Sonntag, 17. Februar 2008

DVD-Rezensionen (014): Deutschlandspiel (2000)


(Cover: Amazon.de)

Dieser spannende TV-Zweiteiler behandelt im ersten Teil den Zeitraum vom Tag des 40. Jahrestages der DDR-Gründung (07. Oktober 1989) bis zum Tag des Mauerfalls (09. November 1989) und im zweiten Teil die Monate bis zur Wiedervereinigung (03. Oktober 1990). Dies alles in spannenden Spielszenen, kombiniert mit Aussagen von beteiligten Zeitzeugen.

Man kann sich hier einen guten Einblick verschaffen, wie glücklich die friedliche Revolution in der DDR ablief. Hätten sich die Hardliner im SED-Politbüro um Erich Honecker durchgesetzt, hätte es bei den Massendemonstrationen in Leipzig und anderswo auch ein gewaltsames Einschreiten der Sicherheitskräfte analog der Vorgänge in Peking 1989 geben können. Das dies alles anders ablief, gehört zu den absoluten Glücksfällen der deutschen Geschichte.

Ein erstklassiges Darstellerensemble, darunter der unvergessene Sir Peter Ustinov als feinsinnig-ironischer sowjetischer Gesandter Maximytschew, Udo Samel als Michail Gorbatschow und Lambert Hamel als Helmut Kohl lassen die zum Teil dramatischen Ereignisse dieser Geschichte schreibenden 12 Monate wieder aufleben. Teilweise sehen die Schauspieler ihren historischen Vorbildern verblüffend ähnlich, insbesondere bei Udo Schenk als Horst Teltschik ist mir das aufgefallen.

Besonders intelligent fand ich die Schwierigkeit gelöst, mehrsprachige Gesprächsrunden abzubilden: Alle Darsteller sprechen deutsch, während ihnen die dabeisitzenden Dolmetscher die entsprechende Sprache (französisch, russisch, etc.) ins Ohr flüstern. Genialer Kniff!

Dieser Film sollte ein Bestandteil des Geschichtsunterrichts werden, da noch nicht einmal zwei Jahrzehnte nach den Geschehnissen wieder eklatante Wissenslücken über diese Zeit vorherrschen. Unbedingt ansehen!

Bewertung: 5 von 5

Gehst Du zum Griechen wirst Du ewig riechen...

Die Muggis sind anerkannte Anhänger der griechischen Küche. Von Gourmets aufgrund der teilweisen Komplettüberwürzung und exorbitanter Portionen geschmäht, gönnen wir uns schon allein der Gastfreundlichkeit der Wirte und des Flairs wegen ab und an einen Restaurantbesuch.

Nun sind mit einem vier Monate altem Kind die Möglichkeiten des Ausgehens naturgegeben arg eingeschränkt, aber heute wagten wir erstmals den Versuch, in Person meiner Schwiegermutter einen Babysitter zu engagieren und das nicht weit entfernte "Mykonos" (eines von zwei in Riesa existierenden griechischen Restaurants) aufzusuchen. Tja, Vorspeise und Salat bekamen wir noch problemlos hinunter, dann trudelte die Hilferuf-SMS ein: Junior schrie wie am Spieß und war nicht zu beruhigen. Also den Hauptgang einpacken lassen und im Laufschritt ab nach Hause!

Es dauerte dann eine knappe halbe Stunde unseren Nachwuchs wieder halbwegs ruhig zu bekommen, danach lauwarmes Essen aus der Styropor-Assiette - mmmhhh, lecker! *ürks*

Samstag, 16. Februar 2008

CD-Rezensionen (013): Ace Of Base - Happy Nation (1993)


(Cover: Amazon.de)

Es gibt Bands, bei denen fragt man sich im Nachhinein, warum man sie mal hörenswert fand. Ace Of Base ist für mich so ein Beispiel, doch mal ehrlich: Wer wippte anno '93 nicht zu "All That She Wants" mit dem Fuß mit?

Das erste Album der Schweden kann man grob in zwei Stilrichtungen aufteilen. Zum einen der Popreggae von "All That She Wants", in dessen Stil auch "Wheel Of Fortune" und "Happy Nation" gehalten sind, die auch gleich im Erfolgsfahrwasser des Vorgängers als Singles ausgekoppelt wurden. Zum anderen Songs in einer Art Pseudo-House wie beispielsweise "Fashion Party", "Münchhausen (Just Chaos)" oder "Dancer In A Daydream", die nicht wirklich schlecht sind, aber dennoch haarscharf an der Belanglosigkeit vorbeischrammen. Einzig und allein das Instrumental "Dimension Of Depth" (das mit ein paar Camouflage-Samples herumexperimentiert) verweigert sich der Einordnung in diese beiden Kategorien.

Man kann diese Platte heute noch einmal aus Nostalgiegründen herauskramen, ob sie wirklich unbedingt in jede CD-Sammlung gehört, bleibt dem geneigten Musikfreund überlassen. Es ist schon bezeichnend, dass mir heute die "Banghra Version" von "All That She Wants" mit ihren sphärischen indischen Sounds auf diesem Album am besten gefällt. Ein Remix als stärkstes Stück - das gibt zu denken!

Bewertung: 2 von 5

Freitag, 15. Februar 2008

Buch-Rezensionen (013): Jaques Buval - Nur für Schokolade (2000)


(Cover: Amazon.de)

Bücher über Verbrechen im Allgemeinen und über Serienmörder im Speziellen bergen oftmals die Gefahr, den Leser in eine voyeuristische Position zu hieven. Ich persönlich empfand "Nur für Schokolade", das Porträt des wahrscheinlich über 80fachen Mörders Leszek Pękalski, diesbezüglich als - den Umständen entsprechend - angenehm zurückhaltend.

Sehr deutlich wird hier deutlich, wie sehr unselige Lebensumstände in frühester Kindheit eine Persönlichkeit deformieren können. Pękalski, das Ergebnis einer Vergewaltigung, ohne Liebe und mit harter körperlicher Mißhandlung aufgewachsen, sieht seine grausamen Morde an Frauen, Greisen und Kleinkindern irgendwann als "normale" Art der Kontaktaufnahme an. Gerade diese Tatsache ist das eigentlich Schockierende.

Ein großer Teil des Buches widmet sich den Ermittlungsarbeiten der polnischen Polizei, die oftmals durch Schlamperei, Inkompetenz und ideologische Verblendung (analog des Falles Andrej Tschikatilo in der Ukraine) behindert wurden. Serienmörder passten nicht ins sozialistische Gesellschaftsbild und durften somit auch nicht existieren. Womöglich hätten einige der Opfer bei besserer Recherche überleben können.

Insgesamt eine spannende und schockierende Lektüre mit einem Vorwort des deutschen Stafverteidigers und Staranwalts Rolf Bossi, der auch den Kindsmörder Jürgen Bartsch vor Gericht vertrat.

Bewertung: 4 von 5

Donnerstag, 14. Februar 2008

Das Geistige kommt hier zu kurz...

So in etwa drückte es Hubertus Bengsch als Erster Wachoffizier in "Das Boot" aus. Das kam mir irgendwie in den Sinn, als ich letzte Nacht von Kollegen einige irritierte Blicke erntete. Anstatt wie an allen Ecken und Enden meiner Abteilung den öffentlich-rechtlichen oder privaten (gibts da qualitätsmäßig überhaupt noch einen Unterschied?) Dudelfunk plärren zu lassen, lief auf meiner kleinen MP3-Anlage unter anderem ein Podcast des BR über die Zeit des Biedermeier. Eigentlich für mich als Geschichtsinteressierten nur als grober Überblick über die Epoche gedacht, entdeckte ich für mich einige großartige Gedichte von Franz Grillparzer, August von Platen-Hallermünde, Eduard Mörike und Nikolaus Lenau. Ganz großes Weltschmerz-Kino, ich muß mir unbedingt mal Literatur dazu besorgen! 

DVD-Rezensionen (013): Auf Achse - Erste Staffel (1978)


(Cover: Amazon.de)

Das waren für mich als ein Kind der DDR aufregende Momente, wenn man knapp jenseits des "Tals der Ahnungslosen" wohnte und jede Woche imbrünstig hoffte, dass der Empfang der ARD mit vetretbarem Bildrauschen möglich war, denn nur dann konnte man als Halbwüchsiger die ganzen Vorabendserien wie "Der Fahnder" oder eben "Auf Achse" sehen.

Auch wenn mein persönlicher Bezug zu dieser Serie erst Anfang der Achtziger mit der zweiten Staffel begann, gab es natürlich bei der Veröffentlichung keine Diskussion - das muß ich haben! Und mit kleineren Abstrichen hat sich die Entscheidung auch wirklich gelohnt.

Die interessanteren der insgesamt 13 Folgen dieser Staffel sind die in losem Zusammenhang stehenden Südosteuropa-Geschichten, die die Einführung der Figuren und die erste gemeinsame Tour von Willers (Rüdiger Kirschstein) und Meersdonk (Manfred Krug) in das zum Drehzeitpunkt noch vom Schah regierte Persien beinhaltet. Natürlich kann man bemängeln wie blauäugig die Protagonisten (die eigentlich alte Truckerhasen sein müssten) in das eine oder andere Abenteuer hineinstolpern. Aber die Bärbeißigkeit Krugs und die Lässigkeit Kirschsteins machen dieses Manko der Drehbücher mehr als wett.

Die Nordafrika-Folgen fallen im Vergleich etwas ab, versprühen aber durch die exotischen Drehorte doch einen gewissen Reiz. Jedenfalls hatte ich nach den in wenigen Tagen gesehenen DVDs sofort Lust auf mehr.

Was sofort auffällt: Der Umgangston (insbesondere Meersdonks) ist gegenüber den ausländischen Akteuren ziemlich ruppig, stellenweise sogar beleidigend. Ob das heute noch in unserer weichgespülten Political Correctness-Fernsehwelt durchgehen würde? Schwer vorstellbar...

Die Box ist sehr schön im LKW-Stil gestaltet, die DVDs als Räder zu designen verdient ein Extralob! Die Bild- und Tonqualität ist - dem Alter der Serie entsprechend - vertretbar, die Dokumentationen sind verzichtbar, runden das Paket aber schön ab. Dazu noch ein annehmbarer Preis - was will der TV-Nostalgiker mehr?

Bewertung: 4 von 5

Steht auf, wenn ihr Clintons seid... *sing*

Tja, langsam wird es eng für Tante Hillary. Trotz heftiger Reaktionen wie das Feuern ihrer Wahlkampfmanagerin Patti Solis Doyle gehen auch die Vorwahlen in Maryland, Virginia und Washington D.C. an Barack Obama, der damit die Führung im Rennen um die Delegiertenstimmen (1215 zu 1190) übernimmt. In den kleineren Staaten hat Clinton wohl keine Chance mehr, jetzt heißt es kämpfen, um die großen Brocken Texas und Ohio zu holen, was schwer genug werden wird. Bei den Republikanern hat John McCain mit seinen Siegen die erforderliche Mehrheit an Delegiertenstimmen fast erreicht und kann jetzt schon mal in aller Gemütsruhe seine Strategien für den Präsidentschaftswahlkampf planen. So unpopulär wie er in manchen Wählerschichten ist wird man sehen müssen, ob der offizielle Nominierungsparteitag wieder die übliche popstargleiche Krönungsmesse wird oder nicht.

Die Rechnung bitte!

Heute hat meine Göttergattin mal eben die Werkstatt angerufen. "Ja, öhm...das Auto ist schon seit gestern fertig, wir dachten, Sie melden sich..." Ach! Wir??? Wie wäre es mal mit einer kurzen Information seitens des Dienstleisters? Aber ruhig Brauner, gaaaaaaaaaaanz ruhig...

Na denn - 490 Euro für Schloß, Batterie und Spiegelheizung. Da gibts wohl die nächsten Tage mal öfter Bratkartoffeln...

Mittwoch, 13. Februar 2008

CD-Rezensionen (012): The Beach Boys - 20 Golden Greats (1987)


(Cover: Amazon.de)

Werde ich nach den meiner Meinung nach größten Pop-Songwritern aller Zeiten gefragt, fallen bei mir immer die Namen zweier Gespanne und einer Einzelperson. Denn neben Lennon/McCartney und Andersson/Ulvaeus darf sich Brian Wilson wahrlich als eines der größten Musikgenies der populären Musik bezeichnen lassen.

Auf dieser großartigen Compilation lässt sich zwar nicht das umfassende Schaffen der Beach Boys berücksichtigen, sie bietet jedoch nahezu alle Hits, die mittlerweile zu modernen Klassikern geworden sind. Ob "Surfin' U.S.A.", "Barbara Ann", "I Get Around", "Help Me Rhonda", "Sloop John B" oder "Fun, Fun, Fun" - alles drauf! Dazu noch einer der größten Songs aller Zeiten - "Good Vibrations". Kaum zu glauben, wieviele verschiedene musikalische Ideen Wilson hier in gerade mal 3 Minuten und 39 Sekunden gepackt hat. Dies alles gepaart mit perfektem Satzgesang bis in die höchsten Stimmregionen - grandios!

Der Unterschied zum heutigem musikalischen Auswurf á la Dieter Bohlen lässt sich recht gut an "Wouldn't It Be Nice" festmachen. Dieser eingängige Song ist so vollgepackt mit Arrangements und verschiedenen Harmonien, dass einem bald schwindlig wird. Besser gehts nicht!

Wem also die Hits der Kalifornier genügen wird hier bis auf wenige Ausnahmen perfekt bedient, Musikfreunde sollten zumindestens noch "Pet Sounds" und auch Brian Wilsons "Smile" im Schrank stehen haben.

Bewertung: 5 von 5

Wir warten aufs Christkind...

...oder auf einen Anruf. Seit gestern steht unsere Familienkutsche wegen der defekten Türverriegelung in der Werkstatt. Ich mußte mich wieder per Starthilfe dorthin bugsieren lassen, da die Batterie anscheinend durch stetige Entladung endgültig den Geist aufgegeben hat. Erste Hiobsbotschaft gestern per Telefon: das Steuergerät der Zentralverriegelung ist hinüber. Das Teil mußte bestellt werden und wurde für heute erwartet. Kostenpunkt fürs Material schlappe 250 Euro, dazu eventuell eine neue Batterie, die Arbeitsstunden, wer weiß was sonst noch so alles...

Tja und seitdem wartet man. Es wäre ja nicht zuviel verlangt mal Bescheid zu geben, dass es heute wieder nichts mit der Fertigstellung wird. Aber wie heißt es so schön? Servicewüste Deutschland...

Dienstag, 12. Februar 2008

Buch-Rezensionen (012): Carl Magnus Palm - Licht und Schatten, ABBA - Die wahre Geschichte (2003)

(Cover: Amazon.de)

Eine Warnung vorneweg. Man muß nicht unbedingt ABBA-Fan sein, um dieses Buch zu lesen und zu mögen. Aber man sollte doch ein gewisses Interesse für Schweden, seine Geschichte und Traditionen mitbringen, denn "Licht und Schatten" ist mehr als eine simple Bandbiografie. Carl Magnus Palm, der für diese wohl umfangreichste Beschreibung der Pop-Heroen unglaublich gründlich recherchierte, lässt den Leser zunächst einmal die kompletten Biografien der vier Bandmitglieder und ihres umtriebigen Produzenten und Managers Stig Anderson der Vor-ABBA-Zeit miterleben. Dies mag im Detail vielleicht für den einen oder anderen ermüdend sein, gibt aber einen hervorragenden Einblick in das Leben im Nachkriegs-Schweden, das noch keinesfalls der Wohlfahrtsstaat heutiger Tage war.

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, wie wenig heil die nach außen so strahlende ABBA-Welt im Grunde genommen war. Palm erzeugt durch seine einfühlsame Schilderung Verständnis für den Niedergang der beiden Ehen durch Aufnahme-, Promotion- und Tourstress. Auch wenn diese Ereignisse mittlerweile 30 Jahre zurückliegen, erzeugt es beim Leser trotzdem immer noch eine gewisse Traurigkeit, die sich gegen Ende des Buches sogar noch verstärkt, als man hilflos auf den Abgrund des Auseinanderbrechens der Band zudriftet. Aus diesem Abschnitt stammt auch die Passage des Buches, die mich am meisten berührte und die Aufnahme meines ABBA-Lieblingssongs beschreibt:

Während der Gesangsaufnahmen gegen Ende August kam im Studio eine Art Endzeitstimmung auf. Michael Tretow empfand die damalige Situation als "sehr emotional. Man hatte das Gefühl, das ist jetzt das Ende. Agnetha nahm ihren Gesang bei ausgeschalteter Beleuchtung auf. Der Song treibt mir immer noch Tränen in die Augen." Niemand wusste es zwar zu dieser Zeit, doch "The Day Before You Came" war tatsächlich ABBAs letzte gemeinsame Aufnahme.

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen. Lesenswert!

Bewertung: 4 von 5

Montag, 11. Februar 2008

Kurz und knapp

Und auch in Maine gewinnt Barack Obama überraschend deutlich die Vorwahlen der Demokraten. Derzeitiger Stand an Delegiertenstimmen: Clinton - 1148, Obama -  1121 (erforderliche Mehrheit: 2025).

Roy Scheider †


(Foto: Spiegel.de)

Gestern starb im Alter von 75 Jahren Roy Scheider, den ich in Filmen wie "Der weiße Hai", "Das fliegende Auge" oder "All that Jazz - Hinter dem Rampenlicht" sehr gern gesehen habe. Scheider litt seit geraumer Zeit unter schweren gesundheitlichen Problemen und starb an einer Staphylokokken-Infektion. Der Schauspieler hinterlässt Frau und drei Kinder. Zum Gedenken noch einmal die berühmte Szene aus "Der weiße Hai" mit dem legendären Satz: "We're gonna need a bigger boat..."

DVD-Rezensionen (012): Red Dawn - Die Rote Flut (1984)


(Cover: Amazon.de)

Was in drei Teufels Namen mag ein ganzes Heer von Stars der 80er Jahre (Charlie Sheen, Emilio Estévez, Patrick Swayze, Jennifer Grey, C.Thomas Howell, Lea Thompson) bewogen haben, in diesem wirklich üblen, voll und ganz dem Geist der Reagan-Zeit verpflichteten Propagandaschinken von "Conan"-Regisseur John Milius mitzuwirken? Absurder und simpler kann ein Plot gar nicht gestrickt sein. Da werden die Vereinigten Staaten von finster dreinblickenden Russen und Kubanern per Fallschirminvasion überfallen (ziemliches Armutszeugnis für die größte Militärmaschinerie der Welt!), deren erstes Anliegen natürlich die sofortige Versklavung der Zivilbevölkerung ist. Nur ein Häufchen patriotischer Jugendlicher schlägt sich in die Wälder durch und liefert den kommunistischen Invasoren einen heldenhaften Guerillakampf. Die tumben Russen haben natürlich nur durch Verrat eine Chance, unseren "All American Boys & Girls" auf die Spur zu kommen...

Dieses Machwerk taugt höchstens zur Realsatire und neben "Rocky IV" als Beweis für die bizarrsten Auswüchse des Kalten Krieges. Schlimmer gehts nimmer, eines der düstersten Filmkapitel der 80er!

Bewertung: 1 von 5

Wenn wir schreiten Seit an Seit...

Wie zu erwarten war bleibt das Vorwahlrennen der Demokraten dramatisch spannend. Der Vorsprung an Delegiertenstimmen für Hillary Clinton schmolz durch die Siege Barack Obamas in Washington, Lousiana, Nebraska und auf den Amerikanischen Jungferninseln mächtig zusammen, bei den Republikanern konnte der unbeirrt weiterkämpfende Mike Huckabee, obwohl in nahezu aussichtsloser Situation, durch Siege in Kansas und Louisiana noch einmal Ausrufezeichen setzen, auch wenn John McCain weiterhin nahezu uneinholbar vorne liegt. Junge, Junge, da werden Millionen verbraten...

Samstag, 9. Februar 2008

Für Heiko

Für meinen wohl einzigen regelmäßigen Leser... ;o)



Grüße von Tina!

CD-Rezensionen (011): C.C. Catch - Super Disco Hits (1994)


(Cover: Amazon.de)

Wer C.C. Catch oder Modern Talking-Veröffentlichungen der 80er erwirbt weiß im Grunde, was ihn erwartet. Die personifizierte musikalische Monotonie und grauenvolle Englisch-Phrasen made by Dieter Bohlen. Warum bekommt diese Scheibe von mir dennoch nicht die Höchststrafe?

Nun, die 80er waren das Jahrzehnt der Extended und Maxi Versions. Und bis auf das etwa dreiminütige "Hollywood Nights" findet man eben diese verlängerten Mixe auf dieser CD. Nun mag Grauen in Langform dieses nicht eben erträglicher machen, dennoch sind Alternativversionen für Musiksammler und 80er-Fans eine interessante Sache, bei mir allerdings nur als reiner Nostalgiekauf. Tanzbar sind die Songs sicher nicht mehr, dazu hat sich das allgemein übliche Tempo von Dancefloor-Musik zu sehr erhöht. So wirken die ehemaligen Tanzbodenfüller heute stellenweise zäh wie Kaugummi und scheinen mit der falschen Geschwindigkeit zu laufen.

Aus erwähnten Gründen gibt es für diese selbst von Dieter Bohlen als musikalische Resteverwertung für Modern Talking-Abfall bezeichneten Songs die zweitniedrigste Wertung. Grandios auch das bizarre Coverfoto, einem explodierten Pudel nicht unähnlich!

Bewertung: 2 von 5

Ein Veteran zieht in die Schlacht

Gestern hat der nach den bisherigen Vorwahlergebnissen auf Platz 2 liegende republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney das Ende seiner Kandidaturkampagne verkündet. Somit steht der offiziellen Kür John McCains nichts mehr im Wege, obwohl die bisher abgeschlagenen weiteren Bewerber Mike Huckabee und Ron Paul noch nicht offiziell aufgegeben haben. Aber man kann getrost davon ausgehen, dass der Vietnamkriegs-Veteran, der nach einem Abschuß seines Flugzeugs 5 Jahre in Folterhaft verbrachte, gegen Hillary Clinton oder Barack Obama um das Präsidentenamt kämpfen wird. Ein unbequemer Gegner, allen bisherigen Umfragen zum Trotz dürfte das ein heißer Tanz für die Demokraten werden. 

Freitag, 8. Februar 2008

Buch-Rezensionen (011): Jerry Hopkins, Danny Sugerman - Niemand kommt hier lebend raus (1980)


(Cover: Amazon.de)

Bücher über die DOORS gibt es wie Sand am Meer, Erscheinungen über Jim Morrison wahrscheinlich noch viel zahlreicher. Anscheinend fühlte sich jeder, der auch nur einen einzigen Satz mit dem charismatischen Frontmann gewechselt hatte dazu berufen, etwas in der Kategorie "Mein Leben mit Jim Morrison" zu veröffentlichen. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen fällt echt schwer. Kann man also dieses Buch, das als eine der bekanntesten und besten Musikerbiografien aller Zeiten gilt, bedenkenlos weiterempfehlen? Ich meine: Ja!

Danny Sugerman (verstorben 2005), erst Fan und Bürogehilfe der DOORS, später Freund der Band und Manager von Ray Manzarek und Iggy Pop, beleuchtet zusammen mit Jerry Hopkins  in diesem Buch ausführlich die Kindheit Jim Morrisons, seine schon früh spürbare Aufsässigkeit und sein Talent zum Poeten. Die Anfänge der Gruppe werden ebenso anschaulich geschildert wie die Enstehung ausgewählter Songs und der schleichende Niedergang bis hin zum bis heute von Geheimnissen und Legenden umrankten Tod Morrisons in Paris im Juli 1971.

Neben dem aufschlußreichen Einblick in einen legendären Teil Rockgeschichte ist "Niemand kommt hier lebend raus" (eine Zeile aus dem DOORS-Song "Five To One") eine sehr gute Schilderung der Zustände im von Rassen- und Studentenunruhen, Anti-Vietnamkriegs-Protesten und Hippiekultur geprägten Amerika der Spät-Sechziger. Unbedingt lesen und die zugehörigen CDs zur Ergänzung nicht vergessen!

Bewertung: 5 von 5

Donnerstag, 7. Februar 2008

Dieter Noll †


(Foto: MDR.de)

Erst vor kurzem hab ich an dieser Stelle meine Gedanken über mein Lieblingsbuch "Die Abenteuer des Werner Holt" aufgeschrieben.

Heute nun ist der Autor Dieter Noll im Alter von 80 Jahren in Zeuthen bei Berlin gestorben.

Danke für dieses Buch...

DVD-Rezensionen (011): Cinderella '87 (1984)


(Cover: Amazon.de)

Die Firma ZYX ist nicht unbedingt als Hort des unbedingten Qualitätsfanatismus berühmt. Da werden schon mal gern CDs veröffentlicht, die eine 1:1-Übernahme von Vinyl inklusive aller Knackser enthalten. So ein minderwertiges Produkt liegt auch in diesem Falle vor. Der Kult-Vierteiler aller Teenies der 80er ist auf eine einzelne DVD gequetscht worden, die zur Krönung auch noch im billig wirkenden Slimcase steckt. Diese scheinbare Überfrachtung mit Daten überfordert so manchen DVD-Player, der dann mitten in der vierten Folge aussteigt und so den Eindruck vermittelt, ein unkomplettes Produkt erworben zu haben. Mit einiger Mühe ist es mir gelungen, den Schluß doch noch zu sehen. Er ist also enthalten, es stellt sich nur die Frage: Cui bono?

Bis zu dieser Stelle kann man dem modernen Aschenputtel-Märchen mit Bonnie Bianco und Pierre Cosso folgen, inklusive schöner Aufnahmen von Rom und poppigem 80ies-Sound.

Extras sucht man vergebens, neben den schon erwähnten Mängeln zieht das die Wertung auf großzügig vergebene 2 Punkte runter. Die Macher sollten sich an der vorbildlichen "La Boum"-Box ein Beispiel nehmen!

Bewertung: 2 von 5

Super Tuesday

Yee-haw, was für eine Wahlschlacht! Während John McCain nun die offizielle Präsidentschafts-Kandidatur bei den Republikanern kaum noch zu nehmen sein wird, siegt Hillary Clinton zwar etwas überraschend, aber dennoch knapp bei den Demokraten, insbesondere in den enorm wichtigen bevölkerungsreichen Staaten wie New York, Kalifornien und New Jersey. Man mag es nicht für möglich halten, aber hier ist immer noch nichts entschieden! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal Außenpolitik als so spannend empfunden habe. Meine amerikanischen Freunde sind überwiegend Clinton-Anhänger, mal sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Mittwoch, 6. Februar 2008

CD-Rezensionen (010): Bros - Push (1988)


(Cover: Amazon.de)

Auch wenn Bros zugegebenermaßen eher die weibliche Kundschaft ansprach - es hatte schon was, das im 1987/88 über den Kanal schwappte. Drei, später nur noch zwei zugegebenermaßen unverschämt gutaussehende Typen, die nicht einfach wie die ganzen Boybands der 90er von Managern und Marketingexperten ferngesteuerte Hops- und Trällerdarbietungen draufhatten sondern Instrumente spielten.

Legt man also mal alle Vorurteile ab, die man(n) gegenüber solchen Bands vielfach hat und besieht sich dieses Album, bleibt einfach perfekt produzierte Popmusik der Spät-80er übrig, die auch aus eigener Ansicht in der DDR viele Anhänger fand, inklusive perfekt gestylten Doppelgängern.

Neben den bekannten Auskopplungen "When Will I Be Famous?", "I Owe You Nothing" und dem Tanzbodenfüller "Drop The Boy" hat es mir ganz besonders "I Quit" angetan, ein Lied, bei dem sich bei mir auch heute noch viele Erinnerungen an erste Liebe, Gefühlschaos und eine gute Zeit im Internat einstellen. Und "Cat Among The Pigeons" darf sich getrost in die Gruppe der zehn schönsten 80er-Balladen einreihen...

Bewertung: 4 von 5

Dienstag, 5. Februar 2008

Houston, wir haben ein Problem

Ich wußte gar nicht, dass man selbst bei solch alltäglichen Dingen wie dem Autofahren Erlebnisse der dritten Art haben kann. So auch heute, als ich eigentlich nur zum Einkaufen fahren wollte. Ich setz mich in die Familienkutsche und drehe den Zündschlüssel. Der Motor bleibt stumm, dafür verriegelt sich das Auto. Häh???

Anruf beim Autohändler, der auf eine entladene Batterie tippt und netterweise sofort und gratis vorbei kommt. Es lebe die Mobilitätsgarantie! Nach kurzem Check die Gewissheit: Tatsächlich der Saft. Also zum ersten Mal überhaupt Starthilfe bekommen, zu einer Diagnose (schon toll heutzutage, das Auto wird einfach an den Computer angeschlossen und alles, was nicht stimmt wird angezeigt - Fluch oder Segen?) in die Werkstatt und dann eine zehn Kilometer lange Showrunde zum Aufladen - und danach ab in den Supermarkt!

Buch-Rezensionen (010): Götz Bergander - Dresden im Luftkrieg (1977/1998)


(Cover: Amazon.de)

Dieses (1977 erstmals erschienene und später überarbeitete) Buch hat sich mittlerweile zum Standardwerk über eines der am heftigsten diskutierten Ereignisse des 2. Weltkriegs entwickelt - der mehrfachen Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945. Bergander, selbst Augenzeuge des Bombardements, bietet dem geschichtsinteressierten Leser einen weiten Einblick in die Vorgeschichte dieses Datums, so über früher erfolgte Angriffe, die Beschreibung potentieller militärischer Ziele der Stadt und die Strukturen der Dresdner Luftverteidigung. Auch dem Zeitraum bis nach Kriegsende wird ein breiter Platz eingeräumt.

Frei jeglicher Ideologie wird auf streng wissenschaftlicher Basis mit mancher Legende aufgeräumt, die diesen bis heute spürbaren Schicksalschlag für Sachsens Landeshauptstadt umgibt. Dies betrifft zum einen die Opferzahlen, die Bergander mit etwa 35.000 angibt (dies entspricht im Übrigen der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung). Desweiteren weist der Autor aufgrund vorliegender alliierter Einsatzbefehle nach, das es im Raum Dresden keine Tieffliegerangriffe gegeben haben kann, eine Ansicht, die bis heute von älteren Dresdnern auf das Heftigste und äußerst emotional bekämpft wird.

Der in Friedenszeiten geborene Leser bekommt einen schockierenden Einblick in ein Inferno, dass uns allen und besonders ideologisch Verblendeten jeglicher Couleur (Stichwort Instrumentalisierung des alljährlichen Dresdner Gedenkens durch rechte und Bejubelung des Angriffs durch extreme linke Gruppierungen) eine Mahnung sein sollte.

Bewertung: 5 von 5

Montag, 4. Februar 2008

Unterwegs mit Kind und Kegel

Gestern war wieder der übliche Sonntagnachmittagspaziergang samt der Familie fällig, wie immer wurde die Kamera sicherheitshalber mitgeführt. Die Ergebnisse gibt es hier.

Sonntag, 3. Februar 2008

Den Tod auf den Fersen

Manchmal erstaunt es mich immer wieder, wie oft Plätze, die ich selbst schon besucht habe, mehr oder weniger kurz danach von Katastrophen oder anderen schrecklichen Ereignissen heimgesucht werden. Heute traf ein Bombenanschlag die Stadt Dambulla in Sri Lanka, ein Ort, den ich im Jahre 2004 besuchte und dessen Höhlentempel mich äußerst stark beeindruckt haben.

Dies ist nunmehr schon der dritte Fall. Im selben Jahr hielt ich mich noch auf der Malediven-Insel Athuruga auf, die im Dezember des gleichen Jahres von eben jenem Tsunami getroffen wurde, der weltweit insgesamt etwa 230.000 Menschenleben forderte. Die Insel wurde komplett überflutet, Opfer waren zum Glück nicht zu beklagen.

Das erste Mal, dass ich im Nachhinein schlucken mußte, geschah bei der Brandkatastrophe im Kapruner Bergbahntunnel. Nur ein Jahr zuvor war ich eben in diesem Zug. Also manchmal macht man sich schon Gedanken...

Samstag, 2. Februar 2008

DVD-Rezensionen (010): Einsame Entscheidung (1996)


(Cover: Amazon.de)

Es ist im Nachhinein viel diskutiert worden inwieweit dieser Film die Attentäter des 11. September inspiriert hat. Zu klären wird das wohl nie mehr sein, es bleibt aber aufgrund der späteren historischen Ereignisse ein bitterer Beigeschmack.

Der Plot: Arabische Terroristen entführen über dem Atlantik einen vollbesetzte amerikanische Boeing 747 um einen inhaftierten Gesinnungsgenossen freizupressen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich größere Mengen Nervengas an Bord befinden, das der Anführer der Hijacker unabhängig vom Ausgang der Erpressung durch Absturz auf die US-Ostküste freisetzen will. In einer tollkühnen Aktion wird das Flugzeug in der Luft von einer Spezialeinheit heimlich geentert, mit dabei der Terrorismusexperte David Grant (Kurt Russell) und der Ingenieur Dennis Cahill (Oliver Platt). Die Uhr tickt, denn das amerikanische Festland rückt immer näher...

Nicht-Mime Steven Seagal gönnt sich und dem Zuschauer gnädigerweise nach etwa einer halben Stunde, in der man seinen einzig verfügbaren Gesichtsausdruck ertragen muß, einen spektakulären Abgang, der Rest des mit gut zwei Stunden für einen Actionfilm mit Überlänge ausgestatten Spektakels gestaltet sich aufgrund des Wettlaufs mit der Zeit und der immer wieder auftretenden Rückschläge und Schwierigkeiten hochspannend. Blickt man großzügig über einige der klaffenden Logiklöcher hinweg, bleibt ein klaustrophobisches Duell auf Hitech-Basis mit einem überzeugenden Kurt Russell, einer wie immer hinreißend ausschauenden Halle Berry und einem urkomischen Oliver Platt. Heimlicher Star des Films ist jedoch eindeutig der Shakespeare-Mime David Suchet als grandios fieser Terrorist mit durchdringend stechendem Blick.

Äußerst mau: Die DVD bietet außer dem Film, den üblichen Tonspuren und Untertiteln keinerlei Extras.

Bewertung: 4 von 5

Freitag, 1. Februar 2008

CD-Rezensionen (009): Achim Reichel - Herz ist Trumpf-Das Beste (1997)


(Cover: Amazon.de)

In einer Zeit weit vor den heutigen Internet-Downloadshops legte ich mir dieses Album eigentlich nur zu, um endlich "Aloha Heya He" in meinem Besitz zu haben, das ich damals zur Beschallung diverser Parties benötigte. So kam ich ohne Absicht erstmals mit diversen Solowerken Achim Reichels in Berührung, die ich außer dem schon erwähnten Fetenkracher und dem melancholischen "Fliegende Pferde" noch gar nicht kannte.

Inwieweit diese Auswahl für das langjährige Schaffen des Hamburgers repräsentativ ist, vermag ich mangels Überblick über das Œuvre des Meisters nicht zu sagen. Ich persönlich empfinde die Qualität der Zusammenstellung etwas schwankend. Das bittersüße "Wahre Liebe" gehört neben dem kernigen "Amazonen" auf jeden Fall auf die Gewinnerseite, ebenso wie das im Greenpeace-Auftrag entstandene "Exxon Valdez" (vielleicht eine Spur zu plakativ) und "Der Spieler". Die "Regenballade" vermag auch nach 30 Jahren noch Gruselschauer zu erzeugen und die Fontane-Vertonung "Herr von Ribbeck im Havelland" macht einfach gute Laune, genau so wie man "Kuddel Daddel Du" im angesäuselten Zustand prima mitsingen kann. Die beiden Kaufhaus-Geschichten "Auf der Rolltreppe" und "Lächeln Sie doch mal (es ist Weihnachten)" gehen noch in Ordnung, mit dem Rest kann ich jedoch nichts anfangen.

Das informative Booklet beinhaltet eine kurze Anekdote zu jedem Song. So erfährt man mehr über die Hintergründe und die Enstehungszeit der vertretenen Lieder. Bei einem "Best of", das oftmals Nicht-Experten zum Kaufen animiert eine sehr lobenswerte Zugabe. Von daher einen Extrapunkt.

Bewertung: 4 von 5

Buch-Rezensionen (009): Uwe Rolli - Die unendliche Geschichte der Mayas (2002)


(Cover: Amazon.de)

Ich lernte Uwe Rolli im Spätsommer 2003 auf einer Reise durch Mexiko, Belize und Guatemala kennen, wo er für eine deutsch-österreichisch-schweizerische Reisegruppe, der ich angehörte, als Reiseführer fungierte. Im Laufe der Tage kam er auf dieses Buch zu sprechen und während der doch recht langen Busetappen vertiefte mich in einen von ihm zur Ansicht verliehenen Vorabdruck.

Wer (wie ich) abseits jeglicher Religiosität und bar jedes Glaubens an übersinnliche Dinge aufgewachsen ist, wird mit diesem Buch spätestens dann sein Problem haben, wenn Uwe Rolli über seine (angeblichen) eigenen Erfahrungen mit Levitation oder dem körperlichen Eindringen in Stein berichtet. Über diese und ähnliche Ansichten entspannen sich damals vor Ort doch zum Teil recht hitzige Diskussionen. Bitte bedenken: In diesem Buch werden die derzeit allgemein von der Historikerzunft anerkannten Forschungsergebnisse über die Maya negiert und zum Teil Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Dazu kommt ein doch recht holpriger Schreibstil, der höchste Aufmerksamkeit verlangt, beim Nicht-Esoteriker jedoch häufig Kopfschütteln und pure Ablehnung, gelegentlich allerdings sogar Heiterkeit hervorruft.

Ich bin Uwe dennoch dankbar, dass er mir Ansichten weitab jedes handelsüblichen Reiseführers nahegebracht hat, auch wenn ich sie in keinster Weise teile. Das Buch werde ich mir jedenfalls trotz alledem zur Vervollständigung meiner Reiseerinnerungen zulegen.

Bewertung: 2 von 5