Montag, 4. Januar 2010

Nachtgedanken (078)

Wie man im Wikipedia-Artikel zu Johann Georg Jacobi (1740-1814) nachlesen kann, wurde von Kritikerseite nicht eben sanft mit seinen Werken umgegangen. Ob Klopstock, Herder, Lichtenberg oder Goethe - immer feste drauf! Warum eigentlich? So übel finde ich "Abend" fürwahr nicht...

Komm, Liebchen, es neigen
Die Wälder sich dir;
Und alles mit Schweigen
Erwartet dich hier.

Der Himmel, ich bitte,
Von Wölkchen wie leer!
Der Mond in der Mitte,
Die Sternlein umher!

Der Himmel im glatten
Umdämmerten Quell!
Dies Plätzchen im Schatten,
Dies andre so hell!

Im Schatten, der Liebe
Dich lockendes Glück,
Dir flüsternd: es bliebe
Noch vieles zurück.

Es blieben der süßen
Geheimnisse viel;
So festes Umschließen;
So wonniges Spiel!

Da rauscht es! Da wanken
Auf jeglichem Baum
Die Äste, da schwanken
Die Vögel im Traum.

Dies Wanken, dies Zittern
Der Blätter im Teich -
O Liebe, dein Wittern!
O Liebe, dein Reich!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Johann Georg Jacobi - den kannte ich noch nicht! Aber nachdem ich mal bei zeno.org geschaut habe, muss ich Herder z.T. Recht geben. Das Gedicht "Der Maulwurf" gehört auch zu den Dingen, die die Welt nicht braucht.
Aber auch einige Glücksgriffe sind lyrisch dabei:

Erinnerung

Glück der Engel! wo geblieben?
Wo geblieben, schöner Tag,
Als mit unbesorgtem Lieben
Ihre Hand auf meinem Herzen lag?

O sie fühlte jeden Schlag,
Und in jedem lauter Lieben!
Wo geblieben
Glück der Engel, schöner Tag?

Fazit: Mit Liebeskummer und in Abendstimmung ist er gut.... :o)

Muggenhorst hat gesagt…

Sehr schön...danke! :)