Montag, 4. Februar 2008
Unterwegs mit Kind und Kegel
Sonntag, 3. Februar 2008
Den Tod auf den Fersen
Dies ist nunmehr schon der dritte Fall. Im selben Jahr hielt ich mich noch auf der Malediven-Insel Athuruga auf, die im Dezember des gleichen Jahres von eben jenem Tsunami getroffen wurde, der weltweit insgesamt etwa 230.000 Menschenleben forderte. Die Insel wurde komplett überflutet, Opfer waren zum Glück nicht zu beklagen.
Das erste Mal, dass ich im Nachhinein schlucken mußte, geschah bei der Brandkatastrophe im Kapruner Bergbahntunnel. Nur ein Jahr zuvor war ich eben in diesem Zug. Also manchmal macht man sich schon Gedanken...
Samstag, 2. Februar 2008
DVD-Rezensionen (010): Einsame Entscheidung (1996)
Es ist im Nachhinein viel diskutiert worden inwieweit dieser Film die Attentäter des 11. September inspiriert hat. Zu klären wird das wohl nie mehr sein, es bleibt aber aufgrund der späteren historischen Ereignisse ein bitterer Beigeschmack.
Der Plot: Arabische Terroristen entführen über dem Atlantik einen vollbesetzte amerikanische Boeing 747 um einen inhaftierten Gesinnungsgenossen freizupressen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich größere Mengen Nervengas an Bord befinden, das der Anführer der Hijacker unabhängig vom Ausgang der Erpressung durch Absturz auf die US-Ostküste freisetzen will. In einer tollkühnen Aktion wird das Flugzeug in der Luft von einer Spezialeinheit heimlich geentert, mit dabei der Terrorismusexperte David Grant (Kurt Russell) und der Ingenieur Dennis Cahill (Oliver Platt). Die Uhr tickt, denn das amerikanische Festland rückt immer näher...
Nicht-Mime Steven Seagal gönnt sich und dem Zuschauer gnädigerweise nach etwa einer halben Stunde, in der man seinen einzig verfügbaren Gesichtsausdruck ertragen muß, einen spektakulären Abgang, der Rest des mit gut zwei Stunden für einen Actionfilm mit Überlänge ausgestatten Spektakels gestaltet sich aufgrund des Wettlaufs mit der Zeit und der immer wieder auftretenden Rückschläge und Schwierigkeiten hochspannend. Blickt man großzügig über einige der klaffenden Logiklöcher hinweg, bleibt ein klaustrophobisches Duell auf Hitech-Basis mit einem überzeugenden Kurt Russell, einer wie immer hinreißend ausschauenden Halle Berry und einem urkomischen Oliver Platt. Heimlicher Star des Films ist jedoch eindeutig der Shakespeare-Mime David Suchet als grandios fieser Terrorist mit durchdringend stechendem Blick.
Äußerst mau: Die DVD bietet außer dem Film, den üblichen Tonspuren und Untertiteln keinerlei Extras.
Bewertung: 4 von 5
Freitag, 1. Februar 2008
CD-Rezensionen (009): Achim Reichel - Herz ist Trumpf-Das Beste (1997)
In einer Zeit weit vor den heutigen Internet-Downloadshops legte ich mir dieses Album eigentlich nur zu, um endlich "Aloha Heya He" in meinem Besitz zu haben, das ich damals zur Beschallung diverser Parties benötigte. So kam ich ohne Absicht erstmals mit diversen Solowerken Achim Reichels in Berührung, die ich außer dem schon erwähnten Fetenkracher und dem melancholischen "Fliegende Pferde" noch gar nicht kannte.
Inwieweit diese Auswahl für das langjährige Schaffen des Hamburgers repräsentativ ist, vermag ich mangels Überblick über das Œuvre des Meisters nicht zu sagen. Ich persönlich empfinde die Qualität der Zusammenstellung etwas schwankend. Das bittersüße "Wahre Liebe" gehört neben dem kernigen "Amazonen" auf jeden Fall auf die Gewinnerseite, ebenso wie das im Greenpeace-Auftrag entstandene "Exxon Valdez" (vielleicht eine Spur zu plakativ) und "Der Spieler". Die "Regenballade" vermag auch nach 30 Jahren noch Gruselschauer zu erzeugen und die Fontane-Vertonung "Herr von Ribbeck im Havelland" macht einfach gute Laune, genau so wie man "Kuddel Daddel Du" im angesäuselten Zustand prima mitsingen kann. Die beiden Kaufhaus-Geschichten "Auf der Rolltreppe" und "Lächeln Sie doch mal (es ist Weihnachten)" gehen noch in Ordnung, mit dem Rest kann ich jedoch nichts anfangen.
Das informative Booklet beinhaltet eine kurze Anekdote zu jedem Song. So erfährt man mehr über die Hintergründe und die Enstehungszeit der vertretenen Lieder. Bei einem "Best of", das oftmals Nicht-Experten zum Kaufen animiert eine sehr lobenswerte Zugabe. Von daher einen Extrapunkt.
Bewertung: 4 von 5
Buch-Rezensionen (009): Uwe Rolli - Die unendliche Geschichte der Mayas (2002)
Ich lernte Uwe Rolli im Spätsommer 2003 auf einer Reise durch Mexiko, Belize und Guatemala kennen, wo er für eine deutsch-österreichisch-schweizerische Reisegruppe, der ich angehörte, als Reiseführer fungierte. Im Laufe der Tage kam er auf dieses Buch zu sprechen und während der doch recht langen Busetappen vertiefte mich in einen von ihm zur Ansicht verliehenen Vorabdruck.
Wer (wie ich) abseits jeglicher Religiosität und bar jedes Glaubens an übersinnliche Dinge aufgewachsen ist, wird mit diesem Buch spätestens dann sein Problem haben, wenn Uwe Rolli über seine (angeblichen) eigenen Erfahrungen mit Levitation oder dem körperlichen Eindringen in Stein berichtet. Über diese und ähnliche Ansichten entspannen sich damals vor Ort doch zum Teil recht hitzige Diskussionen. Bitte bedenken: In diesem Buch werden die derzeit allgemein von der Historikerzunft anerkannten Forschungsergebnisse über die Maya negiert und zum Teil Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Dazu kommt ein doch recht holpriger Schreibstil, der höchste Aufmerksamkeit verlangt, beim Nicht-Esoteriker jedoch häufig Kopfschütteln und pure Ablehnung, gelegentlich allerdings sogar Heiterkeit hervorruft.
Ich bin Uwe dennoch dankbar, dass er mir Ansichten weitab jedes handelsüblichen Reiseführers nahegebracht hat, auch wenn ich sie in keinster Weise teile. Das Buch werde ich mir jedenfalls trotz alledem zur Vervollständigung meiner Reiseerinnerungen zulegen.
Bewertung: 2 von 5
Donnerstag, 31. Januar 2008
DVD-Rezensionen (009): La Boum 1 & 2 (1980/1982)
Ach ja, das waren noch Zeiten, in denen die beiden "La Boum"-Filme im TV liefen. Unabhängig von der Anzahl der Ausstrahlungen war es am Morgen darauf in der Schule jedesmal Tagesgespräch. Wir halbwüchsigen Bengel waren natürlich in Sophie Marceau verknallt, die Mädels diskutierten ihre männlichen Favoriten.
Mit dem Abstand von 20 Jahren wirkt manches natürlich sehr seicht und sehr weit weg, wie aus einer anderen Welt. Aber das Gefühl, eine schöne Zeit erlebt zu haben stellt sich trotzdem immer wieder ein. Für eine nostalgische Zeitreise in Gedanken ist diese Box jedenfalls bestens geeignet.
Über die Handlung der Filme noch großartige Abhandlungen zu schreiben ist sicherlich unnötig, da wohl jeder jenseits der 30 diese Filme mindestens einmal gesehen hat. Da macht die Herkunft gar keinen Unterschied aus, liefen diese Klassiker der 80er doch sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik.
Umso mehr ist die Ausstattung der Box zu würdigen, die neben vertretbarem Bild und Ton noch eine dritte DVD mit Bonusmaterial bietet. Szenen vom Casting der jugendlichen Darsteller, Erinnerungen der Autoren, des Regisseurs und der Schauspieler und der wunderschön gefilmte Kurzfilm "Un océan de blé" in dem Sheila "Pénélope" O'Connor und Alexandra "Samantha" Gonin erneut zusammen spielen. Sie etwa 20 Jahre älter zu sehen ist hochinteressant, leider verfügt dieser Film nicht über deutsche Untertitel.
Dennoch: Unbedingter Kauftip!Bewertung: 5 von 5
Aussteiger
Darüber hinaus hat Hillary Clinton die für sie bedeutungslose Vorwahl in Florida klar gewonnen, John McCain hingegen kann nach seinem Sieg im selben Bundesstaat langsam als der Favorit der republikanischen Wähler angesehen werden.
Auf historischem Boden
Davon abgesehen war es auch der Schauplatz einer Tragödie, die über Jahrzehnte totgeschwiegen wurde.
Selten so gelacht - Part 2
Hallo Sven,
vielen Dank für deine Mail. Du hast recht, das war kein Witz. Das war geschmacklos. Gemerkt haben wir das sofort nach der Moderation. Und sofort haben wir den Moderator dafür gerügt. Jetzt haben die Programmverantwortlichen und die Redaktion deine Mail und eine weitere zum gleichen Vorfall noch einmal mit dem Moderator diskutiert. Natürlich ist er auch eurer Meinung, es tut ihm leid. Ihm ist einmal mehr bewusst geworden, welche Verantwortung Radiomoderatoren haben und dass sie in jedem Moment, wenn das Mikro offen ist, hochkonzentriert sein müssen.
Aber dann gings los:
Noch einen Satz hintendran. Wir alle machen Fehler. Doch meiner Meinung nach rechtfertigen Fehler von anderen nicht, dass man selbst über den Ärger und Frust ob dieses Fehlers die Fassung verliert und den Gegenüber in so unhöflicher, unfreundlicher und unsachlicher Art versucht zur Sau zu machen!
Grüße,
Jens
Ach Du armes Redaktions-Hascherl, schmeckt der Brei schon wieder? In diesem Falle halte ich es mit Toni Schumacher: "Wer austeilt, muß auch einstecken können." That's it!
Mittwoch, 30. Januar 2008
CD-Rezensionen (008): Alphaville - Forever Young (1984)
Es kommt bekanntlich wahrlich nicht jeden Tag vor, dass deutsche Musik vom Ausland goutiert wird. Wenn dann aber eine Band aus dem westfälischen Münster einfach mal so einige der internationalen Tophits einer ganzen Dekade aus dem Ärmel schüttelt ist dies sicherlich äußerst bemerkenswert.
Die 80er waren das Jahrzehnt des Pop im Allgemeinen und des Synthie-Pops im Speziellen. Alphaville lieferten auf ihrem Debütalbum Wegweisendes ab, wobei neben den bekannten Singleauskopplungen besonders "A Victory Of Love" ,"Summer In Berlin" und "Fallen Angel" herauszuheben sind. Eine Platte wie aus einem Guss, ein Pflichtbestandteil in jeder 80er-Sammlung! Das Nachfolgealbum konnte den Standard noch halten, leider stürzte die Band danach ab und verprellte mit gewagten Stilwechseln viele Fans. Ein Live-Konzert, das ich Mitte der 90er erlebte, bot nur noch ein Bild des Jammers, von daher ist diese Platte eine liebevolle Aufbewahrung schöner und weniger schöner (was für ein Drama, als meine Eltern versehentlich die Kassette mit den mühsam aus dem DDR-Radio aufgenommenen Songs löschten!) Jugenderinnerungen. Daher war "Forever Young" auch eine der ersten CDs, die ich nach der Währungsunion kaufte.
Wie international Alphaville daherkamen lässt sich vielleicht noch aus der Tatsache ableiten, dass ich bei meinen amerikanischen Freunden, die die Hits aus ihrer Jugend kannten, äußerstes Erstaunen auslöste, als ich ihnen die Herkunft der Band verriet. Keiner hätte in Alphaville eine deutsche Band vermutet.
Bewertung: 5 von 5
Dienstag, 29. Januar 2008
Holla die Waldfee!
Buch-Rezensionen (008): Clemens Carle - Rad-Abenteuer Panamericana (1994)
Man muß wohl schon mächtig einen Hau haben, um sich auf den Höllenritt auf der Panamericana von Feuerland bis nach Alaska zu begeben und das nicht etwa per Auto oder Flugzeug, sondern auf dem Fahrrad. Clemens Carle, dessen (handsigniertes) Buch ich 1995 in meiner Bundeswehrkaserne zufällig fand und während einer langweiligen Nachtwache in einem Ritt auslas, ging Anfang der 90er auf eben diesen Extremtrip. 3 Jahre Dauer und 45.000 Kilometer - Unfälle, Pannen, Krankheiten und knifflige Situationen inklusive.
Bücher, die von Abenteurern geschrieben werden sind in den seltensten Fällen hochklassige Literatur. Dies ist aber auch nicht der Anspruch, weder der des Autors, noch von mir als Leser. Ich möchte etwas über die Tour sowie Land und Leute erfahren und dies hat dieses Buch definitiv zu bieten. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass vorliegender Reisebericht meine bis heute anhaltende Leidenschaft für Lateinamerika so richtig geweckt hat. Als ich dann etwa 10 Jahre später selbst in mehreren Ländern die "Traumstraße der Welt" befuhr (im Gegensatz zum Autor im sicheren Bus), mußte ich immer wieder an dieses Buch denken. Wie schreibt Clemens Carle auf dem Bucheinband so treffend? "Pedale Dich also durch die 45 000-km-Seiten, dann wirst Du wissen, was ich meine. Und wenn Du hinterher in Kopf und Beinen ein Kribbeln verspürst, gleichfalls auf die 'lange Meile' zu gehen, würde mich dies gar nicht wundern!".
Bewertung: 4 von 5
Achten Sie auf Ihre 6-Uhr-Position...
Ich spiele momentan den Kampagnenmodus auf deutscher Seite und kam bisher relativ problemlos zurecht. Nun aber hat die KI der Gegner einen dermaßenen Sprung nach vorn getan, dass es mich öfter vom Himmel pustet. Ganz arge Probleme habe ich in Dog fights mit P-39 Airacobras, die die Amerikaner damals im Rahmen des Lend-Lease-Acts an die Sowjetunion lieferten. Was schreibt der Wahnsinnige da im Wiki-Artikel? "Allerdings war die Airacobra bei deutschen Piloten nicht sonderlich gefürchtet, sie galt wegen des Mittelmotors als leicht abzuschießen."
BITTE???
Gestern habe ich Stunden und unzählige Versuche an einer Mission gegen vier Maschinen dieses Typs gesessen. Beim Anflug brechen zwei Rotten jeweils nach links und rechts weg und kaum hatte man sich mal einen nur halbwegs günstig vor das Rohr geholt, krachte es schon wieder, weil sich der Flügelmann oder das andere Paar klammheimlich an mein Heck anschlich. Besonders frustrierend ein Versuch, in dem ich 3 Maschinen schon in die ewigen Jagdgründe geschickt hatte und die vierte mich dann ganz gelassen durchlöcherte.
Da lässt man Nerven!
Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen
Die bemerkenswerteste Nachricht dürfte der Einzug der Partei DIE LINKE in beide westdeutschen Landtage sein, Deutschland steuert allem Anschein nach auf ein parlamentarisches 5-Parteien-System zu.
Montag, 28. Januar 2008
DVD-Rezensionen (008): Maria voll der Gnade (2004)
Der lateinamerikanische Film ist (zu Unrecht) in Europa nahezu unbekannt. Eine der wenigen Ausnahmen, die es in hiesige Kinos schafften war diese kolumbianisch-amerikanische Co-Produktion.
Maria, 17 Jahre alt und ungewollt schwanger, schuftet in einer Rosenfabrik nahe der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Nachdem sie nach einem Streit den Job hingeschmissen hat, bekommt sie in ihrer verzweifelten Lage das Angebot, als sogenanntes "Maultier" Kokain in ihrem Körper in die USA zu schmuggeln. Nach anfänglichem Zögern nimmt sie den hochriskanten Auftrag an, um vom Verdienst ihre Familie zu unterstützen. Nur mit Glück übersteht sie die Einreisekontrollen unbeschadet, doch nun fangen die wirklichen Probleme erst an...
Die Handlung des Films ist bitterer Alltag, verzweifelte Menschen aus Lateinamerika riskieren tagtäglich ihr Leben um der Armut zu entfliehen. Dieses Dilemma wird von Regisseur Joshua Marston ohne große Effekthascherei realistisch geschildert, wobei er sich auf die erstaunlich reife Schauspielerleistung von Catalina Sandino Moreno in ihrer ersten Filmrolle stützen kann. Die Newcomerin wurde zu Recht für den Oscar nominiert.
Die ganze Menschenverachtung der Drogendealer wird zum einen hinterhältig versteckt (der örtliche Boss droht mit sanften Worten damit, sich mit Marias Familie zu "unterhalten", sollte auf dem Transport etwas schiefgehen) oder offen brutal (die abholenden New Yorker Bandenmitglieder, die die "Maultiere" wie Dreck behandeln) dargestellt.
Das Cover zeigt Maria wie eine Gläubige, die die Hostie (in diesem Fall die Kokain-Packung) empfängt. Sehr eindringlich und dem Katholizismus der Kolumbianer entsprechend.
Einzig und allein manche Längen der in New York spielenden Szenen verdienen einen Punkt Abzug. Bild und Ton sind gut, die Zusatzaustattung der DVD jedoch nicht übermäßig üppig. Dennoch sei dieser Film allen Liebhabern von Filmen jenseits des Mainstreams wärmstens ans Herz gelegt.
Bewertung: 4 von 5
CD-Rezensionen (007): Die Doofen - Lieder, die die Welt nicht braucht (1995)
Ja ja, "Die Doofen". Kaum zu glauben, dass Olli Dittrich und Wigald Boning mit ihren Gaga-Songs 1 Million Exemplare dieses Albums verkauften, mit Preisen von Bambi bis Goldene Stimmgabel überhäuft wurden, "Mief" auf Platz 1 der Charts hievten und sogar als Vorband von Bon Jovi vor zehntausenden Zuschauern auftraten. Sowas ging wohl wirklich nur in den 90ern.
Hört man sich die Platte jedoch heute an, stellen sich leichte Ermüdungserscheinungen ein. Einige Schmunzler entlocken mir noch der geschmetterte Background von Olli Dittrich als Günter Strack ("Warum?") oder der von ihm persiflierte Rudi Carrell in "Ich bau Dir ein Haus aus Schweinskopfsülze". Ebenfalls witzig das hessisch gebabbelte "Jesus" (Ja aus Wasser, da macht er Wein - wer will da nicht sein Kumpel sein?" - Ganz großes Kino!). Alles in allem lässt sich hier schon durchaus nachvollziehen, warum gerade Dittrich bis heute so erfolgreich ist, er ist in allen Belangen einfach vielseitiger als Wigald Boning.
Also dann: Hoch die Tassen, im Chor "Volltreffer" angestimmt und auf Zeitreise in die 90er gehen!
Bewertung: 3 von 5
Sonntag, 27. Januar 2008
2:2
Buch-Rezensionen (007): Gert Ledig - Vergeltung (1956)
Auf den Autor Gert Ledig wurde ich 1999 durch einen Artikel im SPIEGEL aufmerksam. Ausgelöst durch den Schriftsteller W.G. Sebald setzte eine Debatte ein, die den Bombenkrieg gegen Deutschland nach Jahren der Tabuisierung thematisierte und somit auch diesen, ursprünglich 1956 erschienenen, Roman aus dem Dunkel der Vergessenheit holte.
Geschildert wird in teils unbarmherzig detaillierter Schilderung des Grauens ein Bombenangriff auf eine deutsche Stadt im Jahre 1944. Das Geschehen wechselt im Zeitrahmen von nur einer Stunde von einem Schauplatz des Schreckens zum nächsten, bis hin zu einer abgeschossenen Bomberbesatzung, die vor drohender Lynchung fliehen muß. Ledig erspart dem Leser nichts, es wird auf brutalste Weise gestorben, wer die irrsinnige Realität des Krieges nur ansatzweise verstehen will, sollte dieses Buch lesen auch wenn es starke Nerven erfordert.
Von der von Verdrängung geprägten Gesellschaft der 50er Jahre abgelehnt, zog sich Gert Ledig letztendlich vollständig von der Schriftstellerei zurück und erlebte erst in seinem Todesjahr 1999 die späte, jedoch hochverdiente Anerkennung.
Bewertung: 5 von 5
Es hat nicht sollen sein...
Bitter, bitter. Durch einen Siebenmeter drei Sekunden vor Schluß verliert die deutsche Handball-Nationalmannschaft das EM-Halbfinale gegen Dänemark mit 25:26. Nach einer bravourösen kämpferischen Leistung arbeitete man sich nach 2 Toren Rückstand 20 Sekunden vor Ende der Partie noch auf den Ausgleich heran, um dann mit leeren Händen dazustehen. Die Dänen lagen stellenweise schon 5 Tore zurück und haben den Sieg somit sicherlich verdient. Glückwunsch an unsere Nachbarn und viel Erfolg morgen im Finale gegen Kroatien!
Ob sich das vom Turnier gezeichnete deutsche Team morgen beim Spiel um Platz 3 gegen Frankreich noch einmal ausreichend motivieren kann bezweifle ich zwar, aber trotzdem viel Glück, Jungs!
Nachtrag 27. Januar: Meine Befürchtungen haben sich bestätigt, völlig entkräftet verliert die DHB-Auswahl das Spiel gegen Frankreich mit 26:36.
Samstag, 26. Januar 2008
Selten so gelacht
"Der Chinese ***, laut "Guinness Buch der Rekorde" der am stärksten behaarte Mann der Welt, sucht jetzt mit Hilfe einer Online-Datingagentur eine Frau. Ich hab mir das mal angesehen...rausgeschmissenes Geld, er sollte es doch lieber im Zoo versuchen."
Dazu noch der obligatorische eingespielte Lacher vom Band. Wieder zu Hause hab ich noch voll geladen den Rechner angeworfen und eine...nun ja...nicht eben höfliche Mail (Zitat: "Aber sonst alles klar im Formatradioschädel?") ins Studio gesendet und noch eine in etwas moderaterem Tonfall an den zuständigen Chef vom Dienst. Reaktion bisher: keine.
Es lebe die sinnvolle Verwendung meiner Rundfunkgebühren!
Freitag, 25. Januar 2008
Handball-Krimi, die Nächste
Junge, Junge, das war ja wieder nervenzerfetzend gestern abend. Aber dank einer großartigen kämpferischen Leistung gegen Schweden steht Weltmeister Deutschland (leider mit einigen Verletzten als Kollateralschaden) am Samstag im EM-Halbfinale gegen Dänemark. TV-Pflichttermin! Hoffentlich klappt es mit dem Finale und einer möglichen Revanche gegen Monsieur Unsportlichkeit.
DVD-Rezensionen (007): Große Haie - Kleine Fische (2004)
Eines vorneweg, ich liebe computeranimierte Trickfilme und sammle sie auch, solange sie noch in überschaubarer Anzahl erscheinen. Allerdings dürfte "Große Haie - Kleine Fische" der bisher Schwächste in meiner Kollektion sein.
Technisch ist der Film rund um Fisch Oscar und seinen vegetarischen Haifreund Lenny sicherlich sehr gut - allerdings ist das bei diesen Produktionen mittlerweile Standard. Die Story lockt außer dem ständigen Einbinden von Filmzitaten kaum jemandem hinter dem Ofen hervor und nur die Ähnlichkeit der Fische mit ihren (Original)Sprechern ruft eine gewisse Begeisterung hervor.
Und da wären wir schon beim Hauptkritikpunkt, der deutschen Synchronisation. Normalerweise bin ich kein beinharter Verfechter der Originalfassung. Aber während sich in dieser die erste Hollywoodgarde (Will Smith, Angelina Jolie, Renée Zellweger, Robert De Niro, Martin Scorsese, Jack Black, Peter Falk) die Ehre gibt, darf man sich hierzulande (von dem wie immer grandiosen Christian Brückner einmal abgesehen) mit einem absolut überforderten Daniel Fehlow (GZSZ) herumschlagen, von anderen RTL-Eigengewächsen wie Yvonne Catterfeld oder Frauke Ludowig mal ganz zu schweigen. Die zwei Punkte gibt es für die Grafik, ansonsten ziehe ich bei Dreamworks-Produktionen ganz klar "Shrek" und "Flutsch und weg" vor.
Bewertung: 2 von 5
Donnerstag, 24. Januar 2008
CD-Rezensionen (006): Heinz Rudolf Kunze - Der schwere Mut (1983)
Diese Platte bekam ich durch einen Freund erstmals Mitte der 90er zu hören, also gut 10 Jahre nach Erscheinen.
Laut Heinz Rudolf Kunzes Homepage betrachtet er sein 1983er Album als sein Schwächstes. Das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, vereinen sich doch brilliante Texte mit handwerklich gut gemachter Musik. Sicherlich wie viele deutsche Interpreten der friedensbewegten frühen 80er sehr kopflastig und deutlich von der politischen Situation geprägt ("Keine Angst"), präsentiert sich Kunze musikalisch hier doch überraschend vielseitig. Trübseliger Jazz ("7. Juli vormittags" - mein Lieblingsstück auf der Platte!) wechselt sich mit dem bitterbösen, vom New Wave geprägten "Die Fütterung" ab, während "Willkommen in meiner Lagune", "Arme Johanna" und "Auf der Durchreise" regelrecht beschwingt daherkommen, ebenso wie das textlich nach wie vor prima zum heutigen Turbokapitalismus passenden "Geht das nicht alles nochnbißchen schneller".
Seine Stärken spielt Kunze jedoch eindeutig in den nachdenklichen Stücken aus, neben der schon erwähnten Spießeridyllenbeschreibung "7. Juli vormittags" im Titelsong und "Man kann doch zu sich stehen wie man will." Für die volle Punktzahl reicht es zwar nicht ganz, dennoch immer wieder gerne aus dem Regal gekramt.
Nee, nee, Herr Kunze, das war eines ihrer Guten!
Bewertung: 4 von 5
Mittwoch, 23. Januar 2008
Heath Ledger †
(Foto: Wikipedia.org)
Auch wenn ich kein Riesenfan von Ledger war, finde ich sein frühes Ableben äußerst bedauerlich, gerade nach dem kürzlichen Tod von Brad Renfro ("Der Klient"). "Ritter aus Leidenschaft" hat mir beispielsweise sehr gut gefallen, für "Brokeback Mountain" war er für den Oscar nominiert und im kommenden "Batman"-Film wird er nun posthum als "Joker" zu sehen sein. Sehr makaber...
Nachtrag 24.01.: Anscheinend handelte es sich doch um einen Unfall mit Medikamenten.
Buch-Rezensionen (006): Gert Prokop - Wer stiehlt schon Unterschenkel? (1977)
Die Fälle des kleinwüchsigen Detektivs Timothy Truckle entdeckte ich durch einen Zufall vor etwa 25 Jahren in einem DDR-Jugendbuch mit gesammelten Detektivgeschichten von Conan Doyle bis eben Gert Prokop. Neugierig geworden, las ich dann die beiden Bücher (neben "Wer stiehlt schon Unterschenkel?" noch "Der Samenbankraub") und, inzwischen beide in meinem Besitz, begeistern sie mich bis heute.
Das Buch, original erschienen in den 70er Jahren, spielt im Chicago des 21. Jahrhunderts. Die USA haben sich durch eine Schutzglocke streng vom Rest der Welt abgeschirmt und sind in einem degenerierten Zustand, beherrscht von einer Handvoll Großkonzerne. Timothy Truckle, Whiskykenner und -liebhaber, arbeitet mit Hilfe seines Großrechners "Napoleon" an den vertracktesten Kriminalfällen, ohne sich dafür bei den Mächtigen anzubiedern. Mehr noch, insgeheim steht er in Kontakt mit dem UNDERGROUND, einer geheimnisvollen Widerstandsorganisation.
Natürlich ist das USA-Bild stark aus sozialistischer Sicht geprägt, allerdings lassen sich durchaus Parallelen zu aktuellen Entwicklungen erkennen. Wer großzügig über erwähnte Schwächen hinwegsehen mag, bekommt großartige und spannende Lektüre geboten. Gert Prokop, der 1994 freiwillig aus dem Leben schied, enwirft ein düsteres Endzeitszenario, das so abseitig gar nicht mehr erscheinen mag. Ein Hauch "1984", etwas "Blade Runner" und viel "Sherlock Holmes" - bitte lesen!
Bewertung: 4 von 5
Dienstag, 22. Januar 2008
DVD-Rezensionen (006): A Snake Of June (2002)
Frage: Muß ein Film massenhaft nacktes Fleisch zeigen, um eine erotische Atmosphäre zu erzeugen? Nachdem ich "A Snake Of June" sah, muß ich konstatieren: Definitiv nicht!
Zur Handlung des Films von Shinya Tsukamoto: Die unglücklich mit dem wesentlich älteren und unter krankhaftem Putzwahn leidenden Shigehiko verheiratete Rinko arbeitet bei der Telefonseelsorge. Von einem ihrer suizidgefährdeten Klienten bekommt sie eines Tages heimlich geschossene Fotos zugeschickt, die sie in verfänglichen Situationen zeigen. Der Erpresser zwingt sie, ihre bisher verborgen gehaltenen Fantasien in der Öffentlichkeit auszuleben. Rinko, die zudem ihre Brustkrebserkrankung vor ihrem Mann zu verheimlichen sucht, muß auf die Forderungen eingehen, die immer bizarrer werden...Die Fotografenszene im Regen ist das Erotischste, was ich seit langem in einem Film gesehen habe und dies, wie bereits erwähnt, ohne allzu viel der Kameraoptik preiszugeben. Dieser Film ist sicherlich nichts für jedermann, Voyeure mögen sich enttäuscht abwenden, Frauen die Dominanz von Männerfantasien bemängeln. Trotzallem ist Tsukamoto (der den todkranken Erpresser spielt) ein Meisterwerk in stark blaustichiger schwarz-weiß-Optik gelungen. Die Handlung des Films wird immer wieder von surrealistischen Momenten unterbrochen, für die Japans Enfant terrible bekannt ist. So lässt der Regisseur den Zuschauer verstört zurück, verpflichtet, sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Besonders beeindruckend die darstellerische Leistung der Theaterschauspielerin Asuka Kurosawa als Rinko. Unbedingt ansehen!
Bewertung: 5 von 5U4
Montag, 21. Januar 2008
CD-Rezensionen (005): Anne Clark - The Sitting Room (1982)
Das Debütwerk der begnadeten britischen Poetin bewegt sich noch ohne klare Linie zwischen mehreren Stilen. Gehört der melancholische Titeltrack mittlerweile zu Anne Clarks Klassikern, fallen die anderen Stücke in ihrer Qualität doch etwas ab. Die auf den kommenden Alben verfolgte Richtung elektronischer Musik, kombiniert mit eindrucksvoller Rezitation gesprochener Lyrik bester Machart (welche Clark bis Ende der 80er Jahre beibehielt) ist jedoch schon zu erkennen.
Die Lauflänge bewegt sich nur etwas über einer Viertelstunde, dieses Werk ist also eher als eine EP denn als ein vollwertiges Album anzusehen. Für Einsteiger seien besser die späteren Veröffentlichungen "Changing Places" und "Hopeless Cases" empfohlen.
Bewertung: 3 von 5Januarspaziergang
Buch-Rezensionen (005): Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1984)
Die Crux bei vom Feuilleton hochgelobten Büchern und zudem noch zu modernen Klassikern erklärten Büchern ist oftmals die Nagelprobe des eigenen Literaturgeschmacks. Leider hat Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" eben diesen Test bei mir nicht bestanden.
Las sich die kurze Inhaltsangabe noch vielversprechend und erhoffte ich mir ein spannendes Beziehungsdrama vor dem geschichtlichen Hintergrund des Prager Frühlings, wurde ich doch für meinen Geschmack eher mit einer äußerst zäh erzählten Liebesgeschichte konfrontiert, die den hochinteressanten geschichtlichen Kontext nahezu vollständig ausblendet. Ich mußte mich doch recht arg dazu zwingen, mich durch dieses Buch zu "arbeiten", um schlußendlich unzufrieden eine doch recht herbe Enttäuschung zu konstatieren. Es gibt bessere Dramen, es gibt bessere Werke über die Ära, warum dieses Buch von der Kritik so hochgelobt wurde, hat sich mir leider nicht erschlossen.
Bewertung: 2 von 5