer-Landrut wiederholte sich in diesem Jahr der heute schon legendäre Hype um den zauseligen Schlager-Schreck Guildo Horn anno 1998. Der in den Jahren zuvor hierzulande in den letzten Zügen liegende Eurovision Song Contest rückte durch den anarchischen Beitrag des "Meisters" in den Focus des jüngeren Publikums. Wohl kein Wunder, dass auch schon damals Stefan Raab, der König Midas des deutschen Shwobiz, seine Finger mit im Spiel hatte. Natürlich nicht ohne mit seinem Autoren-Pseudonym "Alf Igel" einem nicht unbekannten deutschen Grand Prix-Komponisten-Veteranen ordentlich eine mitzugeben. Mit Erfolg - der in Birmingham erreichte 7. Platz konnte keinesfalls vorausgesehen werden, aber scheinbar kam der schräge Horn (der in der Geschichte des ESC nach wie vor der einzige Künstler ist, der während seines Auftritts die Bühne verließ) auch im restlichen Europa gut an.

Musikalisch als auch textlich ist das natürlich übelster Trash, dies aber mit vollster Absicht und von geradezu sympathischer Selbstironie. Man sollte es somit genauso wenig ernst nehmen wie der Nussecken-Liebhaber höchstselbst und sich an Highlights deutscher Poesie wie "Piep, Piep, Piep, ich hab Dich lieb!" delektieren.

In zwei Varianten (Grand Prix Version und Club Mix) liegt der Song auf dieser Maxi vor. Letzterer ist tempomäßig deutlich angeschärft und bekam neben den üblichen Tanzbodenzutaten auch ein paar Bläsersätze und knuffige Backing Cocals spendiert. Dazu befindet sich mit "Danke! noch eine sehr ordentliche B-Seite auf dem Silberling, die hörbar eine tiefe musikalische Verbeugung vor Udo Jürgens macht. Insgesamt reichlich zehneinhalb Minuten harmloser, aber doch sehr sympathischer Kult-Humbug.

Bewertung: 3 von 5

Dienstag, 13. Juli 2010

DVD-Rezensionen (191): Der Mondbär (3 DVD-Collection) (2008)

(Cover: Amazon.de)

Die Buchvorlage von Rolf Fänger und Ulrike Möltgen war eine der ersten Gute Nacht-Geschichten, die unser Sohn vorgelesen bekam. Und da Junior seinen Mondbär über alles liebte, wurde dann auch diese zauberhafte Verfilmung in Form von 22 Folgen, verteilt auf 3 DVDs, angeschafft.

Zur Handlung: der kleine Mondbär lebt mit seinen Freunden wie dem als Herold fungierenden Trommelspecht, dem immer vorlauten Hasen, dem weisen alten Dachs und vielen anderen im Wald. Immer wieder geraten sie in neue Abenteuer, sei es nun eine Schatzsuche, die anstrengende Beaufsichtigung der vorlauten Entenkinder oder Sportwettbewerbe im Wald. Und da ist ja schließlich auch noch der stets hungrige Fuchs Reineke... 

Auch wenn man Kleinkinder natürlich nicht allzu oft und lange an den Fernseher setzen sollte - diese Serie kann wirklich vorbehaltlos empfohlen werden. Ruhig und ohne hektische Passagen, gewaltfrei (selbst der den Tieren nachstellende Fuchs ist eigentlich kein schlechter Kerl und ist liebenswert-tollpatschig dargestellt) und mit schöner und zum Mitsingen animierender Musik ausgestattet. Die in kräftigen Farben gezeichneten Figuren und Örtlichkeiten wirken überaus plastisch und 3D-artig, ein sehr schönes visuelles Erlebnis für Kinder mit vielen Lerneffekten ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade der Mondbär steht für Freundschaft, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft - auf diese nette Art dürfen sehr gern Werte vermittelt werden.

Die (Format 16:9 anamorph codierten) Episoden von insgesamt 266 Minuten Lauflänge sind in Dolby Digital 5.1 sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfügbar. Sollte also jemand der frühkindlichen Fremdsprachenerziehung nahestehen - hier findet er ein sehr gutes Instrument dazu. Bild und Ton sind ausgezeichnet, dazu ein günstiger Preis - zuschlagen!

Bewertung: 5 von 5

Montag, 12. Juli 2010

Und nun ist es vorbei...

Irgendwie fällt man wie in ein großes Loch, wenn nach einem Monat mit fast täglichem Fußball plötzlich Feierabend ist. Nun gut, Spanien ist nach einem hässlichen Finale gegen die Niederlande neuer Weltmeister, Deutschland hat sich nach einem munteren 3:2 im Spiel um die "Goldene Ananas" achtbar aus dem Turnier verabschiedet. Thomas Müller ist sowohl Torschützenkönig als auch bester junger Spieler des Turniers und ganz besonders freut es mich, dass nicht etwa einer der auch nominierten Finalteilnehmer zum besten Spieler des Turniers gekrönt wurde, sondern der mich zu Begeisterungsstürmen hinreißende Diego Forlán aus Uruguay. Muss mal nach einem Trikot Ausschau halten...

Ansonsten sollte ich wohl den Beruf wechseln und mich gemeinsam mit Krake Paul im Sportwettengeschäft versuchen. Schließlich lautete mein vor der WM in der Firma getippter Einlauf 1. Spanien, 2. Niederlande, 3. Deutschland und 4. Mexiko.

Und auf der Nekrolog-Liste muss ich noch drei Nachträge erledigen: den Schweizer "Swatch"-Erfinder Nicolas Hayek (82, † 28. 06.), den österreichischen Dauergast im DDR-Fernsehen, Lolita (79, † 30. 06.), und den altlinken Anarcho-Rebellen Fritz Teufel (67, † 06.07.).

Freitag, 4. Juni 2010

Rue McClanahan †

(Foto: SPIEGEL.de)

Wie ich beim Tod von Estelle Getty (22. Juli 2008) und Beatrice Arthur (25. April 2009) schon schrieb - mit der Serie "Golden Girls" konnte ich nie sonderlich viel anfangen. Allerdings zählt die Sitcom dennoch zweifelsfrei zu den erfolgreichsten und bekanntesten Serien der 80er Jahre. Nun ist gestern mit Rue McClanahan die dritte der vier Hauptdarsellerinnen im Alter von 76 Jahren nach einem Schlaganfall verstorben. R.I.P.

Donnerstag, 3. Juni 2010

ESC-Nachlese Part III - Fazit

So intensiv wie wohl nur selten ist der diesjährige Eurovision Song Contest in den deutschen Medien behandelt worden. Sondersendungen, Programmänderungen, Schlagzeilen en masse - das war eigentlich zu viel des Guten. Ich persönlich freue mich jedenfalls sehr über den unerwarteten deutschen Sieg und gönne das der Lena von ganzem Herzen. Aus Zeitgründen hatte ich die "Unser Star für Oslo"-Shows nicht verfolgt, einzig und allein im Finale schaute ich mal hinein. Und von den drei zur Auswahl stehenden Songs, die in jeweils unterschiedlichen Versionen von den zwei Finalistinnen dargeboten wurden, tippte ich recht zielsicher auf "Satellite" in der Interpretation von Lena Meyer-Landrut. Ich weiß mich also mit Europa auf einer Linie...

Nun schon seit mehreren Jahren hat unser verschworener Internet-Haufen die Veranstaltung im Netz mitkommentiert, dass nach all den Jahren der Enttäuschung (mal vorhersehbar wie bei den No Angels 2008, mal völlig unverständlich wie bei Texas Lightning 2006) ein völlig unerwarter Sieg dabei herausgesprungen ist, sehe ich als Belohnung für all die treuen Jahre des Leids. Inzwischen gibt es erste Überlegungen, das Ganze im nächsten Jahr live vor Ort zu verfolgen - das wäre doch mal was!

Neben dem deutschen Beitrag gefielen mir noch die Songs aus der Türkei (Platz 2), Belgien (Platz 6), Georgien (Platz 9), Bosnien-Herzegowina (Platz 17), Island (Platz 19) und Moldawien (Platz 22).

Und auch wenn die Idee eines Dance-Flashmobs wirklich nicht neu war - bei "Glow" von Madcon ging mir als Europäer doch das Herz auf - das Highlight des Abends!

Also dann: Takk skal du ha Oslo, hjertelig velkommen i Berlin, Hamburg eller Köln!

Mittwoch, 2. Juni 2010

ESC-Nachlese Part II - Liveblog während der Punktevergabe

Nun auf zu Teil Zwei des kleinen ESC-Rückblicks. Sehr interessant zu beobachten, wie aus der anfänglichen Skepsis ungläubiges Staunen und dann Partystimmung wurde.

Ich freu mich schon auf unsere Schiiiiiieeeeeeeeeeeebung-Diskussionen...  "Ich schaue das nie wieder!!!"

So. Jetzt erst mal lecker Salvator. Die Punkteverschiebung, äh -verteilung kann kommen.

Lena wird nicht gut abschneiden, genauso wie Frankreich oder UK - auch wenn sie natürlich viel besser war. Aber die großen Länder werden ja so gut wie nie gewählt.

Das wird auf jeden Fall - wie immer - eine Schieberei und ich sag' jetzt schon, dass die Geldgeber einfach alle mal ein Jahr nicht beim ESC antreten sollen. Dann seh'n se mal was sie davon haben - diese Ostschieber!!!

Aber immerhin, Deutschland bekommt Punkte

Stimmen alle Roxette-Fans für Dänemark?

wir haben schon zweimal punkte - sensation!

Also Letzter werden wir wohl nicht...aber Dänemark?????

Hach meine Inselfreunde - 8 Punkte, schön.

hapeeeeeeeeeeee

10 für die türkei,wie überraschend

Warum sehen rumänische Frauen eigentlich immer wie polnische Nutten aus?

Ich schmeiß mich weg, erst geben wir ihnen Kohle und dann auch noch Punkte - Griechenland

Wo bleiben die Stimmen für Island?

die griechen nehmen alles jetzt

Es geht ab!

Läuft

jetzt gibbtet 12 punkte für uns

wo sind denn die lena-lästerer? so viele punkte hatten wir ewig nicht - jetzt schon

läuft super

Läuuuuuuuftttt!!!

Ich bin wirklich baff, damit habe ich echt nicht gerechnet!

isch hab puls!!!!!!!!!!!!!!

10von den türken. dafür kauf ich montag nen jumbodöner!!

nie wieder djuvicreis... skandal

Wir sind mal wieder auf 1, ich brech ab

eng isses

Ich finde das den Hammer - und es freut mich wahnsinnig.

Das Outfit von der Bosnierin ZERO POINTS

eng und geil - jaaaaaaaaaaaaaa, 8 von bosnien - unfaßbar.

Ihr seht mich bass erstaunt...

Hab Puls wie Sau

wo würde das denn in deutschland stattfinden? In Raabs studio?

12 aus Finnlannd wie geil

Jetzt hab' ich auch langsam Puls 12 Punkte !!!!!!!!!!

leute, wir gewinnen das

Suooooomiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!!!!!

jjjjjjaaaaaaaaa

Finnland liebe ich ja wie Bolle

ich liebe mich und die finnen

Die Finnen sind die besten! Ich mag die sowieso unglaublich!

Ich spritz ab hier!!!! 

jjjjaaaaawolll

Ich glaube nun echt an den Sieg!!

Geil geil geil

Ich bin ganz hibbelig

aaahhhhhhhhhhhhhhhhhh, ich dreh durch

Autokorso!!!!!

Sind die Esten auch besoffen?? Ick freu mir!!!!

Ich liebe die Esten!

kann das noch nicht glauben

ich würd mir gern was zu trinken holen - aber ich kann nicht

So nun nächstes Jahr, alle ohne Extensions und mit wenig Choreo auf der Bühne!

Wir sind Papst,wir sind Lena,wir werden Weltmeister...

England mobilisiert die Reserve...
wir sind Papst
wir sind grand prix
werden wir Weltmeister, marschieren sie ein

Nie wieder Algarve!!!

Pff, die Portugiesen kaufen wir eh als nächstes

Portugal wird gandenlos ausgepfiffen bei der WM

das ist grad fast so geil wie ein endspiel - puls!

Okaaaaayyyyy... Scheiß Tittenland!!!

Die Griechen müssen!!! Punkte geben.

Und jetzt 12 für Zypern.

ich will mein geld zurück

jetzt wirds ganz knapp.

waaaaaaaaaaaaaas????????????

2 Pünktchen die Säcke

das sind ja 15 Milliarden pro Punkt!

Ach nee was für 'ne Überraschung - 12 für Zypern

Wird knapp...

aaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

Der Däne is Hacke...aber egal!!!

Ha, die Skandinavier halten zu uns.

Dänemark - voll fair !!!! *Kuss*

Darauf ein Aquavit!

Hach, die Dänen sind ein geiles Volk!

ich kaufe nur noch tuborg...

Und ich kauf am Montag erstmal Esrom.

Frankreichurlaub auch gestrichen.

Lächerlich, dass die darauf beharren, dass auf französisch zu machen.

so, aus spain jibbet och 12...

Los, ihr Malle-Urlauber! ... Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!

Hupentreffen auf Malle!!!!!

fuerte ich komme !!!!!!!

Die wollen uns alle finanziell ruinieren - schonmal daran gedacht???

Jetzt noch überall nur 3-4 punkte und es reicht!

ich fass es nicht.. damit hätte ich wirklich nicht gerechnet

paffpause, zum glück.

Jetzt "Seven Nation Army" anstimmen... Oh-oh-oh-oh-oh-oh...

Jetzt kommt der 'Ostblock', könnte sehr eng werden.

glaub ich nicht...12 pkt...

Puffparty in Bratislava!!!

Ich hatte zwar auf eine gute Platzierung gehofft. Aber DAS hatte ich auch nicht erwartet.

Komm Merkel,hau noch nen paar Milliarden raus...

Der Raab wird Milliardär

Schlagt mich, aber jetzt glaub ich langsam dran. Dafür kommen die Punkte aus fast allen Ländern. Ist das geil!!

müssen jetzt eigentlich die Gema-Gebühren erhöht werden? Oder spart man sich 4 -6x verstehen Sie Spaß?

Man achtet schon gar nicht mehr auf die üblichen Zuschustereien...

schon wieder 12

ohne worte...durch, würd ich sagen...

Scheiiiiiißeee!!! Ich hab' keinen Champagner in Haus. Egal, nehm ich Wodka

ich hatte heut mittag schampus - ich ahnte scheinbar,warum

Ich liebe Norwegen

Ich sag mal: GEWONNEN!!!

Hammer!!!

Ich brauch Alkohol

hier in der Nachbarschaft schreien sie gerade als ob Klose gerade das Ding rein gemacht hat.

isch brauch schnaps

ich dreh durch, die pulle ist leer!!!!!!!!!!!!!!!

jetzt bin ich gespannt auf das schweizer voting.

Darauf eine Toblerone!

Der Sieg nimmt ja Fairytalische ausmasse an!

Ralf Siegel wird sich in den Arsch beissen.

4 punkte von der Insel ist wie 12

Der Urban ist endlich besoffen. "Lenas britischer Akzent..."

Pöh...die Holzschuhkicker...

UK und Holland nur 4? - Schämt euch!!!

Wodka mit Himbeermark - mal sehen wie's schmeckt.

And the winner is Germany? Naja, lieber in Oslo als in Südafrika...

Eine mazedonische Domina.....und wir haben gewonnen!!!

ich dreh durch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich fasse es nicht. Das ist ja der Hammer, das hätte ich NIE gedacht.

wir sind durch!!!!!!!!!!!!!!!!!!

YEAHHHHH!!!!

Ich spritz gleich ab

wahnsinn, dachte ich nicht!!!

rien na vas plus! danke, wir brauchen keine punkte mehr

Leeeeeeeeeeeeeeeeeeenaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

HAMMER!!!

Und wieder mal macht Raab das Ding. König Stefan Midas!

Prost allerseits!!!

Hopp hopp rinn in Kopp

prost, jetzt gibts wein!!!!!!!!! jäger ist alle!!!!!!!

IKEAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!

Mein nächster Urlaub findet in Skandinavien statt

tresterbrand - hurraaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

raaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaabbb!!!

Nächstes Jahr im TV-Total studio? oder in der Kölnarena? oder auf Schalke?

Echt unglaublich!!!

Unfassbar, bin komplett geflasht.

Das ist so geil! Und mit Platz 1 hätte ich nie gerechnet.

Geil Sonderprogramm morgen auf ARD und Pro7!

Egal Wo - Wir sind ALLE dabei!!!!

Wir sind nach all den Jahren des Leids belohnt worden...wir waren immer dabei!

Den letzten Satz lasse ich mal als vorläufiges Schlusswort stehen, denn eine abschließende Bewertung gibt es an dieser Stelle natürlich auch noch. Von daher:

Fortsetzung folgt...