(Foto: Welt.de)
Freitag, 22. August 2008
Wolfgang Vogel †
Donnerstag, 21. August 2008
CD-Rezensionen (063): Deine Lakaien - Deine Lakaien (1986)
(Cover: Amazon.de)
Da sowohl "Colour-ize" als auch "Love Will Not Die" heute einen gewissen Kultstatus genießen, steigt man praktisch mit einem gerüttelt Maß an Legende in dieses Album (damals in einer Auflage von 500 Stück im Eigenverlag erschienen) ein. Sind diese beiden Stücke noch genehmes Tanzbodenfutter für den geneigten Schwarzkittel, wird es mit "Nobody's Wounded" zum ersten Male richtig avantgardistisch. Veljanov erreicht zwar noch nicht das ihn heute einzigartig machende warme Timbre seiner Stimme, aber die ploppenden, klirrenden und verstörenden Sounds heben diesen Track ganz weit über die anderen dieses Albums heraus.
"Mirror Man" hämmert ordentlich aufs Blech und der Mann mit den toupierten Haaren gibt zu düsteren Hintergrundklängen einen schräg-fiesen Sprechgesang zum Besten. Bei "The Dive (Let Me)" dröppeln und wabern die Synthie-Klänge nur so aus den Boxen, ein paar davon meine ich auch auf Anne Clarks Album "Changing Places" (1983) ausgemacht zu haben.
"Fashion, Passion And Pigaches" wiederum stürmt fast schon im EBM-Tempo voran, auch hier ist die Vielfalt der verwendeten Sounds schier überwältigend. Soviel Abwechslung war selten, gerade so manche heutigen Elektronik-Recken könnten sich in ihrer immer wieder gleichen musikalischen Inzucht mal ein Beispiel daran nehmen! "Wasted Years" ist wieder ein sehr schön geeigneter Song für den nächsten Wave-Tanztee und "Bells Of Another Land" bildet mit seiner feierlichen Grundstimmung einen würdigen Abschluß für diese tolle CD.
Alles auf diesem Album ruft laut "Kult!", von daher - volle Punktzahl!
Bewertung: 5 von 5
Buch-Rezensionen (063): Guido Knopp - Hitlers Helfer (1996)
(Cover: Amazon.de)
Eine der bekanntesten Dokumentationen war "Hitlers Helfer" aus dem Jahre 1996, dessen hier vorliegendes Begleitbuch die Biographien der NS-Größen Joseph Goebbels, Hermann Göring, Heinrich Himmler, Rudolf Heß, Albert Speer und Karl Dönitz enthält. Schon allein aus dem Umfang des Buchs lässt sich erahnen, dass die Lebensgeschichten von gleich sechs Personen nur in stark verkürzter Form dargestellt werden können.
Durch die im Buch logischerweise fehlenden "Histotainment"-Zutaten wie beispielsweise Spielszenen ist die Druckausgabe von "Hitlers Helfer" deutlich ernsthafter geraten als die TV-Version der Dokumentation. Zum Einstieg in die Materie für den historisch interessierten Laien sicherlich geeignet, weiterführende Literatur (wie z.B. Einzelbiographien) sei jedoch dringend angeraten.
Bewertung: 3 von 5
Mittwoch, 20. August 2008
DVD-Rezensionen (063): Sleepy Hollow (Platinum Edition) (1999)
(Cover: Amazon.de)
"Sleepy Hollow" nun, die Verfilmung von Motiven einer in den USA sehr bekannten Erzählung von Washington Irving, macht da keine Ausnahme. Trotz rollender Köpfe und teils literweise vergossenem Blut hat man es hier eher mit einem schrägen Märchen für Erwachsene als mit einem Horror- oder gar Splatterfilm zu tun.
Der Police Constable Ichabod Crane aus New York, von Johnny Depp mit einem stetigen Anflug von distanzierter Ironie gespielt, wird 1799 in das entlegene Dörfchen Sleepy Hollow geschickt, um eine geheimnisvolle Mordserie aufzuklären, die auf das Konto eines kopflosen Reiters (dämonisch gut wie immer: Christopher Walken) gehen soll. Crane, ein Mann der Wissenschaft, hält die Gerüchte für abergläubischen Unfug und findet in der attraktiven Tochter seines Wirts (Christina Ricci) eine Unterstützerin. Weitere Morde geschehen und nur langsam lüftet sich das Geheimnis des mysteriösen Reiters...
Seine stärksten Momente entfaltet "Sleepy Hollow", wenn es nur auf seine Bilder setzt. Starke Farben (herbstliches rotbraun zu Beginn, viel grau, blau und schwarz in der Mitte des Films), während die Dialoge oftmals eher karikaturenhaft gerieten.
Dies ist sicherlich weder Tim Burtons noch Johnny Depps stärkster Film. Für einen wohlig-grusligen DVD-Abend reicht er aber allemal. Pluspunkte gibt es für das umfangreiche Bonusmaterial (Trailer, Audiokommentare, Making Of, Interviews etc.).
Bewertung: 4 von 5
Dienstag, 19. August 2008
CD-Rezensionen (062) - Enigma - The Cross Of Changes (1993)
(Cover: Amazon.de)
Alles wird natürlich überstrahlt von den beiden Singles "Return To Innocence", dessen ästhetisch so eindrucksvoller Videoclip Maßstäbe setzte und das mir noch einen Tick besser gefallende "The Eyes Of Truth", das einen mit seinen Bombastklängen in die Knie gehen lässt.
Doch seine eigentlichen Stärken, die eindeutig im Spenden von Ruhe und Entspannung liegen, spielt "The Cross Of Changes" anderswo aus. So trumpft das traumhafte "I Love You...I'll Kill You" mit zarten Percussions und einer flirrenden Gitarre auf, die mich stellenweise an ABBA's "Eagle" erinnert, bevor der Track im letzten Drittel seiner fast 9 Minuten richtig losbrettert. Cretus damalige Gattin Sandra kann mit Flüstergesang ihre stimmlichen Defizite geschickt retuschieren und passt sich der Grundstimmung hervorragend an.
Bei "Silent Warrior" darf wieder das ganz große Computerorchester ausgepackt werden und der Meister greift höchstselbst zum Mikrofon, ehe der Song in den gleichen Sounds ausklingt wie "Callas Went Away" vom Vorgängeralbum. "The Dream Of The Dolphin" fällt als nüchterne Klavierballade etwas aus dem Rahmen, hat aber dennoch seinen Reiz. "Age Of Loneliness" durfte den grandiosen "Sliver"-Soundtrack schmücken, während "Out From The Deep" und "The Cross Of Changes" qualitätsmäßig doch abfallen und die Gesamtwertung etwas nach unten ziehen. Insgesamt jedoch eine nach wie vor äußerst hörenswerte CD!
Bewertung: 4 von 5
Buch-Rezensionen (062): Steve Malins - Depeche Mode - Die Biographie (1999)
(Cover: Amazon.de)
Die stärksten Passagen von Malins' Geschichte handeln kurioserweise gar nicht von der Band. Es sind die Beschreibungen der New Wave/New Romantic-Szene im Großraum London Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, aus deren Dunstkreis auch Depeche Mode auftauchten, auch wenn andere Personen und Bands wie z. B. Steve Strange (Visage), Adam Ant und andere zu diesem Zeitpunkt die alles dominierenden Protagonisten waren.
Die vorherigen Lebenswege der einzelnen Mitglieder und die Gründungsgeschichte der Band werden recht zügig, um nicht zu sagen, im Eilzugtempo abgehandelt. Wie ausführlich man das auch machen kann, hat beispielsweise Carl Magnus Palm in seiner grandiosen ABBA-Biographie "Licht und Schatten" bewiesen, wo die eigentliche Bandgeschichte in einem großformatigen Buch erst nach über 200 Seiten einsetzt. Hier werden etwa 20 Jahre des Bestehens von Depeche Mode in gerade einmal 275 taschenbuchgroßen Seiten gepresst, dies ist eindeutig zu wenig, um eine gewisse Informationstiefe zu erlangen.
Zwar gibt es durchaus sehr interessante Hintergründe zu den Entstehungsarbeiten der einzelnen Alben zu lesen, diese gleiten jedoch oftmals in nur für Technikfreaks relevante Gerätebeschreibungen von Synthesizern, Samplern und Effektgeräten ab. Der Drogenabsturz Dave Gahans in den frühen 90ern hingegen wird sehr eindringlich geschildert, wobei allerdings scheinbar hauptsächlich Presseartikel zur Recherche herangezogen wurden
Ein weiterer Schwachpunkt sind die Abbildungen des Buches, die sich größtenteils nur aus sattsam bekannten Promotionfotos rekrutieren. Insgesamt bietet das Buch Steve Malins' zu wenig, um als umfangreiche Bandbiographie durchzugehen oder um es anders auszudrücken: Das endgültige Depeche Mode-Buch ist noch nicht geschrieben...
Bewertung: 3 von 5
DVD-Rezensionen (062): Toy Story 2 (Secial Collection) (1999)
(Cover: Amazon.de)
Fortsetzungen bergen immer die Gefahr des müden Abklatsches und den Ruch der Abkassiererei in sich, bei diesem, vier Jahre nach dem revolutionären Vorgänger veröffentlichten Sequel trifft dies aber nicht zu. Die Animationstechnik hat sich weiterentwickelt, die Charaktere sind liebenswert wie eh und je und auch die neue Handlung ist durchaus originell.
Durch einen Zufall gelangt Cowboypuppe Woody (im Original gesprochen von Tom Hanks, deutsch: Peer Augustinski) erst auf einen typisch amerikanischen "Yard Sale" und dann in die Hände des skrupellosen Spielzeughändlers Al, der den wahren Wert der historischen Puppe erkennt und sie nach Japan verkaufen will. Überrascht stellt Woody fest, das er einst ein Teil einer wertvollen Spielzeugkollektion war und fühlt sich zwischen seinen alten und neuen Freunden hin- und hergerisssen. Den Buzz Lightyear, Charlie Naseweis, Rex, Slinky Dog & Co. sind bereits zu seiner Rettung unterwegs...
Neben einer spannenden Geschichte behandelt "Toy Story 2" noch ein Thema, dass jeden irgendwann betrifft. Was wird aus Spielzeug, wenn man erwachsen wird? Abgelegt, weggeworfen, aus den Augen, aus dem Sinn? Pädagogisch nicht uninteressanter Ansatz möchte ich meinen.
Technisch gibt es an der Silberscheibe nix zu bemängeln. Glasklares Bild, sehr guter Ton und mit dem bereits 1986 (!) für den Oscar nominierten "Die kleine Lampe/ Luxo jr." als beigefügten Kurzfilm gibt sich das PIXAR-Logo die Ehre.
Bewertung: 5 von 5
Montag, 18. August 2008
CD-Rezensionen (061): Die Doofen - Melodien für Melonen (1996)
(Cover: Amazon.de)
Ein paar Songs reizen zwar noch heute zum Schmunzeln ("Prinzessin de Bahia Tropical", "Ich protestiere" und vor allem die herrlich schräge Günter Strack-Veralberung "Günter's Song") oder retten die eine oder andere Ouzo-selige Party ("Zicke Zack Tsatsiki"), aber in weiten Teilen herrscht die pure Peinlichkeit. Dieses Format war bereits nach so kurzer Zeit völlig ausgereizt, von daher verwundert es nicht, dass es bei diesen zwei "Die Doofen"-Alben blieb.
Bewertung: 3 von 5
Buch-Rezensionen (061) - William Sarabande - Das verbotene Land (1989)
(Cover: Amazon.de)Nach "Land aus Eis" und "Land der Stürme" ist "Das verbotene Land" der dritte Band von William Sarabandes Vorzeit-Saga "Die großen Jäger/The First Americans". Und wieder wird ein faszinierender Mix aus purem Kampf ums Überleben, Intrigen innerhalb der Sippe, erotischen Verstrickungen und einem Schuß Mystery geboten.
Erneut werden Torka, Lonit und andere Mitglieder des Stammes zu einer gefahrvollen Flucht getrieben, als der junge Krieger Cheanah eine Rebellion gegen Torka und seine Anhänger anzettelt. Der einzige Weg führt in ein legendenumwittertes Gebiet, das von mysteriösen Kreaturen bevölkert sein soll - das verbotene Land.
Dieses Buch hat mich etwas weniger gefesselt als seine Vorgänger und einige der Nachfolgebände. Trotzdem ist es William Sarabande wieder sehr gut gelungen, die Gefahren dieses längst verflossenen Zeitalters lebendig darzustellen.
Und: Wie schon im zweiten Band der Reihe spielt wieder das geheimnisvolle Wanawut, ein Mischwesen zwischen Mensch und Tier, eine Rolle...
Bewertung: 4 von5
DVD-Rezensionen (061): Contact (Special Edition) (1997)
(Cover: Amazon.de)
Bei "Contact" nun sind die Actionfreaks definitiv falsch. Keine Weltraumschlachten, keine ballerwütigen Aliens, dafür tiefsinnige Betrachtungen über das Wechselspiel und die Gegensätze von Glauben und Vernunft.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Carl Sagan unter der Regie von Robert Zemeckis stellt diesen komplizierten Sachverhalt in zum Teil traumhaften Bildern dar. Alleine die eröffnende dreiminütige Kamerafahrt durch das Universum, untermalt von Soundfetzen, die sich immer weiter in der Geschichte des 20. Jahrhunderts zurückbewegen, ist ein kleines Meisterwerk.
Worum also geht es? Die seit Kindertagen von Funksignalen faszinierte Wissenschaftlerin Eleanor Arroway (Jodie Foster) ortet nach ihrer Ausbootung beim Arecibo-Observatorium im Rahmen eines von einem mysteriösen privaten Gönner (John Hurt) gesponsorten Forschungsprojekts mit Hilfe des Very Large Arrays ein Radiosignal vom Stern Wega. Dieser Hinweis auf extraterrestrische Intelligenz enthält einen Bauplan für eine Transportmaschine durch Zeit und Raum, deren Bau heftige ethische Debatten auslöst. Nach einem durch religiöse Fanatiker verübten Terroranschlag steht das Projekt vor dem Aus...
Der im Film immer wieder thematisierte Kampf zwischen Religion und Wissenschaft mag für Europäer etwas befremdlich wirken, wer aber um die Glaubensrealität in den USA weiß, sieht darin eher einen mutigen Diskussionsansatz. Der große Einfluß, den Verteter religiöser Gruppen auf die Politik in den Vereinigten Staaten haben, wird eher weniger in der Rolle des von Matthew McConaughey gespielten Palmer Joss sondern vielmehr in der Nebenfigur des von Rob Lowe dargestellten Richard Rank deutlich.
Auf "Contact" muß man sich einlassen können, dies ist kein Film für nebenbei. Er beeindruckt durch starke Effekte, einen wie immer herrlich fiesen James Woods als Sicherheitsberater Michael Kitz und grandiose Landschaftsaufnahmen aus Puerto Rico und New Mexico. Jodie Foster und vor allem Matthew McConaughey haben sicherlich schon bessere Vorstellungen gegeben, dies wird aber durch den Gesamteindruck des Films mehr als wettgemacht.
Abzug erhält diese DVD durch das etwas verwaschene Bild, die billige Aufmachung des Silberlings und die dürren Extras. Bei einer "Special Edition" erwarte ich einfach etwas mehr, zumal die komplexe Thematik viele Möglichkeiten für weiterführende Informationen angeboten hätte.
Bewertung: 4 von 5
Sonntag, 17. August 2008
CD-Rezensionen (060): Front 242 - Geography (1982)
(Cover: Amazon.de)
Vieles klingt hier noch kantig, sehr experimentell und sperrig, trotzdem findet man hier schon den einen oder anderen EBM-Genreklassiker wie z. B. "U-Men". Der Sound ist weniger dominant-wegblasend wie auf späteren Veröffentlichungen, aber selbst wenn die Platte noch irgendwie unfertig klingt und der Zahn der Zeit schon an dem einen oder anderen Sound genagt haben mag, hält man hier ein einzigartiges Zeitdokument aus den frühern Achtziger Jahren in den Händen.
Ob jetzt "Least Inklings", "Geography I" oder auch "Kampfbereit" - Schweißerbrille ausgepackt und ab durch den Zeittunnel in längst vergangene Underground-Tage!
Bewertung: 3 von 5
Samstag, 16. August 2008
Buch-Rezensionen (060): Olaf Groehler - Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980 (1980)
(Cover: Amazon.de)
Seine Stärken entfaltet "Geschichte des Luftkrieges 1910 bis 1980" sicherlich dann, wenn es um pure Fakten geht. Die wichtigsten militärischen Flugzeugtypen des 20. Jahrhunderts werden in farbigen Zeichnungen und kurzen Artikeln vorgestellt, es gibt umfangreiche Statistiktabellen zu Einsatz- und Verlustzahlen in den verschiedenen Konflikten und Skizzen zu Formationstaktiken diverser Luftstreitkräfte. Desweiteren sind zahlreiche s/w-Fotos enthalten.
Insgesamt sicherlich ein interessanter Einblick in die Geschichte des Luftkriegs aus sozialistischer Sicht, jedoch als zitierfähige Quelle mit Vorsicht zu behandeln, schon allein da als Lektor laut Impressum niemand anderes als Egon Krenz verantwortlich zeichnete.
Bewertung: 3 von 5
Ja nee, is klar...
Freitag, 15. August 2008
DVD-Rezensionen (060): Interview mit einem Vampir (Special Edition) (1994)
(Cover: Amazon.de)
Literaturverfilmungen sind ein zweischneidiges Schwert. Kennt man bereits die Buchvorlage, hat man ein bestimmtes Bild von Hauptdarstellern und Schauplätzen vor seinem geistigen Auge, fallen der Verfilmung laufzeitbedingt auch noch Handlungsstränge zum Opfer, fühlt man sich betrogen. Dies ging mir beispielsweise bei den "Harry Potter"-Filmen so.
Ich habe in diesem vorliegenden Fall den 1973 entstandene Vampirroman von Anne Rice nicht gelesen, kann also zu Unterschieden Buch-Film keine Aussagen tätigen. Fest steht für mich nur, dass dieser Film in seiner Ausstattung, seinem Soundtrack und in zum Teil faszinierenden Farben gedrehten Bildern zu begeistern weiß.
Wie bereits erwähnt, macht Brad Pitt im Duell gegen Tom Cruise die deutlich bessere Figur, selbst Antonio Banderas als Armand ist um Klassen eindrucksvoller als der mit blonden Löckchen doch recht albern aussehende Scientology-Jünger. Kirsten Dunst, die ich ansonsten als Schauspielerin nicht ausstehen kann, spielt mit ihren damals 11 Jahren die zu ewiger Kindheit verdammte Claudia doch sehr überzeugend.
Insgesamt ein moderner Klassiker des Vampirfilms, aber etwas Abzug für die für eine "Special Edition" doch sehr dürftigen Extras.
Bewertung: 4 von 5
Donnerstag, 14. August 2008
CD-Rezensionen (059) - Distain! - [li:quid] (1996)
(Cover: Amazon.de)
"Conversation Overkill" als Eröffnungssong ist gleich eine klassische Synth-Hymne, dessen blubbernde Sequenzerläufe sofort im Ohr hängen bleiben. Das Tempo wird mit "Remote Control" etwas hochgefahren, auch dieser Song hat für die Schnallenschuhträger-Fraktion durchaus Hitpotential. Leider fällt "Summer '84" dagegen ziemlich stark ab. Belangloses Teenie-Erinnerungsblabla zu nichtssagender dahinplätschernder Melodie. Davon mal abgesehen, vermeine ich ständig Marcus Meyn von Camouflage singen zu hören...
"Like The Tides" bekommt noch haarscharf die Kurve und schrammt knapp an der Kitschklippe vorbei. Damit sind die Schwachpunkte des Albums aber (fast) schon überstanden. "I Beg For You" bummert schön rhythmisch vorwärts, "Rosa Blania" ist wunderschön morbid und "Yet So Far Away" ist in seinem klagenden Grundton definitiv das schlechteste Mittel bei Liebeskummer oder Trennungsschmerz. Großes Kino!
Doch nun zum absoluten Tiefpunkt. Mit "Infinity" versuchten die Augsburger ziemlich dreist auf den damaligen "Dream House"-Zug á la Robert Miles, DJ Dado und Konsorten aufzuspringen. Ganz furchtbar.
Bei "Keep My Illusion" wird erstmals die Klampfe ausgepackt und obwohl der Gesang arg bemüht dramatisch und irgendwie übertrieben wirkt, kann das Stück mit seinem sich langsam steigerndem Spannungsaufbau bis hin zum Bombast-Finale überzeugen. "Don't Run Away" flitzt mit munteren Tempi- und Soundwechseln schon fast ins Ziel, da stellt sich noch das sperrige "Neongod" (plus eine Unplugged Version von "Keep My Illusion" als Hidden Track) in den Weg. Ob die Herren von Braun & Co. wohl den Song "Neongott" (1985) der DDR-Band City gekannt haben? Fragen über Fragen...
Bewertung: 4 von 5
Buch-Rezensionen (059) - Detlev Kirst - Costa Rica (1995)
(Cover: Amazon.de)
Neben den genretypischen Standards, wie kurze Einführung in Klima, Kultur und Geschichte des Lands, wird für jede der zum Teil völlig unterschiedlichen Regionen Costa Ricas eine reichhaltige Empfehlungsliste für Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten in allen Preisklassen angeboten. Auch wenn ich freilich nur einen Teil der beschriebenen Gegenden besuchen konnte (so blieb mir zum Beispiel die karibische Seite des Landes verborgen), verschlang ich dennoch während der Busfahrten auch die Kapitel der nicht angefahrenen Regionen. Alles ist interessant und im heiteren Stil geschrieben, aus eigener Erfahrung dringend notwendige Warnungen vor überlaufenen oder überteuerten Spots fehlen auch nicht. Vielleicht sind die Texte manchmal eine Spur zu subjektiv geschrieben, aber das stört nur selten. Für diverse Städte des Landes sind Straßenpläne der Innenstädte, für Mietwagenfahrer eine mehrseitige Landeskarte enthalten.
Insgesamt eine definitiv lohnenswerte Anschaffung, ratsam natürlich, immer auf die aktuellste Auflage zurückzugreifen.
Bewertung: 4 von 5
DVD-Rezensionen (059): Blue Velvet (Special Edition) (1986)
(Cover: Amazon.de)
Wie immer tritt das Grauen völlig unverhofft und mysteriös in das Geschehen. Der seinen durch einen Schlaganfall gelähmten Vater besuchende Collegestudent Jeffrey (MacLachlan) findet auf einem verlassenen Grundstück ein abgeschnittenes Ohr. Da die Polizei seiner Meinung nach zu inkonsequent ihrer Aufkärungsarbeit nachgeht, beginnt er mit Hilfe der Polizistentochter Sandy (Laura Dern) eigene Ermittlungen anzustellen, die ihn zu der geheimnisvollen Nachtclubsängerin Dorothy Vallens (Isabella Rossellini) führen. Die Situation gerät völlig außer Kontrolle, als der Psychopath Frank (Dennis Hopper) auftaucht, der mehr über Dorothys seltsames Verhalten zu wissen scheint und sie immer wieder auf brutalste Weise mißhandelt. Langsam zieht es auch den faszinierten Jeffrey in den Strudel aus Sex, Drogen und Gewalt...
Dieser Film verstört auch nach über 20 Jahren. Der Gegensatz zwischen friedlicher Spießerwelt und dem düsteren Nachtleben einer pervertierten Gesellschaft könnte größer gar nicht sein. Jemanden halbtot prügeln lassen, während nebenbei ganz melancholisch Roy Orbisons "In Dreams" läuft und eine zu grell geschminkte übergewichtige Frau auf einem Autodach tanzt - das kann nur ein Lynch inszenieren! Hopper als Frank Booth flucht pausenlos wie ein Berserker und gibt den Fürchterich schrecklich real.
Die Stringenz des Filmes vollführt leider ein paar holprige Bocksprünge, außerdem hätten ein paar Straffungen der Spannung sehr gut getan. Daher reicht es nicht bis zum Wertungsolymp, aber ein unbestreitbares Kultpotential hat "Blue Velvet" allemal!
Die Special Edition ist sehr schön mit Bonusmaterial (Originaltrailer, TV-Diskussionen zum Film, Hintegrundinformationen etc.) ausgestattet, auch das Bild und der Ton sind sehr gut. Daher sollte sich der Filmfreund diesen düsteren Leckerbissen nicht entgehen lassen...
Bewertung: 4 von 5
Mittwoch, 13. August 2008
CD-Rezensionen (058): Frankie Goes To Hollywood - Reload! Frankie: The Whole 12 Inches (1998)
(Cover: Amazon.de)
Doch genau dies ist bei dieser CD nicht berücksichtigt worden. War "Bang!" noch eine klasse Zusammenstellung aller Hits der sympathisch-frechen 80er-Großmäuler, ist diese Kopplung allenfalls als halbgar zu bezeichnen. Großartige Versionen, wie der den Schädel wegblasende "New York Mix" von "Relax" müssen sich gleich in Nachbarschaft zu House ("Ollie J. Mix") und Trance ("Jam & Spoon Trip-O-Matic Fairy Tale Mix") des gleichen Songs begeben. Beide Mixe alles andere als herausragend, auch wenn die deutschen DJs versuchten, wenigstens noch ein paar Takte von "Two Tribes" einzuflechten.
Zwei Mixe dieses Songs bilden auch die nächsten beiden Stationen dieser CD, wobei nur der erste ("Carnage Mix") ein Original ist, der zweite ("Intermission Legend Mix") ist billigster Eurodance-Schrott.
"Welcome To The Pleasuredome" hatte schon in der Albumversion eine stolze Lauflänge von fast 14 Minuten, der hier vertretene "Pleasurefix Mix" ist etwa 4 Minuten kürzer, nicht ganz so grandios, aber dennoch sehr lobenswert, was man vom völlig stupiden "Brothers In Rhythm Rollercoaster Mix" ganz und gar nicht behaupten kann. Gepflegte Langeweile für eine volle Viertelstunde.
Und dann der Oberhammer: Der göttliche, unerreichte, anbetungswürdige "Young Person's Guide Into The 12 Inch Mix" von "Rage Hard" um volle zwei Minuten verstümmelt, ausgeblendet, abgewürgt! Was zur Hölle...???!
Mit dem "Twelve Wild Disciples Mix" von "Warriors Of The Wasteland" gibt es zwar noch einen versöhnlichen Abschluß, aber das ausgerechnet die von Teenieknutschfeten heißgeliebte Extended Version von "The Power Of Love" fehlt, ist unentschuldbar! Dafür hätte man einen der vielen unnötigen Neumixe wegfallen lassen können. Die Anzahl der Frankie Goes To Hollywood-Sampler ist schon unübersichtlich genug, da muß man den geneigten Fan nicht noch mit halbgaren Zusammenschusterungen peinigen.
Bewertung: 2 von 5
Dienstag, 12. August 2008
*Hmpf*
Ich konnte es mir nicht verkneifen, folgenden Beitrag ins SPIEGEL Online-Forum zu posten. Obs durchkommt? Kaum anzunehmen...
[ironiemodus]Die Schlagzeilen des Tages könnten in etwa so lauten:
Olympia in Peking: Deutscher Ruder-Achter raus!
SPIEGEL Online-Redaktion: Zurückruder-Achter rein!
Oder wie muß ich es jetzt deuten, dass Präsident Saakaschwili ganz plötzlich "demagogisch nationalistische Reden" hält? Ich dachte, der stand bisher für schlagzeilenwürdige Wahrheiten, wie "Pipeline bombardiert" oder "Russen vor Tiflis"? Wie können Sie Muhammad al-Sahhaf 2.0 so schmählich im Stich lassen??? Ich fall' vom Glauben ab...[/ironiemodus]
Nachtrag, Mittwoch 05:15 Uhr: Wie zu erwarten war, fand das vor des Zensors Auge keine Gnade.
Nachtrag, Mittwoch 16:45 Uhr: Jetzt ist er doch noch da...
Buch-Rezensionen (058): Jon Krakauer - In eisige Höhen (1999)
(Cover: Amazon.de)
Die kommerzielle Extrembergsteigerei ist erst kürzlich wieder durch das verheerende Unglück am K2 in die Schlagzeilen geraten. Eine ähnliche Mischung aus Selbstüberschätzung, Ignoranz und höherer Gewalt führte auch damals direkt in ein Desaster. Krakauer, der zum Team des Unternehmens "Adventure Consultants" des Neuseeländers Rob Hall gehörte, beschreibt in seinem Bestseller detailliert die Vorbereitungen der Expedition, die Akklimatisierungstouren sowie das Zusammentreffen mit der konkurrierenden, ebenfalls kommerziellen, Expedition der Firma "Mountain Madness", die vom Amerikaner Scott Fischer geleitet wurde. Beide Bergführer kamen in diesen Tagen ums Leben.
Nach dem etwas langatmigen Beginn des Buches ist das eigentliche Geschehen hochdramatisch dargestellt, für den Journalisten Krakauer kein Problem. Man fiebert mit, man leidet mit und man trauert um insgesamt acht tote Bergsteiger. Besonders die Szene, als der im Sterben liegende Rob Hall sich aus etwa 8.750 Meter Höhe noch einmal per Satellitentelefon bei seiner Frau meldete, um sich von ihr zu verabschieden, geht sehr nahe.
Im Anschluß an die Rettung entspann sich eine hässliche Kontroverse zwischen Krakauer und Bukrejew, die sich gegenseitig Versagen und mangelnde Hilfsbereitschaft vorwarfen. Für meinen Geschmack wird der Kasache im Buch schlechter dargestellt, als er sich tatsächlich verhielt.
Der im Text zu deutlich sichtbare Konflikt Krakauer-Bukrejew schmälert die Glaubwürdigkeit des Buches deutlich, die tatsächliche Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte aller heute bekannten Schilderungen. Für eine allumfassende Darstellung aus verschiedenen Perspektiven des Geschehens sollte man sich daher noch die anderen Erinnerungsbücher ansehen. Neben den bereits erwähnten Veröffentlichungen von Gammelgaard und Bukrejew wären das noch "Für tot erklärt" von Beck Weathers oder auch "Bis zum Äußersten" von David Breashears.
Bewertung: 4 von 5
Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt...
...sang Pippi Langstrumpf so schön. In etwa so komme ich mir derzeit vor, wenn ich seit dem beginn des Konflikts in Südossetien deutsche Zeitungen, Internetseiten und TV-Programme betrachte. Da versucht ein politischer Hütchenspieler - seines Zeichens georgischer Staatspräsident - eine nach Unabhängigkeit strebende Provinz seines Landes per Militäraktion "heim ins Reich" zu holen. Inwieweit der Separationswunsch Südossetiens historisch und rechtlich begründet ist, interessiert hier eher am Rande, das sollen Staatsrechtler klären. Aber auch gegen die "eigene" Bevölkerung geht man nicht mit ungelenkten Raketenwerfern vor!
So weit, so schlimm. Nicht nur, das der Angriff mit dem Beginn der Olympischen Spiele zusammenfiel, die, trotz allen kommerziellen Verschandelungen der letzten Zeit zum Trotz, immer eine traditionelle Zeit der Waffenruhe waren. Nein, viel schlimmer, auf geradezu absurde Weise wird hier actio und reactio durcheinandergewirbelt und das sorgsam eingemottete Feindbild des "bösen Russen" wieder ausgepackt. Ich bin der Letzte, der Russlands politische Zustände in ein dermaßen beschönigendes Licht rückt wie ein gewisser Altkanzler. Aber hier stellt sich die Sachlage für mich nun mal anders da. Ein Scheindemokrat, der genauso gegen oppositionelle Kritiker vorgeht wie seine Moskauer Kollegen, hat sich diesmal mit dem Falschen angelegt und hat gewaltig die Jacke vollbekommen. Dreist wie Bolle (und immer hübsch auf Englisch vor EU-Fahnen) stellt sich der feine Herr jetzt hin und lässt eine Propagandameldung nach der anderen á la "der irakische Informationsminister sagt:" vom Stapel. Der russische Sturm auf Tiflis? Steht unmittelbar bevor. Dumm nur, das es dafür keinerlei Anzeichen gibt, die von westlichen Reportern nur ansatzweise bestätigt werden könnten. Die Russen haben die Stadt Gori besetzt? Nun, Reuters-Reporter haben bei ihrem Besuch dort nur eine menschenleere Stadt vorgefunden...
Der eigentliche Skandal ist aber die Medienschlacht, die in Deutschland dermaßen parteiisch und einseitig geführt wird, dass es einem graust. Die absurdesten Beispiele für die schändliche Vernachlässigung simpelster journalistischer Recherchestandards hat der Spiegelfechter zusammengetragen. Sehen, lesen und staunen!
Richtig übel geht es derzeit im Forum des SPIEGEL zu. Meinen nach allen Regeln der "Nettiquette" geschriebenen Protest gegen diesen als "Analyse" (!!!) verkauften Kommentar eines Lobbyverbands kassierte die interne Zensur, während zynische Rechtfertigungen des georgischen Vorgehens anscheinend keinerlei Beanstandungen hervorriefen. Selbst komplette "Off Topic"-Beiträge wurden durchgewinkt. Sagen Sie mal, würfeln die in der SYSOP-Redaktion das aus??? Ich habe langsam die Schnauze voll, dort stundenlang etwas zu schreiben, was dann eh nie erscheint. Wenns am Thema vorbei oder übel im Ton wäre, aber so? Schöne neue Medienwelt...
Und: Danke, Gorbi!
DVD-Rezensionen (058): Color Of Night (1994)
(Cover: Amazon.de)
Der Plot: Nachdem sich eine seiner Patientinnen vor seinen Augen durch das Fenster seiner Praxis in den Tod gestürzt hat, gerät der New Yorker Psychonalytiker Bill Capa (Bruce Willis) in eine Lebenskrise. Er sucht Ablenkung bei seinem Kollegen und Freund Bob (Scott Bakula) in Los Angeles, der seit einiger Zeit mysteriöse Drohungen erhält. Bob vermutet den Absender in einem seiner Patienten, die sich in Gruppentherapiesitzungen regelmäßig treffen. Kurz darauf wird er ermordet und Capa übernimmt auf Drängen der Gruppenmitglieder die Therapieleitung. Auch sein Leben gerät in Gefahr, doch welche Rolle spielt dabei das attraktive Mädchen Rose?
Das liest sich auf den ersten Blick recht spannend und sicherlich gäbe die Anlage der Handlung genug Stoff für einen spannenden Thriller her. Doch leider hat es Regisseur Richard Rush versäumt, so etwas wie sorgfältige Figurenzeichnung zu betreiben, einzig und allein der von Lance Henriksen dargestellte von Schuldgefühlen geplagte Ex-Cop Buck kann überzeugen, der inzwischen als panamaischer Tourismusminister (!) fungierende Rubén Blades als Mordermittler Martinez mutierte eher zum slapstickhaften Sidekick. Und Jane March in ihrer zweiten (und gleich letzten Hauptrolle) mochte ja hüllenlos recht nett anzuschauen sein, für den komplizierten und vielschichtigen Charakter der Rose war sie jedoch hoffnungslos überfordert. Ebenso mies: das für den Film nicht unwichtige Make Up. Alle in anderen Rollen agierenden Personen waren sofort als diejenigen zu erkennen.
"Color Of Night" ist sicherlich nicht der Totalflop, für den es damals "Goldene Himbeeren" hagelte. Mehr als ein durchschnittlicher Thriller mit viel nackter Haut beiderlei Geschlechts ist er allerdings auch nicht. Dazu passend: die äußerst spartanische Ausstattung der DVD mit mauem Bild und lediglich zwei dürren Texttafeln über die beiden Hauptdarsteller als Extras.
Bewertung: 3 von 5
Montag, 11. August 2008
CD-Rezensionen (057): Haddaway - The Drive (1995)
(Cover: Amazon.de)
Zwei Jahre nach seinem in dem Charts erfolgreichen ersten Album versuchte der Sänger aus Trinidad und Tobago mit exakt der gleichen Mischung aus tanzbaren Uptempotracks und Soulballaden zu punkten. Im Gegensatz zum Vorgänger ging das kommerziell weitestgehend schief. Die Singles schafften es in Deutschland nicht höher als Platz 25 der Charts; das Album blieb gar auf der 32 stehen.
Dabei sind einzelne Tracks der Platte gar nicht mal so übel, freilich nur, wenn man an sie ausschließlich die Qualitätsmaßstäbe des Mainstream-Dancefloors anlegt. Der Opener "Fly Away" gehört dazu, "I Know", "Breakaway", "Catch A Fire" und "Another Day Without You" sicherlich auch. Dazwischen regiert über weite Strecken das Mittelmaß. Wie auch auf dem ersten Album (dort: "Stir It Up" von Bob Marley) gibt es hier eine überflüssige Coverversion, diemal mußte "The First Cut Is The Deepest" von Cat Stevens dran glauben.
Richtig schlecht sind zwar nur die einfallslosen "Give It Up" und "Freedom", trotzdem kommt "The Drive" nicht über eine mittlere Wertung hinaus. Eine Mischung der Tanzflächenhits beider Alben bekäme von mir allerdings einen klaren Daumen nach oben.
Bewertung: 3 von 5
Isaac Hayes †
(Foto: Wikipedia.de)
"Damn, woman! I just gave you sweet loving 5 minutes ago! You try to kill me???" legendäre Worte von "Chef", dem schwarzen Koch der Anarcho-Zeichentrickserie "South Park". Nun ist sein Originalsprecher, die Black Music-Legende Isaac Hayes im Alter von 65 Jahren in Memphis, Tennessee gestorben. Hayes zeichnete für einen der größten Hits der 70er und der Filmgeschichte überhaupt verantwortlich, dem "Theme from 'Shaft'", 1971 sowohl in Großbritannien als auch in den USA an der Spitze der Charts.
Die funkige Nummer des Blaxploitation-Kultfilms geht auch nach 37 Jahren ins Ohr und in die Beine. Gleich mal einwerfen und dazu noch "Chocolate Salty Balls", der Nummer Eins-Hit mit "Chef".
Sonntag, 10. August 2008
Buch-Rezensionen (057): Hans Ring/Werner Girbig - Jagdgeschwader 27 (1971)
(Cover: Amazon.de)
Ein gesondertes Kapitel wird dem wohl bekanntesten Piloten dieses Verbands eingeräumt, dem mit 22 Jahren bei einem Einsatzunfall tödlich verunglückten Hans-Joachim Marseille, mit 158 Luftsiegen einer der erfolgreichsten Jagdflieger des Zweiten Weltkriegs. Dessen Biographieschilderung driftet allerdings allzu oft in eine pure Lobhudelei ab, ein Manko, das den Büchern dieses Verlags oftmals eigen ist. Politische Zusammenhänge bleiben außen vor, das Bild des unpolitischen Soldaten, der stets nur treu nach Befehl gehandelt hat, regiert. Eine etwas umfassendere Betrachtung wäre hier sehr wünschenswert gewesen.
Die Chronik ist deutlich umfangreicher als vergleichbare Veröffentlichungen zu anderen Einheiten, ein ausführlicher Statistikteil informiert über Einsätze, Angehörige des Geschwaders, Abschußzahlen und Verluste.
Insgesamt zwar ein lohnenswertes Buch für Geschichtsinteressierte, jedoch Abzüge aufgrund bereits erwähnter Mängel.
Bewertung: 3 von 5
Samstag, 9. August 2008
Olympia naja...
Nun sind sie also eröffnet, die wohl umstrittensten Olympischen Spiele seit Berlin 1936. Aufgrund dieses SPIEGEL-Artikels habe ich im dortigen Forum Folgendes geschrieben:
Ich bin an für sich ein begeisterter Zuschauer bei Eröffnungs- und Schlußfeiern. Arbeitsbedingt habe ich mir erst eben die ARD-Wiederholung angesehen und aller Gigantomanie zum Trotz hat mich dieses Event bis auf wenige Momente kalt gelassen. Das war Publikumsüberrumpelung durch schiere Masse, in ihrer gedrillten Perfektion kalt wie eine Las Vegas-Show.
Frau Maischberger fand ich fahrig und unvorbereitet, allerdings glänzte sie in der Nachbetrachtung jetzt eben durch einige sehr kluge Sätze. Sie sollte eben doch bei dem bleiben, was sie anerkanntermaßen kann.
Fazit: Ich habe schon Eröffnungsfeiern gesehen, die kleiner, billiger und weniger perfekt waren. Dennoch haben sie mich teilweise zu Tränen gerührt. Davon war Peking 2008 meilenweit entfernt, Sydney bleibt, trotz des durchaus eindrucksvollen letzten Abschnitts des Fackellaufs, unerreicht!
Freitag, 8. August 2008
DVD-Rezensionen (057): Eine schrecklich nette Famile - Fünfte Staffel (1990/1991)
(Cover: Amazon.de)
Neuigkeiten aus Chicagos Jeopardy Lane - die von Steve verlassene Marcy ist nicht mehr solo! Allerdings hat sie keine Ahnung, wie sie über Nacht zu dem Ehering und dem fremden Mann in ihrem Bett gekommen ist...
Ted McGinley als Marcys neuer Partner Jefferson D'Arcy fügt sich gut ins Geschehen ein, auch wenn es bis heute unter den Fans heftige Diskussionen über den persönlichen Favoriten gibt. Steve oder Jefferson? Eigentlich müßig, jeder hat auf seine Weise zum Gelingen der Kult-Sitcom beigetragen.
Leider herrscht in dieser Staffel ungewohnt viel Leerlauf. Zwar sind einige der besten Episoden überhaupt enthalten (z.B. "All Night Security Dude/Der Nachtwächter" mit dem legendären Football-Zweikampf zwischen Ed O'Neill und Bubba Smith zu den Klängen von Vangelis' "Chariots Of Fire"), aber im Vergleich, etwa zur dritten Staffel, sind doch einige Folgen eher zäh geraten. Zudem gibt es mit der Episode "Top Of The Heap/Her mit den reichen Mädchen" die Pilotfolge des letztendlich erfolglosen Spin-Offs "Top Of The Heap" zu sehen, in der Al lediglich als Aufhänger fungiert. Als Gaststars dieser Staffel agieren (neben bereits erwähntem Bubba Smith) Pamela Anderson, B.B. King und Matt LeBlanc. Als Highlights gesellen sich zur Nachtwächter-Folge die Episoden "Dance Show/Liebe geht durch den Magen", "Do Ya Think I'm Sexy/Der Unwiderstehliche" und die grandiose Doppelfolge "You Better Shop Around/Der millionste Besucher". Zum Schießen!
Die dürftige Bild- und Tonqualität stört nicht sonderlich (empfehlenswert wie immer: die englische Originaltonspur), ebenso ist der aus lizenzrechtlichen Gründen veränderte Introsong verschmerzbar. Viel mehr ärgert mich das Fehlen von Bonusmaterial und die bereits kritisierte relativ hohe Anzahl von eher unlustigen Folgen.
Bewertung: 3 von 5
Andrea Pininfarina †
(Foto: RP-online.de)
Donnerstag, 7. August 2008
CD-Rezensionen (056): Blind Passengers - Destroyka (1996)
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Drei Jahre nach ihrem Erstling "The Glamour of Darkness" veröffentlichten die Berliner mit "Destroyka" einen Nachfolger, der unerwartet und auch durchaus umstritten einen Vorgeschmack auf die in späteren Jahren folgenden harten Industrial-Klänge geben sollte.
Viele Fans der reinen Synthielehre reagierten irritiert auf die in vielen Songs dominierenden Gitarrenriffs. Im Vergleich zu den folgenden Veröffentlichungen wirkt das aus heutiger Sicht zwar noch geradezu zurückhaltend, dennoch zieht einem "Respect Yourself", das auf den mit seinen Chorälen sehr hymnisch wirkenden Opener "Nostradamus" folgt, schon ordentlich eins mit der Bratzimbel über.
Das STYX-Cover "Boat On The River" hält sich so eng an das Original, dass es dafür eigentlich nur ein Urteil geben kann: schlicht und einfach überflüssig! Wie es eindeutig besser geht, vermögen "Straight Down", "The Cross" und "Inside Out" eindrucksvoll zu beweisen. Ebenso schwer in Ordnung: Das sphärische "Dark Angels".
Die für das Album neu produzierten Versionen von "Born To Die", "Absurdistan" und "Broken Conscience" sagen mir allerdings überhaupt nicht zu, da waren die Originalmixe auf den jeweiligen Singles deutlich besser geraten. Schwachpunkt ist für mich "Turn Around", das völlig planlos durch die Gegend stampft.
Insgesamt zuviel Schatten, um die Platte vor einer mittelmäßigen Wertung zu bewahren. Mit den Originalversionen erwähnter Songs wäre mindestens ein Punkt mehr drin gewesen
Bewertung: 3 von 5
Eva Pflug †
(Foto: FAZ.de)