Posts mit dem Label Gesundheitliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesundheitliches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 31. August 2010

Buch-Rezensionen (199): Thomas Hermanns - für immer d.i.s.c.o. (Hörbuch) (2009)

(Cover: Amazon.de)

Selten habe ich mich derart im Nachhinein zu der Entscheidung beglückwünscht, die Audiovariante eines Buches gewählt zu haben wie bei den Jugenderinnerungen des TV-Entertainers Thomas Hermanns. Die höchst unterhaltsamen Ausführungen über die zweite Hälfte der Siebziger und die frühen Achtziger Jahre, die damals die Tanzflächen beherrschende Disco-Music und Hermanns' erste Schritte in der Schwulenszene mögen auch in gedruckter Form funktionieren, aber wer einmal die brüllend komische Schilderung - besser: Nachinszenierung - eines geradezu bizarren Amanda Lear-"Konzerts" in der Nürnberger Meistersinger-Halle gehört hat, wird verstehen, was ich meine. Zusätzlich werden höchst passend im Text erwähnte Titel als Hintergrundmusik eingespielt, was die Wirkung und Verständlichkeit enorm erhöht.

Der Erfinder des "Quatsch Comedy Clubs" spannt einen weiten Bogen über seine von viel Musik in trister Wohnumgebung geprägten Kinder- und Jugendjahre in Nürnberg bis hin zu seinem Studium in München und den später erfolgten beruflichen Durchbruch. Zwar ist der überwiegende Teil von "für immer d.i.s.c.o." von Humor geprägt und wird von Hermanns in angenehmem Tonfall gewohnt charmant gelesen. Dennoch werden ernst Themen nicht ausgespart, angefangen von der ersten Gefühlsverwirrung, das eigene Coming Out über Schwulenfeindlichkeit im In- und Ausland bis hin zum HIV- und AIDS-Schock der frühen 80er mitsamt seiner Todesspur im Bereich der Disco-Musik. Dass ein dermaßen amüsierendes Buch immer wieder durch diese extremen Gegensätze radikal gebrochen wird, hat mir ganz besonders imponiert.

Ein weiteres Plus der Audiobookversion: Auf CD 4 sind noch einmal alle im Buch verwendeten Tracks in voller Länge - von Thomas Hermanns kurz anmoderiert - enthalten. Da darf man gleich mal die gegebenen Hustle-Tanzlektionen in die Praxis umsetzen...

Zielgruppe dieses Buchs? Vielfältig, möchte ich meinen. Der offen oder versteckt lebende Schwule wird sich ebenso einfinden wie das Kind der Siebziger, Interessierte an Musikgeschichte und Popkultur sowieso. Zwar kann "für immer d.i.s.c.o." nicht für sich in Anspruch nehmen, eine umfassende historische Darstellung dieses Musikstils zu liefern. Dafür werden ein paar allzu gewagte Verschwörungstheorien über das Ende der Ära aufgestellt. Schließlich verendete Disco nicht (wie von Hermanns und diversen ehemaligen Protagonisten suggeriert) an den permanenten Störmanövern von Gegnern in Musikbiz und Gesellschaft sondern schlicht und einfach an einem der normalsten Vorgänge der Musikwelt - der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Jede Musik hat ihre Zeit, gelegentlich mit diversen Retrowellen geadelt. Doch diese gelegentlichen Ungereimtheiten seien einem bekennenden Disco-Aficionado nachgesehen - für mich ein klasse Hörbuch mit einigen persönlichen Musik-Neuentdeckungen, kam doch die Disco-Welle für mich ein dreiviertel Jahrzehnt zu früh...

Bewertung: 5 von 5

Donnerstag, 12. August 2010

Buch-Rezensionen (196): Wolfgang Held - ...auch ohne Gold und Lorbeerkranz (1983)

(Cover: Amazon.de)

Nach einem schweren gesundheitlichen Schicksalsschlag wieder in das normale Leben zurückzufinden, dürfte zu den härtesten Prüfungen zählen, die einem Menschen auferlegt werden können. Schlimmer noch, wenn davon Kinder und Jugendliche getroffen werden. Von einem solchen Kampf um wieder zu erlangende Normalität erzählt dieses 1983 in der DDR erschienene Jugendbuch des Thüringer Autors Wolfgang Held.

Der zwölfjährige Sebastian, ein vielversprechender Nachwuchsturner, verliert bei einem Verkehrsunfall einen Teil seines linken Fußes. Mit diesem körperlichen Handicap scheint es unmöglich zu sein, den geliebten und bisher den Lebensmittelpunkt bildenden Sport weiter auszuüben. Denn auch wenn sein Trainer und die Freunde Koni, Eule, Heinz und Steffen aus seiner "Die Musketiere" genannten Turnriege an ihn glauben - wie soll er mit Schmerzen und einem halben Fuß die Anforderungen des Leistungssports erfüllen? Zumal ihn der erfolgssüchtige Sektionsleiter Waldemann aus dem Verein drängen will...

Auch wenn sich die fiktive "BSG Elektron Tannenthal" aufgrund ihrer Eigenschaft als sogenannte Betriebssportgemeinschaft nur auf einer unteren Hierarchiestufe des DDR-Sportsystems befindet, bekommt man in diesem Buch dennoch einen rechts guten Einblick in das Förder- und Leistungssystem des untergegangenen Staates. Der Unsympath Waldemann steht dabei symptomatisch für die verknöcherte Sportfunktionärskaste, denen für den auf die eigene Person abstrahlenden Erfolg kein Mittel und keine Intrige zu schade ist. Und auch wenn die sehr einfühlsam geschriebene Geschichte Sebastians im Vordergrund steht, kann man dennoch die knallharten Ausmaße des landestypischen Selektionsprinzips erahnen.

Ein gewisses Hintergrundwissen erleichtert die Lektüre des Buchs, muss man sich doch mit DDR-typischen Wortschöpfungen wie "Rollbrett" als Synonym für Skateboard auseinandersetzen. Die damals herausgegebene Altersempfehlung beträgt 12 Jahre, Leser dieses Jahrgangs dürften sich aber aufgrund des ihnen sehr fremden Szenarios und des für heutige Verhältnisse gemächlichen Erzähltempos langweilen. Daher aufgrund der gegebenen Einsichten in den ostdeutschen Alltag eher ein Lesetip für Erwachsene aus Ost und West.

Bewertung: 4 von 5

Montag, 2. August 2010

DVD-Rezensionen (194): Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin: Staffel 1 (2008)

(Cover: Amazon.de)

Es mag ja sein, dass beim Überraschungs-TV-Erfolg "Doctor's Diary" die eine oder andere US-Sitcom aus dem Bereich des Gesundheitswesens um die Ecke lugt oder die deutsch-österreichische Co-Produktion auf ein eher weibliches Zielpublikum setzt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mich (als Mann!) durchaus köstlich über die Liebesnöte der permanent mit Männer- und Gewichtsproblemen kämpfenden Gretchen Haase (Diana Amft) amüsiert habe. Selten war aus heimischen Gefilden eine humorvolle Serie mit einem dermaßenen Tempo zu sehen, die allen Gags zum Trotz durchaus auch besinnliche oder gar tragische Erzählmomente beinhaltet.

Ort der Handlung ist eine Berliner Klinik, deren Chefarzt Gretchen Haases fremdgehender Vater (Peter Prager) ist. Dieser macht seiner nach einer in letzter Minute geplatzten Hochzeit vor einem Trümmerhaufen stehenden Tochter das Angebot, ihre Facharztausbildung in seinem Krankenhaus zu beenden. Zu dumm, dass der chirurgischen Station ausgerechnet der Schwarm ihrer Jugend, der Egoist Marc Meier (Florian David Fitz), als Oberarzt vorsteht. Emotionale Probleme sind damit vorprogrammiert, die der sensible Gynäkologe Dr. Kaan (Kai Schumann) nur noch verschlimmert...

Freilich dürfte es in keinem Krankenhaus so turbulent zugehen wie hier dargestellt. Dennoch fließt ordentlich Filmblut und auch Tod und menschliches Leid werden nicht ausgespart. Das bedeutet, dass bei "Doctor's Diary" keineswegs nur Klamauk und Pointen im Sekundentakt vorherrschen, sondern auch nachdenklich machende Schicksale thematisiert werden. Hier haben Erfinder Bora Dağtekin, der schon mit "Türkisch für Anfänger" eine von der Kritik hochgelobte, jedoch vom TV-Publikum weniger goutierte Serie verantwortete und seine Co-Autoren ganze Arbeit geleistet. Wohl nicht umsonst wirkten diverse Haupt- und Nebendarsteller der Weißkittel-Episoden in beiden Serien mit. Meine persönliche Favoritin ist hierbei die herrlich trockene Annette Strasser als Darstellerin der Stationschwester Sabine, einer geradezu hinreißend schrägen Träne.

Bild und Tonqualität dieser DVD-Box sind solider TV-Durchschnitt, Bonusmaterial gibt es in Form diverser Audiokommentare und Interviews, eines alternativen Pilotfilm-Beginns, geschnittenen Szenen sowie der für eine Sitcom wohl unvermeidlichen Outtakes. Prima Unterhaltung, von mir volle Punktzahl!

Bewertung: 5 von 5

Donnerstag, 22. Juli 2010

Geschockt

Kann man um jemanden trauern, den man kaum kennt? Rückblick: Am Osterwochenende musste ich mich wegen einer akuten Lungenentzündung per Notarzt ins örtliche  Krankenhaus begeben und blieb dort anderthalb Wochen. Etwa am dritten Tag bekam ich einen sehr netten Zimmergenossen, mit dem ich die doch recht triste Zeit nach bester Möglichkeit totschlug.

Da der Chefarzt die gesamte Woche nach den Feiertagen im Urlaub war, bekamen wir beide vom vertretenden Personal bezüglich unserer Diagnosen nur ausweichende Antworten. Er irgendwas mit dem Magen, bei mir irgendwelche verrückt spielenden Blutwerte. Erst nach der Rückkehr des Professors bekam ich endgültige Klarheit und wurde bei der Gelegenheit auch gleich entlassen, während ich bei der Visite aus Richtung des Nachbarbetts noch die ärztlichen Worte "was gefunden", "gefällt mir nicht" und "Chemotherapie fangen wir gleich morgen an" aufschnappte. Mit ein paar aufmunternden Wünschen und der Mahnung, ja nicht aufzugeben, verabschiedete ich mich am Mittag dieses Tages mit gemischten Gefühlen von meinem Leidensgenossen auf Zeit. Einerseits froh, halbwegs glimpflich davongekommen zu sein, andererseits mit ziemlichen Bedenken ob der gehörten Worte.

Heute nun der mentale Hammer. Mehr zufällig schlage ich im Pausenraum meiner Firma die herumliegende Zeitung auf und bleibe beim Blick über die Todesanzeigen an einem vertrauten Namen hängen. R., gerade einmal 53 Jahre alt, hat am 12.07. nach nur drei Monaten den Kampf gegen den Krebs verloren. Ich fühle mich sehr elend.

Noch einmal eingangs erwähnte Frage: Kann man um jemanden trauern, den man kaum kennt? Wie ich heute an mir feststellen musste - ja.

Montag, 3. Mai 2010

Zurück...

Die Arbeitswelt hat mich nach einem vollen Monat Krankenhausaufenthalt und Rekonvaleszenz wieder. Ging entspannter als ich dachte, nur das frühe Aufstehen macht wie gewohnt keinen Spaß. 4.45 Uhr - grrrrrrrr....

Montag, 12. April 2010

Nach tagelanger Funkstille...

...melde ich mich hiermit zurück an Deck. Kurz vor Ostern hat mich eine Lungenentzündung aus den Latschen kippen lassen, die mir schlußendlich einen 10tägigen Krankenhausaufenthalt einbrachte. Ich tippe mal auf die firmeneigene Klimaanlage als Verursacher des ganzen Desasters. So richtig fit fühle ich mich immer noch nicht, meine Hausärztin wird deshalb morgen über den weiteren Gang der Dinge entscheiden.

In meiner Abwesenheit beendeten wieder einige Prominente ihr irdisches Dasein und somit gehen ehrende Gedenken an den ehemaligen "Hauptdarsteller der TV-Kultserie "Der Denver-Clan", John Forsythe (92, † 01.04.), die Schaupielerin Gisela Trowe (87, † 05.04.), den legendären Manager der nicht minder legendären Punk-Heroen Sex Pistols, Malcolm McLaren (64, † 08.04.) und den bei einem tragischen Flugzeugabsturz in Russland getöteten polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczyński (60, † 10.04.).


Sonntag, 12. Juli 2009

Nachtgedanken (061)

Eine tragische Gestalt der Literaturgeschichte steht heute im Mittelpunkt der "Nachtgedanken". Herrmann (Harry) Schmitz (1880-1913) erschoss sich im Alter von nur 33 Jahren aufgrund eines langjährigen Tuberkuloseleidens. In "Die Angst" spiegelt sich dieser Lebensüberdruß schon wider.

Es krallt sich um die Sonne eine Hand.
Ein lauer Wind jagt dürre Blätter raschelnd auf.
Ein toter Vogel stürzt aus Wolkenhöh
zerschmettert an die Erde.
In dumpfer Hütte Mensch an Mensch gedrängt,
voll Grauen starrend in den schwefelgelben Tag.
Die Tür fliegt auf, von unsichtbarer Hand berührt.
Der Hund kriecht winselnd in die Ecke.
Und langsamer wird jetzt der Wanduhr Ticken,
noch einmal tick und tack –
dann steht die Uhr. –
Ein grelles Lachen in den Lüften!
Es horchen starr die Menschen in die Leere.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Ich machd'sch platt!

...sagte Kaya Yanars Türsteher Hakan immer so schön. Braucht er heute gar nicht, ich bin's auch so... Job, Kinderbetreung und mangelnder Schlaf sind eben eine teuflische Mischung. Ich brauch' Uuuuuurlaub! Noch 8 Wochen...

Dienstag, 5. Mai 2009

Nachtgedanken (043)

Da ich ein wenig Wache für meinen kranken Purzel halten muß, der immer mal wieder aufschreckt und weint, ist ein Kindergedicht in den heutigen "Nachtgedanken" wohl angebracht. Autor von "Die Kinder schlummern" ist Gustav Falke (1853-1916).

Die Kinder schlummern in den Kissen,
Weich, weichen Atems, nebenan,
Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen
Nicht was mit diesem Tag verrann.

Wir aber fühlen jede Stunde,
Die uns mit leisem Flügel streift
Und wissen, daß im Dämmergrunde
Der Zeit uns schon die letzte reift.

Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.
So träumt sich's gut. Und keines spricht.
Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln,
Vom Ofen her ein Streifchen Licht.

Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen
Ganz leis. Was es wohl haben mag?
Springt es mit seinen kurzen Beinen
Noch einmal fröhlich durch den Tag?

Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen,
Knisternd verkohlt ein letztes Scheit,
Die alte Uhr hebt an zu schlagen -
Da sprichst du leis: "Komm, es ist Zeit!"

Dienstag, 7. April 2009

Männer unter sich...

Heute mußte ich aufgrund verschiedenster Umstände die Kinderbetreuung hauptsächlich alleine stemmen und das ausgerechnet noch an einem Tag, wo Junior wieder einmal Zahnnachwuchs erwartete. War etwas lauter als üblich in diesen Räumlichkeiten heute. Aber man schläft jetzt und ich leb' ja noch...

Montag, 23. Februar 2009

Socks †

Nachdem mich eine vom Junior "geerbte" Erkältung übers Wochenende flach gelegt hatte, gilt es Einiges nachzutragen. Zunächst eine traurige Meldung aus dem Tierreich.

(Foto: SPIEGEL.de)

Die ehemals berühmteste Katze der Welt ist am 20. Februar im stolzen Alter von 18 Jahren gestorben. "Socks", das Haustier von Ex-US-Präsident Bill Clinton, galt sogar unter den Washingtoner Journalisten als äußerst beliebt und erhielt säckeweise eigene Fanpost. R.I.P. ...

Mittwoch, 18. Februar 2009

Schnief, schnüff, hüstel...

Wie es sich gestern schon andeutete - heute hat mich die Erkältung auch im Griff. Kein Wunder, wenn man täglich engsten Umgang mit einem kranken Kind hat. Sich da anzustecken war wohl wirklich nur eine Frage der Zeit. Ich werd mich jetzt noch durch den Rest der Arbeitswoche quälen und mich dann auskurieren. Blöde Jahreszeit...

Dienstag, 17. Februar 2009

Nachtgedanken (018)

Heute geht es deutlich früher ins Bett, aufziehende Kopf- und Halsschmerzen sind nicht fein.

In den zweiten "Nachtgedanken" hatte ich etwas von Bettina von Arnim (1785-1859) herausgesucht, heute kommt ihr Mann Achim (1781-1831) zu Wort, Titel des Gedichts ist "Mir ist zu licht zum Schlafen..."

Mir ist zu licht zum Schlafen,
Der Tag bricht in die Nacht,
Die Seele ruht im Hafen,
Ich bin so froh erwacht.

Ich hauchte meine Seele
Im ersten Kusse aus,
Was ist's, daß ich mich quäle
Ob sie auch fand ein Haus.

Sie hat es wohl gefunden
Auf ihren Lippen schön,
O welche sel'ge Stunden,
Wie ist mir so geschehn!

Was soll ich nun noch sehen?
Ach, alles ist in ihr.
Was fühlen, was erflehen?
Es ward ja alles mir.

Ich habe was zu sinnen,
Ich hab', was mich beglückt:
In allen meinen Sinnen
Bin ich von ihr entzückt.

Nachtwache

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr... Auch wenn der erste Teil des Sprichworts in meinem Falle nicht wirklich zutrifft, haut der zweite derzeit wirklich hin. Mein Sohn leidet wieder an einem überaus hartnäckigen Husten, der sich vor allem nachts bemerkbar macht und sowohl ihm als auch uns die Nachtruhe raubt. In diesen Minuten schiebe ich gerade "Wache", damit wenigstens die Göttergattin zum schlafen kommt.

Dabei war der Tag mit meinem Junior schon chaotisch genug. Durchfall, Erbrechen - es gab heute nichts, was ich nicht wegputzen durfte. Dazu etwas Fieber, die schon seit Tagen andauernde Appetitlosigkeit... Wie bereits gesagt: Vater werden...

Samstag, 7. Februar 2009

Nachtgedanken (008)

Die "Nachtgedanken" gibt es heute früher als zur gewohnten Zeit und das hat seinen Grund. Ich bin nach einer chaotischen Woche mit krankem Kind, Nachtschicht und zu wenig Schlaf hundemüde. Schlaf ist auch das perfekte Stichwort, denn "An den Schlaf" von Eduard Mörike (1804-1875)  ist das heutige ausgesuchte Werk. Sowohl im lateinischen Original als auch in der deutschen Übersetzung sehr schön morbide, ein Fakt, den man dem immer als bieder-betulich verschrieenen Mörike gar nicht zutraut. In diesem Sinne: Gute Nacht!

Somne levis! quanquam certissima mortis imago,
Consortem cupio te tamen esse tori.
Alma quies, optata, veni! nam sic sine vita
Vivere, quam suave est, sic sine morte mori! 

Schlaf! süßer Schlaf! obwohl dem Tod wie du nichts gleicht,
Auf diesem Lager doch willkommen heiß ich dich!
Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich!
So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!

Mittwoch, 10. September 2008

Du kannst nicht immer 17 sein...

Das habe ich gestern wieder gemerkt, zweimal für 24 Stunden wach innerhalb von nur drei Tagen war wohl definitiv etwas zu viel für meine Konstitution. Ich habe gestern den Tag mehr oder weniger liegend verbracht und mich irgendwie zur Nachtschicht geschleppt, wo es mir zwar ab Mitternacht ganz zivil ging, ich aber vorher bestimmt nicht dran geglaubt habe, das zu überstehen. Man ist eben kein junger Hüpfer mehr...

Sonntag, 7. September 2008

Tolle Woche, tolle Nacht

Der gestrige Abend bildete eigentlich nur die Krönung einer ziemlich stressigen Woche, die neben dem Job auch noch die tägliche Kontrolle gleich dreier Wohnungen/Häuser von gemeinsam verreisten Schwiegereltern, Schwiegergroßeltern und Schwägerin beinhaltete.

Und ausgerechnet an einem Tag, wo ich ohnehin durch meine Frühschicht ab 4.30 Uhr auf den Beinen war, hatte ich noch einen lange zugesagten DJ-Job anlässlich eines 30. Geburtstags zu erledigen. Die Party ließ sich recht müde an, zudem hatte ich mit ein paar technischen Schwierigkeiten an meinem Equipment zu kämpfen, alles also etwas arg suboptimal. Allerdings ging die Post zu später Stunde noch recht gut ab, hätte nie gedacht, das nach so vielen Jahren nochmal meine uralten "Club Sounds"-Scheiben zum Einsatz kommen würden. Aber das lag wohl am Alter der Gäste, die mal ein wenig zum Sound ihrer Jugendtage abtanzen wollten.

In puncto Müdigkeit hatte ich überraschend keinerlei Probleme, dabei lag mein Kaffeekonsum gestern doch deutlich unter dem üblichen Level. Aber wenn man ordentlich Krach auf die Ohren gibt,bläst es wohl auch das Sandmännchen aus den Latschen.

Gegen 3 Uhr erhielt ich dann aus heimatlichen Gefilden eine wenig beruhigende SMS. Unser Sohnemann plagte sich die ganze Nacht mit Erbrechen und Durchfall. Da ohnehin nur noch 7 Personen mit mehr oder weniger ordentlichem Alkoholpegel anwesend waren, beendete der Gastgeber zu meiner Erleichterung bald darauf die Party. Fix zusammengepackt und dann mit insgesamt vier Personen im Auto gerademal 200 Meter gefahren, als sich im Scheinwerferlicht ziemlich miese Szenen abspielten. Drei sich prügelnde und schubsende Personen beiderlei Geschlechts, die noch Minuten zuvor vor meiner Nase abgetanzt hatten. Angehalten, alle aus dem Auto gesprungen, das auch noch mehrfach als Prellbock für die Kampfhähne herhalten mußte. So stellte sich die Szenerie dann dar: Ein völlig hysterisch schreiendes Mädel, zwei sich prügelnde junge Männer, 5 weitere Personen, die irgendwie den Überblick behalten und die Streitenden trennen mußten. Das Ganze noch im strömenden Regen.

Erst heute erhielt ich telefonisch die Hintergründe: Die Dame, seit 3 Monaten verheiratet mit einem der Prügelknaben, stiefelte mit den zwei Herren Richtung Heimat, erlaubte sich einen Scherz und versteckte sich mit dem anderen Blödmann im Gebüsch, um ihren Mann (wohl aufgrund einer Pinkelpause verspätet)  zu erschrecken. Dieser verstand das in seinem Zustand sofort als Fremdgeherei (klar doch, aufregender als in nasskaltem Pladderregen gehts ja wohl kaum...) und stürzte sich auf seinen Saufkumpan, mit dem er noch Minuten zuvor ein Herz und eine Seele gewesen war und zu allem Überfluß auch noch auf sein Mädel. In der Nacht kam es mir noch so vor, als hätte er sie gegen ein Verkehrsschild gedonnert, aber der aktuelle Stand ist "nur" ein Schubser in den Straßengraben, worauf sie wie wild auf ihn einschlug.

Ich wurde dann von meinen "Passagieren" nach Hause geschickt, die noch vor Ort bleiben und schlichten wollten. Zumindestens überließ ich ihnen für den Moment noch einen Regenschirm, der bei sieben Beteiligten freilich auch nur Kosmetik bedeutete. Heute dann im Tageslicht der Schadenscheck: Leichte Lackschäden im hinteren Bereich der Familienkutsche. Ruf schon mal deinen Versicherungsfritzen an, Freundchen...

Kurz nach vier Uhr und somit fast 24 Stunden nach meinem Aufstehen fiel ich dann ins Bett - Feierabend! Der heutige Tag war dann größtenteils ausgiebiges Entspannen, die Woche war Schlaucherei pur - ich bin nunmal keine 20 mehr! Leider macht uns Junior immer noch etwas Sorgen. Nachdem sich die Lage tagsüber etwas entspannt hatte, kam das Abendessen wieder 1:1 heraus, obwohl der Kleine im Allgemeinen keinen kranken Eindruck macht. Mal abwarten...

Samstag, 16. August 2008

Ja nee, is klar...

Da rennt der Olympiasieger im 100 Meter-Lauf mit offenen Schuhen und schon weit vor dem Ziel gedrosseltem Tempo mal eben so einen neuen Weltrekord und das stupide TV-Volk beklatscht den ganz bestimmt durch Gemüsesaft so schnell gewordenen Helden. Verarschen kann ich mich allein. Lieber mal das hier lesen.

Donnerstag, 10. April 2008

Wieder an Deck

Junge, Junge. Da ist man jahrelang nicht krank und kann auf der Arbeit eine nahezu blütenreine K-Tag-Weste vorweisen und kaum ist Nachwuchs im Hause, gehts dahin. Nachdem mich Sohnemann im Januar bereits mit reingerissen hatte, durfte ich auch diesmal an prächtigen Störungen des Verdauungsapparats teilhaben. Laut Auskunft der Ärztin stehen uns solche "Kind schleppt Krankheit an, Eltern liegen auch flach"-Situationen demnächst haufiger bevor. Tja, Elternfreuden...

Ich fühl mich aber heute wieder halbwegs einsatz- und somit blogfähig, so Einiges ist ja zwischenzeitlich passiert, beispielsweise der Tod von Charlton Heston.

Also dann, auf in den Kampf!

Dienstag, 22. Januar 2008

U4

Heute war Juniors 4. Standarduntersuchung (U4) fällig, durch seinen Krankenhausaufenthalt um 2 Wochen verspätet. Soweit ist alles in Ordnung, Aaron hat endlich die 6 kg-Marke geknackt, benötigt nur ein zusätzliches Vitamin D-Präparat, da Schädel- und Rippenknochen anscheinend etwas zu weich sind. Aber soweit noch kein Grund zur Beunruhigung. Und: Heute habe ich ihn erstmals richtig loskichern gehört. Grandios!