Donnerstag, 28. Mai 2009

Nachtgedanken (050)

Für die Jubiläumsausgabe der "Nachtgedanken habe ich mir mit "Wir fanden Glanz" von dem mit nur 24 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallenen Ernst Wilhelm Lotz (1890-1914) einmal etwas Leidenschaftliches ausgesucht.

Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns
Zur Nacht, eine Sichel sang vor unserm Fenster.
Auf unsern Stimmen fuhren wir hinauf,
wir reisten Hand in Hand.

An deinen Haaren, helles Fest im Morgen,
irr flogen Küsse hoch
und stachen reifen Wahnsinn in mein Blut.
Dann dursteten wir oft an wunden Brunnen,
die Türme wehten stählern in dem Land.
Und unsre Schenkel, Hüften, Raubtierlenden
stürmten durch Zonen, grünend vor Gerüchen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Darauf kann ich nur ein paar Zeilem von mit Ernst Wilhelm Lotz aus "Die Nächte explodieren in den Städten" antworten:

Wir haben uns dem Tage übergeben
Und treiben arglos spielend vor dem Wind,
Wir sind sehr sicher, dorthin zu entschweben,
Wo man uns braucht, wenn wir geworden sind.

Muggenhorst hat gesagt…

Auch sehr beeindruckend...vielen Dank!